YouTube will kostenpflichtige Channels einführen

Robert Vossen

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Die Entscheidung könnte folgenschwer sein: YouTube verhandelt mit ein paar ausgesuchten Kanalbetreibern, ob deren Kanäle kostenpflichtig angeboten werden sollen. Der Schritt könnte YouTube zum potentiell größten Pay-TV-Sender machen und die Fernsehlandschaft deutlich verändern.

25 Sender für jeweils 1-5 Dollar

Noch ist Vieles in der Schwebe, aber die Kanäle könnten zwischen einem und fünf Dollar pro Monat kosten. Es wird angenommen, dass YouTube vor allem erfolgreiche Kanäle von Medienunternehmen im Visier hat, beispielsweise Machinima oder Fullscreen. Doch auch außerhalb der YouTube-Landschaft wird nach Partnern Ausschau gehalten. Zu Beginn geht man von 25 Kanälen und einer Umsatzbeteiligung von 45-55 Prozent aus.

Ebenso wird überlegt, neben episodischen Videos auch Live-Streams oder Mediatheken-Videos kostenpflichtig zu machen. Auch wenn noch Einiges unklar ist, könnte der Premium-Dienst bereits im Frühjahr starten. Ob und wann der Service nach Deutschland kommt, ist jedoch noch völlig ungewiss.

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YouTube als Plattform für Nischensender

Der Schritt könnte die Film- und Fernsehindustrie gehörig umwälzen, denn für Filmemacher und Nischen-TV-Sender könnte YouTube somit ein äußerst attraktiver Distributionskanal werden. Bereits letztes Jahr liebäugelte YouTube-CEO Salar Kamangar mit der Option, Nischensendern eine Plattform für ein Abo-Modell zu bieten. Das wäre eine klassische Win-Win-Situation: Der Fernsehsender bekommt zusätzliche Reichweite, die direkt monetarisiert wird, YouTube hingegen verdient daran mit, ohne ins Risiko zu gehen.

Das könnte auch der tiefere Beweggrund für YouTube sein: Während man letztes Jahr 100 Millionen Dollar in die Produktion zahlreicher YouTube-Channels investierte, sind im zweiten Jahr des Experiments nur noch 30-40 Prozent der Kanäle dabei. Es scheint also, dass das Experiment „Premium-Content auf YouTube“ grundsätzlich gelungen ist, die Finanzierung und das Geschäftsmodell aber noch etwas angepasst werden müssen.

YouTube als Plattform für Sport-Live-Streams

Auch für den User hat der Schritt Vorteile, schließlich kann er mit mehr Auswahl rechnen, insbesondere wenn mehr und mehr Partner hinzukommen. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Neben Nischensendern und Filmemachern, die YouTube für die Distribution nutzen, könnte das Angebot zum Beispiel auch für Randsportarten oder Konferenzen sinnvoll sein, die ihre Veranstaltungen fortan relativ günstig streamen könnten.

Auch für Mainstream-Sportarten könnte das sinnvoll sein: So hat das IOC beispielsweise schon die Olympischen Spiele 2012 über YouTube in 64 Ländern in Asien und Afrika gestreamt, wo die digitalen TV-Rechte nicht vergeben worden sind. Die Kooperation könnte Schule machen, denn einzelne heimische Sport-Ereignisse im Ausland zu verfolgen ist auf legale Weise bislang kaum möglich. Ich würde jedenfalls gerne mal das ein oder andere Bundesligaspiel oder die Handball-WM in den USA sehen können, ohne gleich einen Sport-Sender abonnieren zu müssen. Auch auf Reisen wäre es somit möglich, die Spiele des Lieblingsvereins anzuschauen.

Rechenspiele bei RTL

Denkbar ist natürlich auch, dass ProSieben, RTL & Co. auf YouTube als weiteren Distributionskanal setzen. Dabei ist es jedoch wahrscheinlicher, dass verpasste Sendungen gegen Gebühr angeboten werden, als dass das Live-Programm gestreamt wird, denn Rundfunkkosten fallen unabhängig von den Nutzern an und sind daher bei der Massendistribution preislich nicht zu schlagen. Doch in Köln und Unterföhring wird man sicherlich den Taschenrechner zücken und kalkulieren, was sich für welchen Preis lohnen würde.

Neben der Tatsache, dass Youtube es mit dem Schritt zu einem attraktiven Anbieter von Premium-Content schaffen könnte, ließe sich damit auch Googles Bezahlsystem Google Wallet weiter etablieren. Mir gefällt der Vorstoß jedenfalls sehr, schließlich lässt er Raum für zahlreiche Gedankenspiele von Google TV über Bundling-Optionen bis hin zu einer Video-Flatrate. Das wird jedenfalls noch ziemlich spannend…

 Bild: Flickr / Rego Korosi (CC BY-SA 2.0)

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.