Tanz der Totalversager: AV-Test prüft kostenlose Sicherheitstools für Android

Christian Wolf

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Ja, ich weiß: Viele von euch haben es schon immer gewusst. Ein Antivirenprogramm auf Smartphone und Tablet-PC ist a) wirkungslos und/oder b) überflüssig und/oder c) ein so wirkungsloser wie überflüssiger Pseudoschutz. Ihr habt Recht. Zumindest weitgehend und mit Blick auf einige kostenlose Sicherheits-Tools, die sich derzeit im Android Market tummeln.

Denn das, was der Magdeburger IT-Sicherheitsdienstleister AV-Test da Ende vergangener Woche in einem Bericht mit insgesamt neun Testkandidaten veröffentlichte, stellt nahezu sämtlichen geprüften Freeware-Apps ein geradezu vernichtendes Zeugnis aus. Allerdings bekleckerten sich auch die zwei kostenpflichtigen Lösungen „F-Secure Mobile Security“ (nicht im Market erhältlich; 34,95 Euro) und „Kaspersky Mobile Security“ (6,95 Euro) keineswegs mit Ruhm.

Versagen auf nahezu ganzer Linie

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Wirklich unterirdisch war aber die „Leistung“ beziehungsweise Nicht-Leistung von sechs der sieben ausgewählten Gratis-Programme. Einige Tools entpuppten sich als buchstäbliche Totalversager, die auf dem genutzten Samsung GalaxyTab mit installiertem Android 2.2.1 nicht eine einzige Schadsoftware identifizierten. Das angestaubte Froyo wählten die Versuchsleiter Hendrik Pilz und Steffen Schindler im Übrigen allein deshalb, weil es noch auf rund 45 Prozent aller Android-Geräte eingesetzt wird.

Der Test umfasste sowohl die Wächter-Funktion bei Installation zehn bekannter Malware-Apps als auch das vollständige Durchleuchten des Gesamtsystems, wobei maximal 172 verseuchte Dateien zu finden waren – 83 davon mit der Setup-Endung (APK) und 89 im Dalvik Binärformat (DEX). Auf den Prüfstand kamen neben besagter Kauf-Software die Programme „Antivirus Free“ von Creative Apps (1.3.1), „BluePoint AntiVirus Free“ (4.0.14), „GuardX Antivirus“ (2.3), „Kinetoo Malware Scan“ (1.6.9), „LabMSF Antivirus beta“ (1.0), „Privateer Lite“ (2.1.4) und „Zoner AntiVirus Free“ (1.2.4).

Hohe Verbreitung trotz mieser Erkennungsrate

Aber genug zur Theorie und ab zum Ergebnisteil. Eine glatte Null in allen Disziplinen erreichten AV-Test zufolge die Apps „LabMSF Antivirus beta“, „GuardX Antivirus“ und Creative Apps‘ „Antivirus Free“. Diese Tools sind selbst kostenlos noch zu teuer, denn sie belegen zwar Speicher und verbrauchen Akkuleistung, tun ansonsten allerdings offenbar überhaupt nichts. Besonders bitter: „Antivirus Free“ gehört mit bis zu fünf Millionen Installationen zu den aktuell meistgenutzten Sicherheitstools im Android Market.

Deutlich weniger Verbreitung finden „Privateer Lite“ und „Bluepoint Antivirus Free“. Zum Glück, möchte man fast sagen, denn die Schutzwirkung ist ähnlich desolat. Bluepoints Scanner kam beim manuellen Durchlauf auf eine Erkennungsrate von 1 Prozent und konnte gerade einmal eine von zehn bösartigen Applikationen in Echtzeit abwehren; „Privateer Lite“ schnitt mit insgesamt einer erkannten Malware sogar noch schlechter ab.

Die Spitzengruppe der Tabelle beginnt bei „Kinetoo Malware Scan“, das zumindest 6 Prozent der verseuchten Dateien und eine Schadsoftware erkannte. Kreisklassenkönig war jedoch „Zoner AntiVirus Free“, welches zumindest ein Drittel der Infektionen und 80 Prozent der manipulierten Apps aus dem Verkehr zog. Berauschend ist jedoch auch dies nicht. Also doch ein paar Euro zahlen und alles wird gut? Nicht unbedingt. Zwar konnten F-Secure und Kaspersky alle zehn Schadprogramme an der Installation hindern, ließen aber mindestens die Hälfte aller befallenen Dateien unangetastet.

Test kostenpflichtiger Tools soll folgen

Einige der Tools fielen darüber hinaus dadurch auf, dass sie nur die installierten Anwendungen untersuchten und gespeicherte Dateien auf der SD-Karte außer Acht ließen – aus Sicht der Tester ärgerlich, aber nicht weiter kritisch. Diese kündigten derweil bereits über Twitter an, bald kostenpflichtige Suites unter die Lupe zu nehmen.

Aber auch dort bleibt die gute alte Rundumlösung Brain 1.0 mit einiger Wahrscheinlichkeit unangefochtener Testsieger.

(Christian Wolf; Tabelle: AV-Test)

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Christian Wolf wird am Telefon oft mit "Wulff" angesprochen, obwohl er niemals Bundespräsident war und rast gerne mit seinem Fahrrad durch Köln. Er hat von 2011 bis 2014 für BASIC thinking geschrieben.