Nach dem Aus des Google Readers wird der RSS-Markt neu aufgeteilt

Robert Vossen

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Der Aufschrei war vergleichsweise groß, als Google gestern angekündigt hat, den offenbar doch beliebten Google Reader einzustellen. Doch zwischen Trauer und einem letzten Fünkchen Hoffnung gesellen sich gleich mehrere Dienste, die in die Fußstapfen des Readers treten wollen.

Was machen ab dem 1. Juli?

Auch wenn es natürlich mühselig werden kann, einen neuen RSS-Reader mit all seinen Feeds neu aufzusetzen, so werden die User vermutlich zwischen ein paar attraktiven Alternativen wählen können, wenn beim Google Reader zum 1. Juli der Stecker gezogen wird.

Zum einen wäre da natürlich Google+, was der Suchmaschinenkonzern als Alternative zum RSS-Reader positionieren will. Für Google ist die Entscheidung, den Reader einzustellen also keine finanzielle, sondern eine strategische. Ob sie aufgeht, weiß ich nicht, zumal die bisherigen Versuche, die Share-Funktionen vom Google Reader auf Google+ zu übertragen, bislang nicht sonderlich Anklang bei den Usern gefunden haben.

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Dennoch, der Erfolg einer Petition, den Reader doch nicht einzustellen, verliert damit an Wahrscheinlichkeit, da Google sich eine strategische Entscheidung sicherlich reiflich überlegt hat und, wie der frühere Reader-Produktmanager Brian Shih schreibt, schon länger den Dienst einstellen wollte, um die User zu Google+ zu bringen.

Feedly und Digg kündigen neue Funktionen an

Ein weiterer Vertreter, der die Fans des Google Readers für sich begeistern möchte, ist das Browser-Plugin Feedly, dessen Entwicklungsteam sofort nach der Google-Nachricht angekündigt hat, die Google-API nachzubauen, sodass ein Umstieg nahtlos erfolgen kann. Man habe schon länger mit einem Abschalten des Readers gerechnet und daher bereits an dem Projekt gearbeitet.

Ähnliches lässt Digg verlautbaren, die die besten Funktionen des Google Readers imitieren wollen und sich noch ein paar kleine Besonderheiten für die User einfallen lassen wollen. Auch will man Usern zuhören, welche Funktionen des Google Readers am beliebtesten waren, sodass sie es auch in das Reader-Imitat schaffen. Auch die Google API will Digg nachbauen, sodass hier ebenfalls ein nahtloser Umstieg erfolgen kann.

Eigentlich wollte man einen Reader sowieso in der zweiten Jahreshälfte 2013 auf den Markt bringen, doch durch die Ankündigung von Google sei das Projekt schnurstracks zur Top-Priorität geworden. Ob und mit welchem Funktionsumfang der Digg Reader nun bis zum 1. Juli an den Start gehen kann, ist jedoch unklar, zumal sich inzwischen auch weitere Wettbewerber positionieren.

Newsblur und Flipboard reagieren schnell

Neben Feedly und Digg haben nämlich auch Newsblur und Flipboard schnell reagiert. Während Newsblur mit kurzfristig stärkerem Andrang rechnet und dafür weitere Serverkapazitäten bereitstellt, lässt Flipboard die User wissen, dass man schon jetzt einfach die RSS-Feeds vom Google Reader übertragen kann. Einziger Nachteil bei Flipboard ist, dass es nur auf iOS- und Android-Geräten funktioniert, eine Web-Version fehlt hingegen noch.

Eine übersichtliche Alternative an Diensten und deren Plattformkompatibilität haben die Kollegen von „The Next Web“ zusammengetragen, auch Whitson Gordon von Lifehacker hat sich die seiner Meinung nach besten Alternativen angeschaut.

Netvibes unterstützt Social Media-Monitoring

Ich persönlich benutze übrigens Netvibes, das bei mir zwar manchmal etwas hängt, aber grundsätzlich eine sehr übersichtliche Oberfläche bietet. Die Share-Funktion ist zwar auf Facebook, Twitter und E-Mail beschränkt, aber zum reinen Lesen ist der Dienst sehr bequem. Hinzu kommt gerade für Marketing-Menschen, dass der Dienst sich auch noch gut zum Social Media-Monitoring eignet.

Es gibt also definitiv ein Leben nach dem Google Reader – bei vielen Diensten auch mit einem nahtlosen Übergang.

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Bild: Flickr / TEIA MG (CC BY 2.0)

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.