Neue Zutaten in der Gerüchteküche: Google arbeitet am Drahtlos-Netzwerk

Robert Vossen

Machen sie’s oder machen sie’s nicht, das ist hier die Frage. Google, die vor wenigen Wochen in Kansas City mit Google Fiber den ersten kleinen Schritt zum Internetanbieter getan haben und erst einmal in benachbarte Ortschaften expandieren wollen, haben nun ein Drahtlos-Experiment auf dem Gelände ihres Hauptquartiers beantragt.

Im November, als Google eine Kooperation mit dem Satelliten-TV-Betreiber Dish angekündigt hat, um ein gemeinsames Mobilfunknetz aufzubauen, habe ich orakelt, dass es sich um einen Bluff handelt. Man droht der Konkurrenz implizit, die Netze schnell genug auszubauen, sonst macht man das Ganze lieber selbst.

50 Basis-Stationen auf dem Google Campus

Nun ist bei der Federal Communications Commission ein eigentlich vertraulicher Antrag eingegangen, dass Google auf seinem Campus in Mountain View 50 Basis-Stationen mit einer Reichweite von 100-200 Metern und 500-1.000 Metern errichten möchte. Bei einem Radius von etwa drei Kilometern kann man also von einem sehr dichten Netzwerk ausgehen, das für hohe Datenübertragungen geeignet sein könnte.

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Auch wenn nicht ganz klar ist, ob es sich um LTE-Geschwindigkeit handelt, findet das Experiment auf zwei interessanten kleinen Frequenzblöcken im 2.5 GHz-Band statt. Das gehört zufälligerweise Clearwire, einem mobilen Breitbandanbieter, den Dish gerne übernehmen möchte.

Wer will was von Clearwire?

Fügen sich die Puzzleteile also zusammen? Vielleicht. Aber um es noch ein wenig komplizierter zu machen: Google verkaufte letztes Jahr seine Anteile an Clearwire. Da soll mal einer schlau draus werden.

Doch es geht noch merkwürdiger: Das Experiment soll mit etwa 200 User-Geräten durchgeführt werden – doch heutige iPhones und Android-Smartphones sind mit dem zu testenden Frequenzband nicht kompatibel. Das muss aber nicht heißen, dass solche Geräte nicht kommen, denn für dicht besiedelte Gegenden ist das Frequenzband ideal. Und in China, Brasilien und Japan werden bereits Netzwerke für dieses Frequenzband aufgebaut.

Das Gerät für das Frequenzband von morgen?

Um ehrlich zu sein, ganz schlau werde ich aus diesem ganzen Wirrwarr nicht. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Risiken für Google, ein Netzwerk von Fiber bis LTE aufzubauen, größer sind als die Chancen – was nicht heißt, dass es nicht doch funktionieren kann. Denn noch ein weiteres Gerücht schwirrt herum: Google will im Juli sein Google X Phone auf den Markt bringen. Produziert werden soll das von Motorola, deren Mobilsparte Google letztes Jahr erworben hat.

Wenn man alle Zutaten zusammenzählt, bringt das die Gerüchteküche also ganz schön zum Brodeln. Doch 50 Basis-Stationen für einen Radius von drei Kilometern? Das wird ganz schön teuer, wenn man die USA abdecken möchte, mal ganz abgesehen von China und Brasilien. Auf der anderen Seite sind das zu viele Puzzleteile, die das große Ganze erahnen lassen, als dass es nur ein Bluff oder eines von Googles zahlreichen Experimenten ist, die im Sande verlaufen.

Wie gesagt, ich bin bislang noch unentschieden, was ich davon halten soll, aber vielleicht helfen uns die im Google X Phone verbauten Mobilfunkchips weiter, den Hintergrund der Experimente und Kooperationen zu verstehen.

Bild: Flickr / Robert Scoble

 

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.