Loewes Aktie steigt um 25 Prozent: Wer profitiert von Übernahmegerüchten durch Apple?

Jürgen Vielmeier


Im Prinzip ist es simpelst: Erfinde ein beliebiges Gerücht, schreibe darüber und schau, was die Börse so draus macht. Im Falle von Loewe hat es funktioniert: Die Aktie des kleinen deutschen TV-Herstellers schnellte heute beim Marktstart nach oben, nachdem am Wochenende Gerüchte aufkamen, Apple plane eine Übernahme. AppleInsider hatte am Samstag darüber berichtet und bereits einen Tag später das Dementi von Loewe hinterher geschoben. Ein Sprecher des fränkischen TV-Herstellers sagte noch am Wochenende, an dem Gerücht sei nichts dran.

Machte aber alles nichts: Die Anleger scheinen begeistert von der Idee. Die Aktie notierte am Freitag noch bei 4,51 Euro und stand zwischenzeitlich bei 5,74 Euro – ein Anstieg um mehr als 25 Prozent. Wie sinnvoll wäre eine Übernahme überhaupt? Gut, Loewe stellt Edel-Fernseher her, verwendet allerdings auch eine eigene Steuerung, die Apples Vision zuwider laufen würde. Loewe schreibt seit Jahren Verlust, im Geschäftsjahr 2011 sogar 11 Millionen Euro. Und in den vergangenen Jahren setzte Apple eher auf Auftragsfertiger in Asien, nicht gerade einen Anbieter mit eigenen Visionen und deutscher Fertigung.

Was die Gerüchte befeuert haben dürfte: Der japanische Elektronikhersteller Sharp ist mit fast 30 Prozent an Loewe beteiligt und soll vor kurzem für die Produktion der geplanten Apple-Fernseher mit Foxconn ein Jointventure eingegangen sein. Laut AppleInsider soll Apple 87,3 Millionen Euro geboten haben; die Deutschen würden sich bis Freitag entscheiden. Und wenn das alles bloß erfunden ist, um den Aktienkurs hochzutreiben? Dann macht dieser jemand gerade den großen Reibach. Und wir warten mal bis Freitag und schauen, ob an den Gerüchten wirklich etwas dran ist.

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(Jürgen Vielmeier, Bild: Loewe)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.