Google Plus umgestaltet, Ideen von Twitter und Facebook übernommen

Jürgen Vielmeier

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Google spendiert seinem Social Network Google Plus ein neues Design. Und das kann sich sehen lassen, auch wenn einige der neuen Funktionen sehr an ein paar andere soziale Netzwerke da draußen erinnern. Wichtigste Neuerung: Google hat aufgeräumt und die ohnehin schlichte Navigation größtenteils vereinfacht, die zuletzt immer mehr neue Funktionen aufnehmen musste. Die Navigationsleiste wandert von oben nach links und ist jetzt dynamisch anpassbar. Apps lassen sich wie gewünscht verschieben, entfernen oder hinzufügen, Unterfunktionen sich per Mausschwenk anzeigen. Auch das Hauptfenster wandert weiter nach links. Auffällig ist die große Chat-Leiste am rechten Bildschirmrand, die stark an den Facebook-Chat erinnert.

Aktivitäten wie Kommentare oder geteilte Beiträge lassen sich unter einem Beitrag ausklappen. Google nennt das „Aktivitätenschublade“. Wer sehen will, was los ist, findet künftig den Übersichtskasten „Trending on Google+“ neben der Hauptspalte und eine eigene Übersichtsseite namens „Erkunden“. Ein Schelm, wer „Twitter“ dabei denkt. Auch die eigene Profilseite soll überarbeitet werden und größere Fotos erhalten (Facebook Chronik?). Im Stream sollen sich außerdem größere Fotos und Videos als bisher posten lassen. Das Update soll in den kommenden Tagen nach und nach eingeführt werden.

Die neue Hangouts-Seite halte ich für komplett misslungen, weil furchtbar unübersichtlich. Der Rest gefällt mir auf den ersten Blick – aber ich glaube nicht, dass Google damit mehr Menschen anlockt als bisher. Es dürfte darum gehen, die bereits angemeldeten Nutzer zu mehr Interaktion zu verleiten. 170 Millionen Menschen hätten sich inzwischen bei Google Plus angemeldet, teilte der Webriese mit. 100 Millionen davon seien aktive monatliche Nutzer, wie Google-Chef Larry Page erst vor wenigen Tagen verkündete. Kritikern zufolge wirke Google+ wie eine Geisterstadt oder wie eine Wüste, in der jeder unreflektiert postet, die Anwender aber wenig miteinander kommunizieren. Dem will das Unternehmen damit nun eindeutig entgegen wirken.

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An dieser Stelle auch noch einmal die Frage in die Runde, rein aus Neugier: Benutzt ihr Google+? Und wenn ja, warum eigentlich…

(Jürgen Vielmeier, Screenshots: Google)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.