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Ein Satz mit X: Anti-AdblockPlus-Kampagne ging nach hinten los

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Das hatten sich zahlreiche deutsche Online-Medien sicherlich anders vorgestellt: Nach der Bitte, den Adblocker doch bitte auf den eigenen Seiten abzustellen, freut sich der Anbieter des kleinen Plugins über um 129 Prozent gestiegene Downloadzahlen und ein Plus von 167 Prozent bei eingegangenen Spenden.

„Bitte schalten Sie Ihren Werbeblocker aus“

Dabei ist die Verlagsinitiative nicht einmal unsympathisch. Als ich am Montag „Spiegel Online“ aufrief, kam mir ein freundlicher, aber bestimmter Hinweis entgegen: Ich würde einen Adblocker benutzen, doch der Verlag sei auf Werbeanzeigen angewiesen, um sein Angebot kostenlos anbieten zu können. Nicht nur „Spiegel Online“ bat darum den Adblocker abzuschalten – auch die „FAZ“, „Süddeutsche“, „ZEIT Online“, die IT-Kollegen von Golem.de und die „Rheinische Post“ schalteten den Aufruf.

Ich möchte mich nicht als Engel darstellen, aber ich fühlte mich erwischt wie ein Schuljunge, der gerade Bockmist gebaut hat und habe den Adblocker bei „Spiegel Online“ schnurstracks deaktiviert. Doch offensichtlich brachte der Hinweis andere User erst auf die Idee, sich den AdblockPlus zu installieren. Ein klassischer Streisand-Effekt. Zudem hat die Diskussion fast nebenbei noch eine andere Debatte wieder in Schwung gebracht – den ewigen Diskurs über Qualität und Wert von Nachrichtenangeboten im Internet.

25 Prozent der User benutzen einen Werbeblocker

Aber zurück zum Thema: Am Montag hieß es noch, dass 25 Prozent der User einen Adblocker benutzen würden, um auf den entsprechenden Seiten werbefrei Artikel lesen zu können. Woher die Zahl kommt, ist unklar, aber sie klingt recht plausibel. Der Anteil der „Schwarzsurfer“ wird durch die gestiegenen Downloadzahlen bei Adblock Plus zwar nicht merklich angestiegen sein, doch man muss sich schon fragen, wie eine Kampagne einen derart entgegengesetzten Effekt hervorrufen kann.

Rein theoretisch ist es natürlich möglich, dass trotz der gestiegenen Downloadzahlen zahlreiche User den Adblocker bei Spiegel Online & Co. deaktiviert haben, wahrscheinlich ist das aber nicht. Hier können nur die Verlage mit frischen Zahlen aufklären – und das wäre in ihrem eigenen Interesse.

Werbung oder Bezahlschranke?

Auch wenn User allergisch auf Werbung reagieren – es sollte klar sein, dass die Verlage auf die Werbeeinnahmen angewiesen sind. Die einzige Alternative ist die Bezahlschranke – ein Modell, dass sich immer mehr durchsetzt, von vielen Nutzern aber auch nicht gerade geliebt wird.

Ich persönlich habe mir den Adblocker schon vor einiger Zeit installiert – bei manchen Webseiten wurde es mir im wahrsten Sinne des Wortes zu bunt. Ich habe nichts gegen ein Display-Banner, meinetwegen noch dezent animiert, aber Popups und automatisch mit Ton startende Video-Ads sind mehr als störend. Und wenn man sie abschalten kann, dann macht man das eben auch.

Das Problem dabei ist: Die Seiten, die auf dezente Werbung setzen, werden in Mitleidenschaft gezogen. Und dazu gehören eben auch die genannten Verlagsseiten mit Gratis-Content, die – mit einigen Abweichungen wohlgemerkt – zur Refinanzierung auf tendenziell unaufdringliche Werbeformen setzen. Und da wohl kaum jemand zahlreiche Webseiten als Ausnahme hinzufügt, leiden sämtliche werbefinanzierte Seiten aufgrund der Dreistigkeit einiger weniger.

