Die wollen nur spielen: EA stellt drei Social Games ein

Thorsten Nötges

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Der zweite Schlag für virtuelle Tierbesitzer: Nach dem Tamagotchi geht es jetzt der nächsten Generation virtueller Haustieren an den Kragen. Auch Sim-City wird plattgemacht, die Sims müssen ausziehen, denn Electronic Arts stellt zum 14. Juni 2013 drei seiner Social Games ein: Pet Society, The Sims Social und Sim City Social. Schon zum 14. Mai werden die Social-Erweiterungen zu Madden NFL SuperStars und NHL Superstars eingestellt.

Die einen wollten spielen…

Mit dem Kauf von Playfish 2009 und PopCap 2011 wollte der Branchenriese aus Redwood Shores auch den Markt der Casual und Social Games besetzen. Denn Spiele wie Farmville und Peggle kannte jeder und wollte jeder – vom Kind bis zum Großvater. Der neue Markt versprach eine enorme Zielgruppenreichweite, riesige Zahlen potentieller Spieler und damit neue Einnahmequellen. EA konnte mit Namen wie The Sims und SimCity punkten, auch bei Gelegenheitsspielern. Das Unternehmen profitierte so von seinen bekannten Marken. Pet Stories startete erfolgreich 2008: Denn auch Gamer sind Tierfreunde und Tierfreunde wurden zu Gamern. Vier Pfoten sind auch virtuell fast eine Erfolgsgarantie.

Lange Zeit lief es rund für EA: The Sims Social hatte beim Start 2011 mehr als 65 Millionen Spieler im Monat, SimCity Social etwa 10 Millionen. Aber in der letzten Zeit ist es doch ruhig geworden auf den sozialen Spielplätzen. Bei The Sims Social spielten zuletzt noch etwa 5 Millionen, SimCity Social kam zuletzt auf etwa 1 Million Spieler. Ein Rieseneinbruch ohne Perspektive auf Änderung – und Einnahmen: Der Gedanke beim Free to Play ist ja, dass Menschen kostenlos spielen und durch Mikrotransaktionen innerhalb des Games dann doch dafür bezahlen – für das neue Sofa, die neuen Sim-Klamotten oder bessere Skills. Doch das hat nicht so funktioniert, wie EA sich das vorgestellt hat. Die wollten doch tatsächlich alle nur spielen. Einfach so.

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…und die anderen verdienen

Und deshalb stellt EA ein Produkt ein, das immer noch von mehreren Millionen Menschen gespielt wird? Dürfen die das? Können die das einfach so machen? Simple Antwort: Klar können die das, ist ja ihr Spiel. Die Zahl unter dem Strich ist für Unternehmen (vor allem in der Größe wie EA) ausschlaggebend. Von allen Menschen, die das Game spielen, geben nur etwa 3 Prozent Geld darin aus. Die anderen 97 Prozent spielen, ohne einen Cent zu investieren. Das reicht nicht aus, um die anfallenden Kosten zu decken, so geht nicht mal eine Mischkalkulation auf.

Mit den drei Social Games sind auch die letzten Spiele von Playfish vom Markt verschwunden und EA orientiert sich neu. In den letzten Monaten wurden immer wieder Vermutungen darüber angestellt, wie sich der Markt der Social Games verändern wird. EA hat einen Schritt gemacht und will jetzt auf die Spiele von PopCap setzen. Die Spieler der eingestellten Titel bekommen Sonderangebote für PopCap-Spiele, doch die ersten Reaktionen sind mehr als kritisch. Wer will schon Solitaire Blitz spielen, wenn er Städte bauen möchte?

Bild: EA

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Thorsten Noetges ist Nerd, Gamer,und seit 1995 im Internet zu Hause. Er hat von 2013 bis 2014 über 100 Artikel auf BASIC thinking veröffentlicht.