Simfy: Neuer Player integriert iTunes-Playlisten, während die Konkurrenz in den Startlöchern steht

Jürgen Vielmeier


Der deutsche Musikstreaming-Dienst Simfy hat harte Wochen hinter sich, und das Schlimmste steht ihm im kommenden Jahr erst noch bevor: Mit Spotify und Deezer wollen zwei mächtige Konkurrenten aus dem Ausland 2012 auch auf den deutschen Markt. Wenn es überhaupt noch so lange dauert. Denn die Gema und Bitkom haben heute einen neuen Tarif für Streamingdienste ausgehandelt, der den Services den Markteintritt erheblich erleichtert. Dann könnte es für Simfy knüppelhart kommen. Denn Spotify ist den Kölnern mittlerweile finanziell, mit einer eigenen App-Plattform und der Möglichkeit des Erwerbs von Songs voraus, für die es keine Streaming-Rechte gibt. Selbst sorgte Simfy kürzlich für Rätselraten, als man den augenscheinlichsten eigenen Vorteil, den kostenlosen Zugang, erst auf 20, dann auf 5 Stunden begrenzte.

Um mal wieder einen Schritt nach vorne zu gehen, hat der Musikdienst heute eine wichtige Erweiterung vorgestellt: Nutzer können ab sofort in der Version 1.6 des Desktop-Clients Musik aus der iTunes-Bibliothek importieren (MP3s und M4As). Das bedeutet, dass Simfy-Nutzer sich den iTunes-Player künftig sparen können und es zumindest in der Desktop-Version keinen Unterschied mehr bedeutet, ob ein Song gekauft ist, gestreamt wurde oder sonst woher kommt. Nutzer müssen dann vor allem nicht mehr zwischen zwei Playern hin- und herspringen.

Kein Song-Direktimport

Ob sich die Songs auch auf mobile Apps importieren lassen, ist derzeit noch nicht bekannt. Für die iOS-App gibt es zur Stunde keine neue Version. Eine Pressemeldung zum neuen Player will Simfy erst morgen veröffentlichen. Ich werde hier updaten, soweit ich Genaueres weiß. Noch nicht ganz klar ist mir, warum man den Umweg über die iTunes-Bibliothek gehen soll und keine Songs direkt importieren kann.

Die Integration jedenfalls war überfällig. Zwei Player zu benutzen, wenn man nur Musik hören will, war auf die Dauer ein überflüssiges Unterfangen. Konkurrent Spotify bietet die Möglichkeit übrigens schon seit geraumer Zeit an. Wenn die Schweden hier auf den Markt kommen, erwarte ich eine Marketing-Schlacht. Ob die Kölner da noch mithalten können oder ob einfach alle davon profitieren, weil die Bevölkerung dann erst auf Musikmietmodelle aufmerksam wird, wird sich im kommenden Jahr entscheiden. Allein aufgrund der Tatsache, dass sie den On-Demand-Musikmarkt hierzulande auf den Weg gebracht haben, als Spotify sich der Gema vorübergehend geschlagen gab, würde ich es Simfy gönnen, noch eine gewichtige Rolle zu spielen.

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(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.