„Acceptable Ads“ – im Prinzip gut, aber ausbaufähig

Was also tun, um „gute“ von „schlechter“ Werbung zu trennen? Vorhandene Lösungen erscheinen halbgar. So hat etwa AdblockPlus mit der „Acceptable Ads“-Initiative eine Methode entwickelt, bei der die Community selbst festlegt, welche Werbeanzeigen als unaufdringlich empfunden werden. Diese werden dann standardmäßig trotz aktiviertem Werbeblocker angezeigt.

Doch die Anforderungen sind hoch – im Prinzip sind nur statische Text-Ads erlaubt – und so richtig funktioniert der Filter auch nicht. Netzwelt.de hat zum Beispiel eine Vereinbarung erzielen können, dass Google Ads okay sind, doch mir werden sie bei eingeschaltetem Adblocker nicht angezeigt. Schalte ich den Adblocker aus, blinkt die halbe Webseite.

Grundsätzlich ist die Idee, bestimmte Werbeformen zuzulassen, aber richtig. Noch hapert es jedoch an der Umsetzung. Auch ein automatisiertes Zulassungsverfahren steht bislang nicht zur Verfügung – so muss jede Webseite manuell einen Antrag stellen und auf die Gnade der AdblockPlus-Community hoffen. Hinzu kommt: Mit statischen Text-Ads alleine werden sich Spiegel Online & Co. kaum finanzieren können.

AdblockPlus-Gründer fordert Dialog über Online-Werbung

Ein Dialog, den AdblockPlus-Gründer Till Faida fordert, ist zwar wichtig, doch er wird äußerst mühsam. Auf der einen Seite die Community, die keine blinkende Werbeanzeige sehen will, auf der anderen Seite die Verlage, die ohne blinkende Werbeanzeigen vorgeben, Einbußen zu erleiden.

Eine einfache Lösung ist nicht in Reichweite. Vielleicht würde es allerdings helfen, wenn betroffene Online-Medien den Auflagen der AdblockPlus-Community etwas entgegen kommen – geringe(re) Werbeeinnahmen sind immer noch besser als gar keine Werbeeinnahmen. Andererseits ist es mehr als fragwürdig, dass Adblocker über das Anzeigengeschäft unabhängiger journalistischer Publikationen entscheiden.

Sind Werbeprofile die Lösung?

Allerdings könnte man darüber nachdenken, ob unter der Schirmherrschaft des Online-Vermarkterkreises im Bundesverband der Digitalen Wirtschaft bestimmte Werbeprofile definiert werden. Manche User wollen überhaupt keine Werbung, manche nur Text-Ads, andere können Display-Ads noch verschmerzen. Wenn der User bei der Installation von AdblockPlus gefragt wird, mit welchem Profil er surfen möchte, könnten alle davon profitieren. Eine Garantie darauf gibt es allerdings nicht.

So bleibt vielleicht schlimmstenfalls nur noch ein radikaler Schritt: Entweder doch Paywall oder eine Adblocker-Sperre, wobei der Inhalt einer Webseite schlichtweg nicht angezeigt wird, sobald ein Tool den Ad Server blockiert – bei Online-Videos ist das zwangsweise so, weil das Werbevideo dem Content-Video vorgeschaltet ist. Doch bevor die Nachrichtenwebseiten Werbeverweigerern tatsächlich den Stecker ziehen, sollte man eher den Dialog suchen und versuchen, Kompromisse zu erzielen.

Bild: Screenshot

Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

57 Kommentare

  • Wie wäre es, wenn sich ein paar Verlage zusammentuen und werbefreiheit für eine gewisse Gebühr anbieten würden?
    So etwas fände ich fair und man kann ohne „schlechtes Gewissen“ und ohne Werbung surfen.

  • Auch ich surfe mit Adblock und (seit neuestem, dank der vielen hilfreichen Kommentare bei Süddeutsche.de) mit Ghostify.

    Natürlich helfe ich gerne den online-Zeitschriften, denn ich profitiere als Leser ja auch von der Information, die mir zur Verfügung gestellt wird.

