US-Kunden unzufrieden mit iPhone 5 – oder wie man aus Zahlen eine Story strickt

Robert Vossen

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Eine neue Studie belegt es: iPhone 5-User sind unzufrieden mit ihrem Gerät. Jedenfalls unzufriedener als Nutzer von Android-Smartphones. Die Studie kann nicht falsch liegen – knapp 93.000 User haben in den USA abgestimmt, in England waren es rund 52.000. Doch die Zahlen verdienen es, unter die Lupe genommen zu werden.

Motorola Atrix HD liegt auf Platz eins

Kümmern wir uns zunächst um die Skalierung: Die User sollten ihre Zufriedenheit auf einer Skala von 1-10 abgeben (1 = unzufrieden, 10 = sehr zufrieden). Im Durchschnitt kommt Apple auf skandalöse 8,23 Punkte, was man fast zufrieden nennen könnte. Aber das wäre ja keine Story wert. Motorola hingegen triumphiert förmlich mit dem Atrix HD und Droid Razr M auf den ersten beiden Plätzen mit jeweils 8,57 und 8,50 Punkten.

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In der Grafik oben macht der Unterschied ganz schön was her, doch skaliert man das Diagramm von 1-10, so wie es eigentlich sinnvoll wäre, sieht man kaum noch einen Unterschied. Auch mathematisch lässt sich der Unterschied berechnen: Die Note für das Atrix HD liegt 4 Prozent über der des iPhone 5. Zwar machen die Urheber der Studie dazu keine Angaben, aber das ist fast noch innerhalb der statistischen Fehlermarge.

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Datenerhebung der Studie teils unklar

Die wird auch nicht notwendigerweise kleiner, nur weil knapp 100.000 Leute an einer Umfrage teilgenommen haben. Zwar liegen keine detaillierten Zahlen für das iPhone 5 vor, doch Apple hat im abgelaufenen Quartal knapp 48 Millionen iPhones verkauft. Wenn auch nur die Hälfte davon die Versionsnummer 5 tragen, wird deutlich, dass die Stichprobe angesichts der geringen Differenzen nur bedingt aussagekräftig ist, zumal ja nicht klar ist, wie viele der Befragten auch tatsächlich ein iPhone 5 haben.

Hinzu kommt, dass die Studie über eine Befragung auf einer mobilen Webseite durchgeführt wurde, um eine Geräteerkennung zu ermöglichen. Abgesehen davon, dass keine demographischen Merkmale erhoben (oder zumindest mitgeteilt) wurden, ist unklar, ob (und wenn ja, wie) Mehrfachteilnahmen ausgeschlossen wurden.

Platz zwei für das iPhone 5 in UK

Immerhin in England kann sich Apple über einen zweiten Platz des iPhone 5 hinter dem HTC One X freuen – auch, wenn es trotzdem etwas schlechter bewertet wird. Erklärung von OnDevice Research: Im Vereinigten Königreich gibt es mit EE bislang nur einen LTE-Netzanbieter und somit weniger Wettbewerb für das iPhone 5.

Ich muss allerdings zugeben, dass sich mir der kausale Zusammenhang nicht ganz erschließt, denn der Begründung zufolge müssten iPhone 5-Kunden bei anderen Anbietern ihr Gerät ja auch tendenziell schlechter bewerten, womit die Begründung wieder obsolet wäre. Hinzu kommt, dass EE natürlich auch andere LTE-Phones anbietet, vom HTC One XL bis hin zum Samsung Galaxy S3.

Bevor mir nun der Zorn der Apple-Hater entgegenschlägt: Ja, die Studie platziert das iPhone 5 in den USA nun mal auch an Platz 5. Doch aufgrund dessen zu urteilen, dass die User unzufrieden damit sind, ist statistisch ziemlich sinnfrei.

Verwirrend: Apple führt die geräteübergreifende Zufriedenheitsliste an

Das wird auch dadurch deutlich, dass in der geräteübergreifenden Zufriedenheitsliste Apple mit 7,72 Punkten vorne liegt – vor Google (vermutlich ist die Nexus-Reihe gemeint) mit 7,68 Punkten. Also nahezu gleichauf. Samsung hingegen rangiert auf Platz 12 mit 6,15 Punkten. Wie ist das denn möglich? Samsung, die ein starkes letztes Quartal hingelegt haben und vor allem mit ihrer Galaxy-Reihe Absatzrekorde einfahren?

Ich habe zwar keine Erklärung für die Rangliste, doch auch hier würde ich empfehlen, das Ergebnis nicht für bare Münze zu nehmen.

Bild: OnDevice Research, eigene Darstellung

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.