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Augenrolle statt Fingerwisch: uMoove plant die Eye-Tracking-Revolution für iOS und Android

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geschrieben von Adrian Bolz

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In unzähligen Beiträgen wurde jüngst über eine mögliche Eye-Tracking-Funktion im kommenden Samsung-Flaggschiff Galaxy S4 berichtet. Demnach soll eine Software mittels Frontkamera die Augenbewegungen des Anwenders überwachen und, wenn sein Blick beispielsweise das Ende einer Ansichtsseite erreicht hat, automatisch in die gewünschte Richtung weiter scrollen. Die entsprechenden Patente hat Samsung sowohl in Europa als auch in den USA bereits angemeldet.

Aber nicht nur der südkoreanische Weltmarktführer werkelt an der Tracking-Methode. Das israelische Start-Up uMoove hat sich zum Ziel gesetzt, die Technik in Kürze für Jedermann zugänglich zu machen.  Das Unternehmen hat am Dienstag bekanntgegeben, Entwicklern in wenigen Monaten ein Tool zur Verfügung zu stellen, mit dem die Technik für mobile Anwendungen adaptiert werden könne.

Die uMoove-Lösung soll dabei für die Betriebssysteme iOS und Android optimiert sein. Moti Krispil, uMoove-Gründer und Chief Executive, betont gegenüber der „New York Times“ überdies die Bedeutung einer weitreichenden Streuung der Technik. Würde diese nur einem Device vorbehalten bleiben, wie etwa dem Samsung S4, würde ihr Potential auf Dauer wohl unterdrückt, so Krispil.

Zeichnen per Augendreher

Auch die uMoove-Technologie nutzt die Frontkamera von Smartphone und Tablet um die Augen- und Kopfbewegungen der Anwender einzufangen und schließlich als Befehl in die jeweilige Software einzuspeisen. Die Technik ist vielfältig und bietet Gestensteuerung im wahrsten Sinne des Wortes. Kopfbewegungen werden so beispielsweise zum Scrollen innerhalb eine Ansicht auf dem Bildschirm genutzt, wohingegen Augenbewegungen für weitaus präzisere Arbeiten verwendet werden können. Sogar das Zeichnen von Grafiken soll so möglich sein.

Laut Krispil hat uMoove mit seiner Eye-Tracking-Lösung bereits einige Monaten mit großen Konzernen zusammengearbeitet, eine Verschwiegenheitsklausel verbiete ihm aber Namen zu nennen. So konnte Krispil dann auch weder bestätigen noch verneinen, ob seine Technik im Galaxy S4 zum Einsatz kommt, das am Donnerstag in New York vorgestellt wird. Unwahrscheinlich erscheint es aber nicht.

Ein löbliches Unterfangen

Die Idee, eine Eye-Tracking-Lösung zu entwickeln, entstammt übrigens dem Umfeld eines der Gründer von uMoove. Ein Bekannter litt demnach an einer Amyotrophen Lateralsklerose, eine neuronale Krankheit, die mitunter einen Ausfall der Muskulatur zur Folge hat.

Um auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen eine Interaktion und damit Nutzung von Smartphone und Co. zu ermöglichen, wurde das Projekt schließlich initiiert. Gründungsmythos hin oder her: ein löbliches Unterfangen. Interessenten können sich auf der Website von uMoove bereits für das Toolkit vormerken lassen.

Bild: Nazariy Kryvosheyev / pixelio.de


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Über den Autor

Adrian Bolz

Adrian Bolz lebt und arbeitet als Online-Redakteur in Köln. Liebt neben den Weiten des Webs auch die Kultur – im weitesten Sinne. Adrian hat von 2012 bis 2013 für BASIC thinking geschrieben.

2 Kommentare

  • Tolles System, ist aber nichts Neues.

    Neulich habe ich im Starbucks eine Familie mit einem jungen Mädchen im Rollstuhl kennengelernt. Das Mädchen war komplett gelähmt. Sie hatte einen PC mit Eyetracking Software am Rollstuhl installiert. Sie steuerte alles komplett mit Ihren Augen. Wahnsinn. Sie öffnete Word und Facebook und konnte schneller Schreiben als ich mit meinen Fingern.

    Bin gebannt wann dies auch auf den Smartphones möglich ist und wie es funktionieren wird.

  • Tolles Bild einer Iris!

    Da wird man aber einige Kopf- und Augenbewegungen erlernen müssen. Sieht bestimmt lustig aus, wenn die Menschen plötzlich nickend und kopfschüttelnd irgenwo herumsitzen. 😀

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