    Probehalber habe ich den Adblocker bei süddeutsche.de ausgemacht. Und sofort wieder angemacht. Vor lauter Werbung habe ich zum Teil die Artikel gar nicht mehr gesehen. Außerdem wurde der oberste Teil der Seite erst mal von einer riesigen, flash-animierten Werbung eingenommen, bevor ich zum Hauptthema des Tages kam.

    Das ist mir zu viel. Ich habe nichts gegen dezente Werbung (am liebsten irgendwo am Rand, wo ich wählen kann, ob ich draufklicke oder nicht), aber nicht oben, unten, links, rechts, mittendrin und am besten noch die ganze Seite hinterlegend, so dass ich nicht auf eine Freifläche klicken kann, ohne sofort bei einer Werbeseite zu landen.

    Ich zahle auch gerne einen Obulus für die journalistischen Inhalte, wenn im Gegenzug dafür die Werbung weg ist.

    Aber so bleibt mein Adblocker an. Im Moment jedenfalls… 🙂

  • Ich finde die Blocker-Variante sehr sympathisch: Du willst mich nicht unterstützen, ich will dich nicht unterstützen. Ich bin als Publisher auf Werbeeinnahmen angewiesen. Ich bin nicht bereit, für jemanden zu arbeiten, der nicht einmal bereit ist, sich dezente Adsense-Anzeigen anzeigen zu lassen. „Ohne Geld keine Musik“ stimmt zwar auch schon lange nicht mehr, aber niemand ist gezwungen, den Gratis-Schreibaffen der Community zu machen.

    P.S. Bezahlschranken funktionieren nicht 😉

  • Als Werbung noch statische Banner am Rand waren, hätte sich wohl kaum jemand einen Add-Blocker installiert. Seit sie aber wuchsen, blinkten, lärmten und sich am Ende sogar bildschirmfüllend über Inhalte (mit Fake Close-Button) legten, war Schluss. Die Werbeindustrie hat sich vor lauter Gier selbst ins Knie geschossen.

    Ob die 25% Addblocknutzer auch 25% Verluste bedeuten, wage ich zu bezweifeln. Denn die, die Werbung nicht möchten, beachten sie sowieso nicht und klicken erst recht nicht auf Anzeigen.

    Einen Punkt darf man bei der Debatte nicht außen vor lassen: Die, die über unfaire User jammern, verfolgen und spionieren gleichzeitig heimlich ihre User aus. Schon allein deshalb gehe ich nicht ohne Scriptblocker und Cookiemanager ins Netz.

    Das Aussperren von Addblocknutzern würde auch nichts bringen. Es würde ein Katz- und Mausspiel zwischen Seitenbetreibern und Addblockanbietern werden.
    Hört auf, die Nutzer auszuspionieren und macht die Werbung wieder dezent, dann werden Addblocker von allein aussterben.
    Das bringt vielleicht sogar ein Umsatzplus, wenn eigentlich werbeinteressierte nerv-freie Werbung wieder zulassen.

  • Ich gebe Jo recht und werde in absehbarer Zeit damit beginnen die Leute die auf Duckhome mit dem Adblocker kommen abzuweisen. Das scheint die einzige Möglichkeit. Vor allem und gerade für die Leute vom Longtail.

  • Ich glaube auch das die Portale weniger Probleme mit den Adblocker-Nutzern hätten wenn sie weniger Flash-Werbung inmitten der Seiten einbinden würde. Das nervt einfach nur, wohingegen Banner (Adsense und co.) in der Sidebar oder unter dem Artikel durchaus hilfreich sein können.

  • Für die meisten User ist der Werbeblocker eben das: ein Blocker. Aber sie installieren ihn nicht aus Prinzip, weil es ihn gibt, sondern weil es ihnen „zu bunt“ wurde. Die Extrembeispiele sind ja jedem bekannt. Musik, blinken, über den Bildschirm tanzende PopUps und so. Man hat einfach keine Lust, erst auf die Jagd nach blinkenden und lärmenden Werbefenstern zu gehen, bevor man eine Seite lesen kann. Zumal viele einen auch mit Klickfallen weiter locken. Denn klickt man auf „hier abschalten“, gehen weitere Seiten auf. Und der wirkliche Abschaltbutton ist irgendwo ganz klein in der Ecke.

