YouTube: Partner-Channels erhalten zweite Finanzierungsrunde

Robert Vossen

Nachdem YouTube im Dezember letzten Jahres 100 Millionen Dollar in Partner-Kanäle investiert hat, finanziert die Google-Tochter nun ausgewählte Content-Partner für ein weiteres Jahr. Damals mit von der Partie waren unter anderem Stars wie Madonna und der ehemalige Skater Tony Hawk, sowie Inhalte von anerkannten Produktionsfirmen wie Warner Bros. und Fremantle Media. Aber auch eher unbekannte Namen bekamen eine Chance.

Nun wird das Programm also um ein Jahr verlängert, wobei die Größenordnung des Investments dieses Mal ungenannt bleibt. Klar ist hingegen, dass nicht alle Partner in den Genuss der Finanzierung kommen: Statt der mehr als hundert Partner vom letzten Jahr werden jetzt nur noch 30-40 Prozent der Kanäle finanziert.

Return on Investment bestimmt Finanzierungshöhe

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Der amerikanische Branchendienst „AdAge“ vermutet dabei, dass die Investments pro Channel ungefähr gleich bleiben. Das wären dann zwischen einer und fünf Millionen Dollar für ein Jahr weiteren exklusiven Content. An Werbeumsätzen werden die Partner erst beteiligt, wenn das Investment wieder eingespielt wurde, was bislang wohl aber noch kein Partner geschafft hat. Die Auserkorenen wissen angeblich noch nichts von ihrem Glück und sollen erst in den nächsten Wochen benachrichtigt werden.

Dabei orientiert sich Google verständlicherweise an nackten Zahlen: Honoriert werden die Partner mit dem besten Return on Investment, also diejenigen, die das beste Verhältnis aus Videoabrufen und Produktionskosten aufweisen können. Dabei wird deutlich, dass der Name eines Stars noch lange keine Garantie für viele Zuschauer ist. Stattdessen haben die erfolgreichsten Channels gemein, dass sie die Bindung zu den Zuschauern genauso wichtig genommen haben, wie die Produktion der Inhalte.

YouTube auf dem Weg zum TV-Network

Eine weitere Erkenntnis ist, dass YouTube sich immer mehr zum TV-Network mausert. Denn auch dort ist es üblich, dass nach Quote, sprich Werbeeinahmen, entschieden wird, welche Show gecancelt wird und welche nicht. Insofern ist der Schritt von Google nachvollziehbar.

Doch auch in einer anderen Hinsicht wird YouTube immer mehr zum TV-Sender: Mit der amerikanischen Autoversicherung GEICO wurde der erste Upfront-Deal geschlossen, das heißt der Werbekunde garantiert Werbebuchungen für künftige Videos des Channels „WIGS“. Ähnliches ist im TV-Geschäft Standard: Bei den großen TV-Messen im Frühjahr und Herbst in Cannes werden regelmäßig die Werbe-Spendings für das kommende Halbjahr festgezurrt, was zu Planungssicherheit auf beiden Seiten führt.

Von daher kann das Finanzierungsprogramm von YouTube als voller Erfolg gewertet werden, auch wenn die Zahlen einen anderen Rückschluss vermitteln mögen. Denn YouTube wollte damit die professionellen Inhalte auf der Plattform ankurbeln, Zuschauerwachstum generieren und die Beziehungen mit den Werbekunden verbessern.

Auch wenn YouTube noch nicht mit Hulu und Netflix mithalten kann, sind mehr und mehr professionelle Inhalte verfügbar. Die durchschnittliche Sehdauer pro Nutzer ist um 60 Prozent gestiegen und pro Monat werden vier Milliarden Stunden Videos geschaut im Vergleich zu drei Milliarden pro Monat im Vorjahr. Und am Wichtigsten: Laut Allen Debevoise, CEO des YouTube-Produzenten Machinima, wird die Videoplattform von Vielen aus der Entertainment- und Werbeindustrie in einem anderen Licht gesehen als noch vor einem Jahr. Das scheint doch in die richtige Richtung zu gehen.

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Bild: Rego Korosi / Flickr

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.