Nokia will Musik-Fans mit Nokia Music+ locken

Robert Vossen

Nachdem Nokia letzte Woche gute Quartalszahlen vorgelegt hat, kündigen die Finnen nun ihren Streaming-Dienst Nokia Music+ an, der preislich eigentlich nicht zu schlagen ist. Trotzdem ist fraglich, ob die Strategie aufgeht.

Schon länger versucht Nokia, Musikfreunde von der Lumia-Serie zu überzeugen. Bereits letzten September wurde der für Lumia-Nutzer kostenlose und werbefreie Streaming-Dienst Nokia Music gelauncht, der im Prinzip einem Pandora-Webradio ähnelt. Dabei kann man zahlreiche Music-Kanäle von Hip Hop bis Jazz hören, wobei man die dann abgespielten Songs nur begrenzt skippen kann.

Nokia Music+: Kampfansage an Spotify & Co.

Damit soll jetzt Schluss sein: Für 3,99 Euro pro Monat können sich Lumia-Nutzer für den Premium-Dienst anmelden, mit dem das Webradio zu einem Streaming-Dienst á la Spotify wird. In der Monatsgebühr ist neben dem unbegrenzten Streaming auch ein Web-Player enthalten, über den man die Musik auf jedem Gerät abspielen kann, dass über einen Browser verfügt. Auch lassen sich die Songs unbegrenzt downloaden. Wer das Angebot nicht nutzen möchte, kann jedoch weiterhin die Playlists über Nokia Music hören.

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Der Premium-Dienst ist eine ganz schöne Kampfansage an Spotify & Co. die sich auf den inzwischen anerkannten Preis von 9,99 Euro im Monat eingependelt haben. Doch wenn Spotify damit schon tiefrote Zahlen schreibt, möchte ich nicht wissen, wie stark Nokia den Dienst subventionieren muss um ein solches Schnäppchen anbieten zu können. Und bei Quersubventionierungen stellt sich immer die Frage, wie das Geld wieder reinkommen soll und wie lange man das durchhält.

Wird der Dienst den Absatz von Lumia-Geräten fördern?

Die Antwort auf die erste Frage ist relativ klar: Durch den Dienst sollen mehr Nutzer dazu bewegt werden, auf die Lumia-Geräte umzusteigen. Der Fokus auf Musik als Mehrwert für ein Smartphone ist absolut richtig, wie der Erfolg der Streaming-Dienste zeigt. Doch die Absatzzahlen von Nokia sind trotz dem Basic-Dienst Nokia Music kontinuierlich gesunken, was sicherlich auch an der spärlichen Produktpalette der Lumias hängt.

Wie bereits manche von euch geschrieben haben, würden sich viele über mehr Designs freuen – von abgerundeten Ecken bis hin zu etwas weniger farbfrohen Modellen. Die Strategie wäre sicherlich nicht verkehrt, auch wenn die Gefahr besteht, dass man wieder zahlreiche Produktserien mit kryptischen Namen und Bezeichnungen launcht, die eher zur Verwirrung des Kunden beitragen.

Subventioniert Microsoft den Dienst?

Die zweite Frage – wie lange hält man so etwas durch – ist etwas schwieriger zu beantworten. Da es sich nicht um eine Promo-Aktion handelt, ist man wohl gewillt, den Dienst so lange wie möglich laufen zu lassen. Das hört sich für mich fast ein wenig nach Verzweiflung an. Unklar ist auch, ob Microsoft sich finanziell an Nokia Music+ beteiligt.

Auf der einen Seite wird Microsoft an keiner Stelle erwähnt, weshalb man sich in Redmond fragen könnte, warum man dann dafür bezahlen soll. Auf der anderen Seite sind die Lumia-Modelle das stärkste Zugpferd des noch schwächelnden Windows Phone 8-Betriebssystems. Wenn mit solch einem Dienst letztendlich die Nutzerzahlen von Windows Phone 8 gesteigert werden, könnte Nokia dafür schon einen kleinen finanziellen Zuschuss verlangen. Und solch ein Zuschuss wäre enorm wichtig, schließlich hat Microsoft im Gegensatz zu Nokia ziemlich tiefe Taschen.

Doch neben Nokia und Microsoft werden auch Spotify & Co. den Dienst mit Argusaugen beobachten. Denn sollte das Modell Erfolg haben, ist die Frage, wie man darauf reagiert. Eine Preissenkung ist nahezu ausgeschlossen – noch rotere Zahlen kann man sich kaum leisten. Kopieren lässt sich das Modell auch kaum, denn die meisten Betriebssystemhersteller und Handyhersteller sind auf so einen Dienst nicht angewiesen. Ausnahmen wären eventuell BlackBerry und HTC, deren Absatz schwächelt.

Es wird äußerst interessant zu sein, wie der Dienst angenommen wird. Losgehen soll es in ein paar Wochen. Dann ist auch klar, ob deutsche Nutzer das Angebot in Anspruch nehmen können.

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Bild: Nokia

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.