Andreessen Horowitz steigen mit 15 Millionen Dollar in Lern-Plattform Udacity ein

Robert Vossen

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Na, wäre das nicht was für euch? Kurse an Harvard & Co. belegen und das auch noch für umsonst? Nachdem mehrere Unis eine Partnerschaft mit Coursera eingegangen sind, hat Stanford-Professor und Google-Mitarbeiter Sebastian Thrun Udacity gegründet und nun 15 Millionen Dollar von der Investmentfirma Andreessen Horowitz eingesammelt, die mit Beteiligungen an Twitter, Facebook, Zynga und Airbnb schon häufig den richtigen Riecher hatten.

Der Trend der „Massive Open Online Courses“ (MOOC) ist in den USA immer weiter auf dem Vormarsch. So haben sich bei Udacity bislang mehr als 750.000 Studenten eingeschrieben, davon mehr als zwei Drittel außerhalb der USA. Angeboten werden bislang 14 Kurse, überwiegend mit Informatik-Hintergrund. Den ersten Kurs von Thrun in „Künstlicher Intelligenz“ haben 160.000 Studenten aus der ganzen Welt belegt, zwei Google-Mitarbeiter bieten einen Kurs in „HTML5 Game-Development“ an. Der Hintergrund ist, dass solche Qualifikationen in der Wirtschaft benötigt werden, an den Unis aber nur selten gelehrt werden, zumal gerade im Informatik-Bereich das Curriculum mit der technologischen Entwicklung kaum Schritt halten kann.

Auf Coursera hingegen werden auch Uni-Kurse in Amerikanischer Poesie und Fantasy & Science Fiction angeboten, was die Plattform vor Herausforderungen bei der Benotung stellt. Während bei Informatik-Kursen relativ einfach Multiple-Choice-Tests und Online-Quizze eingesetzt werden können, zeigt sich Coursera bei geisteswissenschaftlichen Kursen kreativ und lässt Studenten die Essays der Kommilitonen bewerten. Was auf den ersten Blick schwer nach Manipulation riecht, wird durch Mehrfachbewertungen, Algorithmen und Sprach-Software ergänzt, was akkurate Benotungen gewährleisten soll. Skeptisch darf man aber trotzdem sein.

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Gegen eine Gebühr von 89 Dollar können Studenten von Udacity-Kursen auch eine offizielle Klausur in einem Pearson Test-Center ablegen und erhalten ein entsprechendes Zertifikat. Bei edX, der MOOC-Plattform von Harvard, UC Berkeley und dem MIT, wird dieses sogar von einer Partner-Uni ausgestellt. So ein Harvard-Briefkopf macht sich sicherlich ganz gut im Lebenslauf. Doch damit nicht genug: Mit der Colorado State University akzeptiert auch die erste US-Uni die Credit Points von Udacity-Kursen. Immerhin eine Möglichkeit, die horrenden Studiengebühren in den USA zumindest etwas zu reduzieren. In Deutschland und Österreich erkennen übrigens die Universität Freiburg, FU Berlin, TU München und Universität Salzburg einige Udacity-Kurse an.

Doch was haben Harvard & Co. davon? Während Harvard wahrscheinlich nicht darauf angewiesen ist, wollen andere Universitäten ihren Markennamen stärken und somit neue Studenten anziehen. Auch können Professoren und Universitäten Erkenntnisse daraus ziehen, welche Lehrmethoden besonders Erfolg versprechend sind und wie das Offline-Curriculum optimiert werden kann. Und auch finanziell dürfte sich das noch junge Geschäftsfeld lohnen, denn die Universitäten erhalten einen Teil der offiziellen Test-Gebühren. Auch Udacity und Coursera werden an den Gebühren beteiligt, wollen sich aber überwiegend über die Vermittlung geeigneter Arbeitnehmer finanzieren. Bei erst 20 vermittelten Udacity-Studenten bin ich da allerdings etwas skeptisch.

Für Studenten liegt der Vorteil jedoch klar auf der Hand: Sie bekommen einen kostenlosen Kurs, idealerweise von einer renommierten Uni, und gegen eine geringe Gebühr ein offizielles Zertifikat, das von manchen Unis sogar anerkannt wird. Darüber hinaus ist man geographisch und zeitlich äußerst flexibel. Nicht vergessen sollte man allerdings, dass die Uni auch einen sozialen Lehrauftrag hat, wie einer meiner Professoren gerne betonte und der lässt sich online nicht ganz so leicht erfüllen. Dennoch eine feine Sache.

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.