Jack Daniels erfindet die sympathische Abmahnung

Jürgen Vielmeier

Die Abmahnung-Praxis ist eine der größten Seuchen unseres Rechtssystems. Gerade Website-Betreiber müssen sie fürchten wie der Teufel einen Regen aus Weihwasser: Fehlt eine kleine Information im Impressum, steht manchmal sofort ein niederträchtiger Abmahnanwalt Spalier und fordert ein paar hundert Euro. Natürlich ist es nicht okay, einfach Bilder von anderen Websites zu klauen oder Logos zu imitieren. Aber oft wird direkt eine Zahlungsaufforderung losgeschickt, noch ehe man es mal auf die freundliche Art versucht hätte.

Wie es anders geht, zeigt der Whisky-Hersteller Jack Daniels aus Tennessee. Die, bei denen man sich immer etwas mehr Zeit für alles lässt – ihr kennt die einschlägigen Werbespots – zeigen sich auch diesmal von einer ausgesprochen gemütlichen und sympathischen Seite. Das legt ein Schreiben nahe, das der Autor Patrick Wensing kürzlich bekommen hat. Wensing wird darin gebeten, das Logo der Bourbon-Destillerie nicht mehr zu verwenden. Doch das klingt ganz anders, als man es sonst aus dem rauen Wirtschaftsleben gewohnt ist.

Wensink hat im Februar ein satirisches Buch unter dem Titel „Broken Piano for President“ veröffentlicht. Der Deckel der Schrift verwendet ein Logo, das dem von Jack Daniels ziemlich deutlich nachempfunden ist. Nun hätte man es dabei bewenden lassen können – immerhin war es eine Satire. Jack Daniels will sein Markenzeichen aber weltweit schützen. Deswegen erhielt Wensink Post von Christy Susman, dem von Jack Daniels beauftragten Anwalt.

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Abmahnung als Werbung

Alles in allem fühle man sich geehrt, dass Wensink das Jack-Daniels-Logo so gerne mag, dass er es für sein Buch verwendet habe. Es wäre allerdings nett, wenn er das zukünftig nicht mehr täte. Wie er als Autor ja wisse, müsse geistiges Eigentum gewahrt werden. Absicht wolle man ihm aber keinesfalls unterstellen. Es wäre natürlich schwer, das Buch jetzt noch zurückzuziehen, das sei dem Unternehmen klar. Deswegen reiche es, wenn Wensink sich vorstellen könnte, ab dem Neudruck der nächsten Auflage ein anderes Logo zu verwenden. Fantastisch wäre es natürlich, wenn man auch bei der aktuellen Auflage noch etwas am Cover drehen könnte. Hier sei man bereit, Wensink mit einer angemessenen Summe zu unterstützen. Und natürlich wünsche man ihm weiterhin viel Erfolg beim Schreiben solch schöner Bücher.

Wensink gefiel dieses Schreiben offenbar so gut, dass er es nach Absprache mit seinem Anwalt auf seinem Blog veröffentlichte. Dem Wunsch des Whisky-Herstellers will er nachkommen. Allerdings erst beim Nachdruck: Die erste Auflage sei nahezu vergriffen. Tja, und die Moral von der Geschicht für all euch Marketing-Experten da draußen: Versucht es doch mal auf die nette Tour. Dann kann sogar Werbung daraus werden, die positiv auf euer Unternehmen zurückfällt.

(Jürgen Vielmeier, Bild: Wensink/Jack Daniels)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.