    Installiert man sich nun AdBlock oder ähnliches, dann ist ENDLICH Ruhe. Aber eben überall. Denn AdBlock blendet die gesamte Werbung aus. Sowohl den lärmenden Mist mit den Klickfallen als auch die Einblendungen, die abgesehen vom Traffic eigentlich unauffällig sind.
    Aber der User will sich keinen Kopf darum machen. Er hat seine Ruhe – und Ruhe ist.
    Letztendlich haben sich die Werbefirmen das selber zu zu schreiben – sie haben das Faß zum überlaufen gebracht und allein das Wort „Werbung“ ruft schon Ablehnung hervor.

    Und jetzt wollen dieselben Anbieter, die den User bis zum AdBlock genervt haben beibringen, dass Werbung wichtig ist?

    „Zu viel war nicht genug“ um mal Volker Pispers zu zitieren.
    Klar, Werbung ist wichtig, da sie vieles finanziert – aber sie funktioniert nur, wenn die User sie auch WOLLEN.
    Man kann sie nicht bitten, sich nerven zu lassen.
    Werbung wird für viele als Belästigung empfunden. Dass es auch „vernünftige“ Werbung gibt sehen viele nicht mehr, da sie sich entschieden haben, „den ganzen Mist“ auszublenden.
    Die User wollen nicht belästigt werden.

    „Schaltet den AdBlocker aus“ ist die falsche Kampagne. Denn der User empfindet sie als „wir wollen euch wieder mit Blinkies und Lärm belästigen, das ist wichtig.“

    Liebe Seitenanbieter, Werbefuzzies und so weiter: wenn ihr von WERBUNG redet, dann sehen die User Klickfallen, belästigende Animationen und kindische, nervende Musik. Da hilft kein „wir wollen euch gern mehr davon geben.“
    Selbst wenn ihr ein „Bitte“ dazu scheibt.
    Denkt mal über euch nach, denkt mal über die Werbung nach und dann überlegt mal, wie ihr den User erreichen könnt, ohne dass er sich von euch belästigt fühlt :).

  • Ich verwende keinen Adblocker. Aus Prinzip.
    Leider greift hier eine krasse Kostenloskultur.

    Sich über Werbung im Internet zu beschweren, ja ein total werbefreies Internet für sich fordern, aber dann meckern, wenn Nachrichtenseiten Paywalls einführen, der hat nicht verstanden, dass Spiegel Online kein Wohlfahrtsverein ist.

  • In Zeiten der Traffic Beschränkung einer Drosselkom werden Adblocker vermutlich sogar noch Beliebter werden.
    Eine eine Adblocker-Sperre wird nicht Funktionieren , ich kann den Adblocker auch einfach Verstecken, so das die Webseite in nicht mehr bemerkt.
    Paywall wird auch nicht Funktionieren jedenfalls nur bei Wenigen, denn niemand kann für 100 Webseiten gleichzeitig zahlen.

    Man sollte daher das Internet Aufteilen in ein freies „no Profit“ Hobbynetz in dem es auch keine Werbung gibt und ein Kommerzielles Netz für Firmen ect. und jeden der etwas „Verkaufen“ möchte, für dessen Zugang extra bezahlt werden sollte.
    Damit wäre Gerechtigkeit hergestellt und wenn das Kommerzielles Netz dann nicht Erfolgreich , gibt es für Firmen nur noch wenige Ausreden.

  • Als die ersten Werbebanner durch Flash-Animationen ersetzt wurden, installierte ich einen Flash-Blocker. Irgendwann merkten die Sites das und blendeten stattdessen animerte GIFs mit Zappelwerbung ein. Erst da kam der Ad-Blocker. Seit Jahren ist nun Ruhe. Als ich neulich mal an einem neuen Rechner ohne Selbstverteitigungs-Plugins (NoScript, Ghostery, Flash-Block, Ad-Block) auf eine hier nicht genannte Seite kam, bin ich fast vom Stuhl gefallen. Was für eine groteske Entwicklung. Die Alternative zum Weglassen der Plugins wäre nur der Verzicht auf den Besuch der Seite und (!) parallel den Kaufverzicht der gedruckten Ausgaben.

