Facebook probiert neues Kommentarsystem für Unternehmensseiten aus

Robert Vossen

Facebook testet ein neues Kommentarsystem für Facebook Pages, um das Engagement mit den Usern zu fördern. Die zwei elementaren Ideen: Beliebte Kommentare unter Posts sollen dabei höher nach oben rücken und auf einzelne Kommentare soll geantwortet werden können. Einer der ersten, bei dem das neue System ausprobiert wird, ist der Quarterback der New York Jets, Tim Tebow.

Wie man auf seiner Facebook-Seite sehen kann, stehen die Kommentare mit den meisten Likes ganz oben unterhalb jedes Posts. Doch nicht nur die Likes sind ausschlaggebend, auch, wie viele Leute den Kommentar verbergen oder darauf antworten, bestimmen die Position des Kommentars. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man überhaupt auf Kommentare antworten kann, ein Feature, das Facebook seit letzter Woche testet.

Konzepte bei Reddit und YouTube abgekupfert

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Das Konzept vom dynamischen Ranken der Kommentare ist allerdings nicht komplett neu. Von der Grundidee ähnelt das ja den Social News-Aggregatoren Digg oder Reddit, auf denen relevante Beiträge hoch- oder runtergevotet werden können. Und auch YouTube fügt oberhalb der chronologischen Kommentare eine kurze Auswahl der besten Kommentare ein. Auch die Idee eines Diskussions-Threads ist im Internet nicht ganz neu. Aber man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden.

Mir gefallen jedenfalls die beiden Ideen und ich freue mich, wenn sie global ausgerollt werden. Vorbei die Zeiten, wo man unter einem Post die obligatorischen „Erster!“, „Zweiter!“ und so weiter liest. Vorbei die Zeiten, wo Diskutanten in ihren Kommentaren sich auf frühere Kommentatoren beziehen, deren gedanklichen Ergüsse nicht mehr sichtbar sind.

Wer das Bedürfnis hat, auf einer Seite über einen Post diskutieren zu wollen, kann das nun tun, darunter natürlich auch der Seitenbetreiber, der vielleicht zur Reaktion aufgefordert wird. Ich freue mich jetzt schon auf die lebhaften Diskussionen zwischen Fans und Hassern von, sagen wir mal Justin Bieber, die sich in den Kommentaren gegenseitig digital an den Kragen gehen.

Das wäre vermutlich auch nach dem Geschmack von Marc Zuckerberg, schließlich dürfte sich dadurch die Verweildauer der Nutzer erhöhen. Sicherlich nicht gleich verdoppeln, aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Und spätestens seit dem Börsengang freut sich Facebook über jeden zusätzlichen Cent.

Diskussion und Qualität der Kommentare steigen

Doch das Schöne an dem Kommentar-Ranking ist auch, dass man einen Thread, in dem sich A und B Nettigkeiten an den Kopf werfen, wohl kaum noch mitbekommen wird – dem Schwarm sei Dank. Unterm Strich dürfte also die Diskussion unter Fans und mit dem Seitenbetreiber angestoßen werden und gleichzeitig die Qualität der sichtbaren Kommentare steigen. Wunderbar!

Noch besser wäre es natürlich, wenn dem Nutzer überlassen wird, ob die Kommentare nach Beliebtheit oder chronologisch geordnet werden sollen. Denn während es bei einem Post eines Stars mit hunderten von Kommentaren Sinn macht, diese nach Beliebtheit zu filtern, ist bei kleineren Marken und wenigen Kommentaren eine chronologische Ordnung sicherlich sinnvoller. Doch selbst wenn nicht, ist das Feature eine sinnvolle Weiterentwicklung der Plattform. Von mir aus kann’s morgen losgehen.

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.