Google will mit Satelliten-TV-Betreiber Dish ein eigenes Mobilfunknetz aufbauen

Robert Vossen

Das hört sich ja mal spannend an: Google und der US-Satelliten-TV-Betreiber Dish wollen ein neues Mobilfunknetz aufbauen. Die beiden sind zwar noch weit von konkreten Plänen entfernt, aber die Ankündigung lässt aufhorchen. Denn entweder wird das eines der größten Projekte schlechthin oder eine absolute Bauchlandung. Oder ein perfekter Bluff.

Best Case: Googles Produkte-Paradies

Auf den ersten Blick wirkt es perfekt: Dish hat 2008 ein Frequenzpaket ersteigert, das es gerne für LTE nutzen möchte. Trotz eines Rückschlags durch die Telekommunikationsbehörde FCC sind die Hoffnungen aber noch nicht ganz begraben. Doch selbst wenn das klappt, müsste noch immer ein LTE-Netz aufgebaut werden und das kostet Geld. Geld, das Google hat. Schätzungen zufolge reden wir von 10 Milliarden Dollar. Das Investment könnte sich auszahlen, indem Google sein gesamtes Portfolio von Android über Google Voice bis hin zu Google TV in die Waagschale wirft. Und als selbstständiger Operator könnte Google auch seiner mobilen Bezahllösung Google Wallet auf die Beine helfen, die von Verizon & Co. ignoriert wird. Hört sich erst einmal super an.

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Grundsätzlich passt es auch in Googles Strategie, zunehmend als Netzanbieter aufzutreten. So wurden vor ein paar Tagen die ersten Haushalte an Google Fiber angeschlossen. Mir ist zwar unklar, warum das in Kansas City geschieht, aber es könnte auch sein, dass da der Neid aus mir spricht: 1.000 MBit/s im Up- und Downstream für 70 Dollar sind durchaus akzeptabel, 5 MBit-Geschwindigkeit zum Nulltarif (allerdings zuzüglich Installationskosten) sind unschlagbar.

Worst Case: Servicewüste Google

Doch gehen wir mal das andere Szenario durch: Google als Endkundenanbieter erinnert an den Ärger, den es bei der Einführung des Nexus One gab. Fazit damals: Kundenservice ist wichtig und da hat Google eigentlich keine Lust drauf. Insofern scheint man dazugelernt haben und hängt sich jetzt lieber an einen bekannten Anbieter dran anstatt die alleinige Initiative zu ergreifen. Doch auch Dish hat keine Erfahrungen auf dem Gebiet, geschweige denn Mobilfunk-Kunden. Wohl aber 14 Millionen Satelliten-Kabel-TV-Abonnenten.

Und dennoch, einen Mobilfunkanbieter aus dem Boden zu stampfen – von Sendemasten bis hin zu den Läden an jeder Ecke – dauert. Da wäre für beide Akteure eine Kooperation mit einem bestehenden Mobilfunkanbieter weitaus sinnvoller. Das ruft eigentlich nach T-Mobile USA, für die Google und Dish jeweils Gebote abgegeben haben, doch die Telekom-Tochter hat sich nun mit dem kleineren Anbieter MetroPCS verbündet. Und so interessant (und unwahrscheinlich) der Mobilfunkanbieter Google-Dish-T-Mobile-MetroPCS wäre – die deutlich größeren AT&T und Verizon würden sich künftig zwei mal überlegen, ein Android-Handy zu verkaufen und zu bewerben.

Und so könnte das Ganze nichts anderes sein als eine große Show, denn schon mehrfach hat Google strategisch investiert, beispielsweise bei WiMAX. Und auch bei Google Fiber wird gemutmaßt, dass der Suchmaschinenkonzern nur blufft, um den Netzanbietern zu zeigen, dass man könnte, wenn man wollte. So treibt man geschickt und günstig den Ausbau der Netz- und Mobilfunkanbieter voran. Auch Dish hätte etwas von dem Bluff, denn die LTE-Lizenzen die man derzeit noch nicht nutzen kann, könnten gewinnbringend an Verizon oder AT&T verkauft werden, die sich somit der drohenden Konkurrenz entledigen würden. Man darf gespannt bleiben, was da noch kommt.

Bild: Flickr / Dave Lindblom

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.