  • Ich würde pro News-Seite 2-3 Euro pro Monat bezahlen um dann von Werbung verschont zu bleiben. Dadurch würden diese Seiten an mir mehr verdienen als aktuell.

  • Ähm, mal so als Frage: Welche Seite in Deutschland liefert denn Werbung aus? Meiner Kenntnis nach tut diese keine, sondern sie leiten mich alle als Kunde nur weiter zu Drittanbietern, die mich dann über viele Seiten hinweg verfolgen möchten. Ich habe keine Werbung von Nachrichtenseiten blockiert, nur Drittanbieterskripte, Drittanbietercookies usw. Zufällig wird diese Praxis der Datenweiterleitung auch schon seit Jahren kritisiert (von Kunden und Datenschützer; siehe facbook-Button usw). Das interessiert ja auch niemanden und nun soll ich wieder Mitleid haben? Wieso? Ich blockiere nur Drittanbieter, die ungefragt meine Daten abgreifen wollen und nicht gezielt Werbung. Wenn die Nachrichtenseite Werbung ausliefern, werde ich sie sehen.

    Grüße
    Niko

  • Ich verwende einen (!!!) Adblocker. Aus Prinzip.
    Das hat mit einer „krassen Kostenloskultur“ nix zu tun.
    Alles was das Aufnehmen von Informationen leichter macht, könnte genauso gut ein paar Euro kosten. Der Nutzen dadurch ist weitaus größer als der Preis, das steht in keinem Verhältnis.

    Außerdem möchte ich nicht die Schwarzziffer derer wissen, die sich schon mal über solche eine Werbung/Script einen Virus o.ä. eingefangen
    haben und es nicht mitkriegen, was mit Hilfe des Adblocker/Noscript verhindert hätte werden können.

    Ich bin außerdem völlig gegen Datenkraken die anhand von Surfgewohnheiten etc. immer spezialisierter personalisierte Werbung erstellen. Installiert man einaml das Addon Ghostery wird mir teilweise schlecht beim Seitenaufbau. Seiten mit mehr als 3-4 „Trackern“ versuche ich in der Regel zu meiden.

    Die Diskussion über Werbung kratzt finde ich nur an der Oberfläche, keiner hat etwas gegen unaufdringliche Werbung, aber den User in einer derart dreisten Weise auszuspionieren und Surf-Profile etc. anzulegen ist nicht akzeptabel.

    Zieht man einaml den Vergleich zum Fernsehen, dort kann man sich auch entscheiden während der Werbung umzuschalten (ich weiss der Vergleich hinkt etwas). Ich denke das Verhältnis von Adblock-Benutzern ist ähnlich derer die konsequent weg schalten bei TV-Werbung.

    munter bleiben … ;o)

  • Außerdem stelle ich hier mal die Frage auf welcher halbwegs vernünfige Mensch klickt auf diese Werbung? Da hätte ich wirklich gern mal eine Verhältnis (Seitenbesucher / Klick auf Werbung), wie wird sowas kalkuliert?

  • Durch meinen journalistischen Hintergrund verzichte ich auch aus Prinzip auf einen AdBlocker. Lediglich Popups werden von meinem Browser standardmäßig unterbunden. Auch Online-Content ist harte Arbeit, oft unter Zeitdruck – deshalb lasse ich mir auch extrem nervtötende Video-Werbung gefallen (wenngleich auch zähneknirschend, denn sobald Werbung nervt hat sie ihren Sinn in meinen Augen ohnehin verfehlt).

