Mark Zuckerberg erhält sein erstes Softwarepatent

Jürgen Vielmeier

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Einmal abgesehen davon, dass ich herzlich wenig von Softwarepatenten halte, finde ich interessant, dass eins davon in der vergangenen Woche Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zugesprochen wurde. Es ist Zucks erstes Patent: Bereits im Jahr 2006 reichte er seine Idee zu einer, frei übersetzt „dynamischen Erstellung der Zusammenfassung eines Persönlichkeitsbereichs“ beim US-Patentamt ein. Seitdem widersprach das Amt mehrmals, weil diese Idee seiner Meinung nach „offensichtlich“ sei und damit kein Patent verdiene. Jetzt bekam Zuck es dennoch zugesprochen.

Ihr glaubt vermutlich, dass Zuckerberg hier für seine Maßnahmen geehrt wird, eure Daten möglichst detailliert aufzulisten, bei Facebook zu katalogisieren und anschließend gewinnbringend zu verkaufen. Dem Social Network traut man ja einiges zu. Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall: Das Patent mit der Nummer 8,225,376 beschreibt, wie euer Nutzerprofil sich gegenüber den Besuchern eurer Profilseite darstellt. Aussehen und Inhalte werden unterschiedlich dargestellt, je nachdem, ob ihr selbst, eure Freunde oder jemand Unbekanntes sich euer Profil anschaut. Zuckerberg veränderte die Patentanfrage mehrfach, bevor das Amt ihr zustimmte.

Zu viel Patentkrieg schadet nur

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Theoretisch müsstet ihr euch nun eine Genehmigung einholen und Gebühren dafür zahlen, wenn ihr in den USA ein Social Network mit ähnlichen Funktionen auf den Markt bringen wolltet. Eine unschöne Entwicklung, ähnlich wie der einstige und inzwischen beigelegte Patentstreit zwischen Facebook und Yahoo. Um für den Krieg aufzurüsten, kaufte Facebook damals 750 Patente von IBM. Im April erwarb man Patente im Wert von stolzen 550 Millionen US-Dollar von AOL über den Umweg Microsoft.

Kritiker monieren, dass sich Facebook noch zu wenig mit Patenten abgesichert habe. Erst 56 Patente werden dem Unternehmen zugesprochen, weitere 503 werden geprüft. Die Patentierung von Software ist in den USA zulässig, in der EU und Deutschland nicht. Befürworter weisen auf den Schutz der Ideen kleiner und mittelständischer Unternehmen vor Großkonzernen hin. Gegner kritisieren unter anderem, dass Softwarepatente gerade Großkonzernen in die Hände spielten, weil kleinen Unternehmern die Ressourcen fehlten, sich mit Patentrecherche zu befassen. Softwarepatente würden kleine Entwickler ausbremsen und damit den Fortschritt gefährden.

Selbst bei den geschützten Hardware-Patenten sieht man in den vergangenen Monaten sehr deutlich, dass es den Beteiligten massive Ressourcen kostet, wenn sie sich wegen verschiedenen Patentverletzungen gegenseitig in Grund und Boden klagen. Aktuell fordert etwa Apple von Samsung 2,5 Milliarden US-Dollar Schadensersatz für angeblich verursachten Schaden durch vermeintlich verletzte Patente. Wäre eigentlich schön, wenn die Software-Welt von solchen Possen verschont bliebe.

(Jürgen Vielmeier)

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Jürgen Vielmeier ist Journalist und Blogger seit 2001. Er lebt in Bonn, liebt das Rheinland und hat von 2010 bis 2012 über 1.500 Artikel auf BASIC thinking geschrieben.