Twitter und American Express starten Einkaufen per Hashtag

Adrian Bolz

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Twitter und American Express wollen künftig gemeinsame Sache machen und zunehmend Waren über die Mikroblogging-Plattform vertreiben – zunächst allerdings nur in den USA. Dabei sollen Twitter-Nutzer, die ihre American-Express-Karte mit ihrem Twitter-Konto verknüpft haben, bei ausgewählten Anbietern Einkäufe über die Plattform abwickeln können. Postet ein User auf Twitter zum Beispiel den Hashtag #BuyAmexGiftCard25, erhält er im Anschluss einen Bestätigungs-Hashtag von @AmexSync, den er binnen 15 Minuten bestätigen muss, damit der Kauf abgeschlossen werden kann.

Eine Geschenkkarte im Wert von 25 Dollar erhalten die User als Lockangebot derzeit um 10 Dollar reduziert. Neben der Geschenkkarte können auch Amazons Kindle Fire HD und die Xbox 360 über Twitter erstanden werden. Ein Katalog mit Artikeln, die über das Programm zusätzlich gekauft werden können, wird am Mittwoch auf der @AmericanExpress-Twitter-Seite veröffentlicht. Die notwendige Synchronisation der Amex-Karte erfolgt unter sync.americanexpress.com/twitter.

Mehr Werbung als Geschäft

Für Twitter scheint die Aktion derzeit noch mehr Werbung denn Geschäft zu sein. Über die Modalitäten der Kooperation geben beide Firmen indes keine Auskunft. Hauptanliegen der Plattform ist nach eigenem Bekunden die Vermarkter auf Twitter und seine Möglichkeiten aufmerksam zu machen. Diese hätten die Plattform in der Vergangenheit zunehmend verschmäht, da die Erfolge von Marketing- bzw. Werkekampagnen dort nur unzureichend messbar waren.

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Das neue Verfahren schafft hier Abhilfe, indem die verkauften Einheiten bequem beziffert werden können und dergestalt Nachweis über den Verkaufs-Erfolg abliefern. „Wir hoffen, dass der Handel auf Twitter ein weiterer Bereich für Werbetreibende ist, unsere Plattform zu nutzen“, verkündet Joel Lunenfeld, Vize-Präsident der Global Brand Strategy bei Twitter, jüngst in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“.

Stolperstein Sicherheit

American Express plant laut „WSJ“ hingegen schon den Ausbau ähnlicher Aktivitäten mit Firmen wie Facebook, Foursquare und Microsoft. „Wir erwarten ein reges Interesse an dem Programm“, so Leslie Berland, Senior Vize Präsident für Digitale Kooperationen und Entwicklung bei American Express, hinsichtlich der Akzeptanz seitens der Händler. Das Twitter-Programm soll in den nächsten Tagen allen Inhabern einer American-Express-Karte zugänglich gemacht werden.

Ob Twitter sich als Vertriebsweg für Waren wird etablieren können, darf meiner Ansicht nach getrost bezweifelt werden. Zu umständlich das Verfahren, zu mager das Produktangebot. Für vereinzelte Aktionen mag der Dienst hingegen taugen und als Werbemaßnahme durchaus funktionieren, vorausgesetzt entsprechender Rabatte, um die Kunden anzulocken. Der Umstand, zusätzlich seine Kreditkarte mit seinem Twitteraccount synchronisieren zu müssen, dürfte die User zusätzlich abschrecken, schließlich wurden Twitteraccounts in der Vergangenheit immer wieder Opfer von Hackerattacken.

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Bild: American Express

 

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Adrian Bolz lebt und arbeitet als Online-Redakteur in Köln. Liebt neben den Weiten des Webs auch die Kultur – im weitesten Sinne. Adrian hat von 2012 bis 2013 für BASIC thinking geschrieben.