    Paywalls im Internet können nur funktionieren, wenn eine sehr enge Verbindung zur Stammleserschaft herrscht, oder sich in der Verlagsbranche Kooperationen bilden. Müsste / Könnte man bspw. wenige Euro dafür zahlen, um das gesamte Angebot von Springer, GuJ, SPIEGEL usw. werbefrei abzurufen, würde sicher der ein oder andere sehr gerne dafür bezahlen. Ich rede hier von Monatsbeiträgen ohne Abo zwischen drei und fünf Euro.

    Bis solcherlei Kooperationen aber Wirklichkeit werden, dürfte noch einige Zeit ins Land ziehen und Portal-basierte Paywalls bereits lange gefloppt sein. Zu scharf ist das Konkurrenzdenken.

  • Kann mir mal jemand die technischen Hintergrund erklären: wenn ich einen Request nach sagen wir Basicthinking schicke wird mir der Seiteninhalt letztlich im Browser aufbereitet und die Werbung doch erst in der Darstellung blockiert. Gesendet wurde sie aber doch… wodurch verdient man denn dann mit Werbung? Schon durch die Darstellung dieser oder nur wenn ich darauf klicke? Denn dann wäre Werbung darstellen und nicht beachten genausoviel wert wie sie zu blocken oder?

  • Ich habe ihnen drei Tage lang den Gefallen getan, weil ich eigentlich nichts gegen Werbung habe – so lange sie sich nicht bewegt. Es ist aber einfach nicht auszuhalten – überall zappelt und wackelt es – so kann man sich einfach nicht vernünftig auf den Text konzentrieren.
    Dazu kommt dann noch, dass die Werbeindustrie es auch nach jahrelangem Tracking nicht auf die Reihe bekommt zu wissen, für was man sich interessiert und für was nicht.

  • @Madriz … ich lege es nicht darauf an einen Versuch zu starten ob sie das bei mir können … und das ist gut so

  • Bei mir war es ähnlich, hab auf SpOn diesen Hinweis gesehen und habe die Seite „freigeschaltet“. Und schon ging es los. Um die komplette Seite baute sich auf einmal eine Flashanimation auf, da mein PC schon etwas betagter ist, wurden auch die Ladezeiten extrem.
    Sofort wieder aus. Ich sehe es nicht ein, nur für das Internet meinen Rechner zu modernisieren. Soweit kommt es noch.

  • Warum ist die Rede fast ausschließlich von der Aufdringlichkeit der Werbung?

    Ich benutze seit Jahren einen Ad-Blocker. Nicht weil die Anzeigen stören, sondern weil sie grundsätzlich von skrupellosen Dritten angeboten werden, deren Ziel es ist mir so genau wie möglich durch’s ganze Netz zu verfolgen und anschließend „mich“ an so viele weitere Firmen wie möglich zu verkaufen.

    Darüber hinaus sind Sicherheitslücken bei Werbungsbetreibern für einen großen Anteil von Malware-Infektionen verantwortlich.

    Egal wie dezent die Werbung, ich werde sie weiterhin blockieren, bis Spiegel und Co. aufhören, sich wie Zuhälter zu benehmen und ihre Besucher wie Billignutten zu behandeln.

    Es kann doch nicht schwer sein für eine Firma, die schon seit Jahrzehnten die eigenen Werbepartner auftreibt, einen eigenen Adserver mit eigenen Ads einzurichten.

  • Ist es nicht bei vielen (wenn nicht sogar meisten) Werbeanbietern so, das man nur Geld bekommt, wenn der User auf Werbung klickt? Das Einbinden selbst bringt doch für gewöhnlich zwischen nichts und einem Bruchteil eines Cents (Ausnahmen gibts natürlich dennoch).
    Ist das nicht mit ein Grund, warum Werbung so aggressiv vertrieben wird, wie sie wird? Damit der User möglichst nicht umhin kommt mal eine anzuklicken (Falsche Schließen Button als konkreteres Beispiel).
    Darunter müssen dann halt auch die leiden, die mehr oder weniger seriöse Werbung schalten.
    Sich dann aber darauf berufen, ja, wenn du nen AdBlocker hast, kommste nicht hier rein, halte ich für einen ziemlich kindischen Ansatz, da das zugrunde liegende Problem völlig verkannt wird. Wie auch immer, am Besten wäre noch, wenn man sich sein eigenes Werbe-Profil im Browser(!) selbst zusammenklicken kann und die Webseite dieses Browserwerbeprofil liest und dann entsprechende Werbung anzeigt ohne auf 3rd Party Websites zurück zu greifen, die nur meine im Netz anfallenden Daten webseitenübergreifend verfolgen (können).

