Kampfpreis: Googles neues Chromebook kostet 199 Dollar

Robert Vossen

Google hat das neue Acer C7 Chromebook vorgestellt, das ab heute in den USA erhältlich ist. Zwar waren schon die vorherigen Chromebooks im Niedrigpreis-Segment angesiedelt, aber 199 Dollar sind schon eine Ansage. Aber wie heißt es so schön, man bekommt, was man bezahlt.

Zwar sind die 11 Zoll Bildschirmdiagonale vergleichbar mit früheren Chromebooks, aber abgesehen davon, dass es sich um einen Intel Core Prozessor handelt, macht Google keine Angaben zur CPU und zum Arbeitsspeicher. Dafür wurde die Festplatte auf 320 GB aufgestockt, auch wenn das keine SSD sein wird. Größtes Manko: Nach 3,5 Stunden muss das Gerät wieder an die Steckdose.

Kein Ersatz für Desktop-PC und Laptop

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Und so frage ich mich, was soll das Ganze? Google positioniert das Chromebook als „zusätzlichen Computer für die Familie“. Das ist auch erst einmal nicht verkehrt: Denn auch wenn es inzwischen tausende Apps für das Chromebook gibt, als Ersatz für den Desktop-PC taugt es nicht. Trotz Google Docs kommt es für den gewöhnlichen Office- & Internet-Nutzer also kaum in Frage. Der wird weiterhin das Volks-Notebook von Medion kaufen. Aufgrund der kurzen Laufzeit geht das Acer C7 auch nur gerade so noch als mobiles Notebook durch. Eine Bahnfahrt von Köln nach Berlin lässt sich damit jedenfalls nicht überbrücken.

Wofür könnte man das Gerät noch nutzen? Auf der Couch, wenn man statt der Fernsehwerbung ein bisschen facebooken möchte? Hätte ich die Wahl, würde ich da eher auf mein Smartphone oder ein Tablet zurückgreifen. Das springt genauso schnell an, wenn nicht sogar schneller und, falls man mal die Couch verlassen will, kann man mit einem Smartphone oder 3G-fähigen Tablet auch unterwegs surfen. Ganz abgesehen davon, dass es deutlich leichter ist und länger durchhält. Fairerweise muss man sagen, dass man Äpfel mit Birnen vergleicht, wenn man ein Chromebook gegen ein Tablet antreten lässt, aber bei der Frage nach der Nutzung stehen dann doch wieder alle verfügbaren Geräte im Wettbewerb.

Wenn man mit dem Gerät also weder den stationären PC ersetzen kann, noch den Laptop und auch das Tablet in den meisten Fällen doch bevorzugt werden wird, wozu dann ein Chromebook?

Der Preis ist das beste Argument

Ja, das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ja, die Bildschirmgröße. Sicher, zwei Argumente. Vermutlich die einzigen beiden. Doch auch hier wartet Konkurrenz: Das Amazon Kindle Fire HD kostet ebenfalls 199 Dollar (mit Werbung) und hat immerhin einen 7-Zoll-Screen. Zwar kann man mit einer 16 GB-Festplatte nicht viel anfangen, aber als Zweitgerät würde ich das Kindle Fire dem Chromebook definitiv vorziehen.

Und so bleibt die Frage, wer das Gerät kaufen soll. Ich sehe da nur äußerst preissensible Kunden, die sich vielleicht keinen „normalen“ Laptop oder ein schickes iPad leisten können oder wollen, aber sich oder ihren Kindern dann doch ein bisschen Spaß gönnen wollen. Das wird aber kein großer Markt sein. Laut IDC wurden bis Mai 2012 insgesamt erst 220.000 Chromebooks verkauft. Das ist noch etwas entfernt vom Massenmarkt.

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Bild: Google

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.