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Großes Redesign: Facebook stellt den Newsfeed um

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Anfang der Woche hat Facebook eine Einladung an die Presse geschickt, heute war es soweit: Facebook hat ein neues Design für den Newsfeed vorgestellt.

Drei große Themen bestimmen das Redesign: Mehr Platz für Fotos und sogenannte „Rich Stories“, mehr Auswahl beim Newsfeed und ein einheitliches Design auf allen Geräten.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Laut Mark Zuckerberg besteht ein durchschnittlicher Newsfeed im Schnitt inzwischen zur Hälfte aus Fotos. Da viele Bilder auch in guter Qualität geschossen werden, soll die künftig auch direkt sichtbar werden: Fotos werden deutlich größer dargestellt. Auch die Foto-Alben werden redesigned. Hinzu kommt, dass Bilder von Drittanbieter-Apps wie zum Beispiel Pinterest und Instagram deutlich prominenter angezeigt werden sollen.

Link-Informationen bekommen mehr Platz

Doch nicht nur Fotos sollen größer dargestellt werden, nahezu alles was über einen stinknormalen Post hinausgeht, bekommt mehr Platz: Links zu Artikel erhalten größere Vorschaubilder, eine größere Headline, ein größeres Publisher-Logo und einen längeren Vorschautext – ich freue mich schon auf die Diskussion, ob das jetzt in Deutschland unter das Leistungsschutzrecht fällt.

Ebenfalls prominenter dargestellt werden Orte und Dinge, die geliked oder besucht werden – man sieht im Newsfeed fortan das Cover-Foto oder eine Karte der hippen Bar, in der sich meine Freunde gerade amüsieren.

Besonders gefällt mir die Idee, dass Inhalte, die von mehreren Freunden geteilt werden und demnach interessant sein müssen, prominent und – wenn ich das richtig verstanden habe – auch länger angezeigt werden. Wenn es sich um ein Video handelt, kann ich es sogar direkt im Stream abspielen. Die Profilfotos der Freunde, die den Inhalt geteilt haben, wandern an die linke Seite des Videos, per Mouseover erfahre ich, was der jeweilige Freund dazu zu sagen hat.

Potential hat auch die Funktion, dass mir Facebook Artikel zu Dingen und Themen vorschlägt, die ich in der Vergangenheit geliked habe und die auf Facebook generell geteilt wurden.

Mehr Auswahl beim Newsfeed

Der zweite Fokus liegt darauf, dass ich zwischen bestimmten Feeds auswählen kann: Im „All Friends“-Feed, sehe ich alle Posts meiner Freunde, beim Music- oder Foto-Feed bekomme ich die entsprechend relevanten Inhalte aller meiner Freunde angezeigt. Auch gibt es einen „Close Friends“-, einen „Games“- und einen „Follower“-Feed, bei dem mir alle Posts der Seiten angezeigt werden, die ich geliked habe.

Die Idee dahinter ist nicht verkehrt – geht mir aber nicht weit genug. Für mich sieht es gerade nicht so aus, als ob ich mir einen Feed auch selbst zusammenstellen kann, sprich Fotos von Freund X, Musik von Freund Y. Oder viel eher bestimmte Feedtypen für manche Freunde ausstellen kann – ich muss wirklich nicht alle Fotos von Freund Z sehen, möchte ihn aber trotzdem nicht gleich blocken.

Wenn die einzelnen Feeds tatsächlich eine Entweder-oder-Auswahl sind, sollte Facebook da lieber noch einmal nacharbeiten.

Plattformübergreifend einheitliches Design

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Der dritte Fokus liegt darauf, die „Facebook-Experience“ einheitlich zu gestalten – vom Feed über die Navigation bis hin zu Buttons und Bedienelementen soll Facebook vom Desktop über das Tablet bis hin zum Smartphone einheitlich sein. Die Idee ist lobenswert, doch wenn ich mir anschaue, wie viel Werbung ich in meinem mobilen Newsfeed sehe, hoffe ich, dass eher der Online-Feed auf das Handy übertragen wird und nicht umgekehrt.

Der neue Newsfeed soll ab heute ersten Usern zugänglich sein, aber erst langsam global umgestellt werden. Zunächst wolle man das Feedback der ersten User abwarten und gegebenenfalls noch hier und da nachbessern. Wie gesagt, gerade bei der Auswahl der Feeds sehe ich noch Verbesserungsbedarf.

Insgesamt sind einige gute Ideen bei dem Redesign dabei. Unklar ist allerdings, wie sich die Änderungen auf die Werbeeinnahmen auswirken – Zuckerberg & Co. verloren während der Präsentation kein einziges Wort dazu.

Bild: Screenshot / Facebook


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

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