  • Beim Werbeblocker-Anbieter AdblockPlus ist man in Feierlaune: „Danke für Euren Aufruf, liebe Verlage! Unser Bilanz gestern: Installationen auf AdblockPlus.org + 129%, Spenden +167%“, heißt es am Dienstag in einer Twitter-Botschaft 😉

    Das Gute an +Adblock Plus ist, das man auch den nervigen „Schalt doch den Ad-Blocker aus“ Hinweis damit blocken kann.

  • Erst den Hals nicht voll genug bekommen und dann herumjammern. Dank den mit Werbung vollgepackten Seiten der Verlage konnten sich doch erst solche Tools durchsetzten und zwangsläufig auch Webmaster schädigen, die nur wenig Werbung einblenden. Vielen Dank …

  • Das Zauberwort heisst Data-Mining und laut einem Interview heut früh in MoMa (ARD) sind wir noch lange nicht am Ende … die Werbefuzzies geben erst auf, wenn die richtige Werbung „hochpopt“ bevor man seinen Kaufwunsch zu Ende gedacht hat.

  • Über AdBlocker kann man geteilte Meinung sein. Sicherlich muss ein bestimmte Angebot irgendwie finanziert werden. Entweder gegen eine kleine Abo Gebühr oder durch Werbung.

    Problem bei viele Seiten ist aber folgendes.

    Ruft man diese ohne Blocker auf, so scheint es so zu sein das, die Werbung beinahe überhand hat.

    Zudem müssen sich vor allen Nachrichten Seiten durchaus die Frage stellen wo die angebliche hohe Kosten hier kommen.

    Meist sind dies nur zusammen gesetz aus bereits fertige Meldungen von Nachrichten Agenturen und wenn was selber geschrieben wird, scheint dies eher von billige Praktikanten verfasst zu sein.

  • Eine Bannerwerbung in vernünftigem Rahmen bin ich gerne bereit zu „ertragen“, um Angebote wie z.B. SPON weiter kostenlos nutzen zu können.
    Was aber hier nur am Rande angesprochen wird, ist die Video-Werbung vor redaktionellen Videobeiträgen.
    Die steht in meiner Wahrnehmung nicht im Verhältnis zum Content.
    Ich habe das Gefühl, die Relation zwischen Werbung und Inhalt ist bei weitem ungünstiger für den Nutzer als beim Privatfernsehen.
    Vor fast jeden noch so kurzen Beitrag von oft nur ein bis zwei Minuten ist ein 30-Sekünder geschaltet. Macht eine (gefühlte) Quote von 1:2 bis 1:4.
    Das finde ich ein wenig happig.

  • @Peter
    Es ist nicht nur die Werbung in all seinen Formen
    Das Schlimme dazu ist das durch die ganze Kommerzialisierung des Netzes, welche es eigentlich für den Nutzer Stück um Stück eingeschränkt oder sogar teilweise „Zerstört“, indem immer mehr Urhebergesetze und Unternehmensgesetze in ihrer Gesamtheit auf das ehemals „freie“ Internet übertragen werden.
    Es geht vom Leistungsschutzrecht über Sendelizenzen für Livestreaming bis zum jüngsten Rechtsfall über das Einbinden von Youtube Video und vieles mehr.
    Man könnte diese Kommerzielle Übernahme des Internet durchaus mit einer „Wasserprivatisierung“ oder anderer Inbesitznahme von Allgemeingut vergleichen.
    Daher sollten die kommerziellen Anbieter hinter einer „Paywall“ Verschwinden , das wäre sicher die gerechteste Lösung auch im Bezug auf den Wettbewerb untereinander.
    Zumal dann Nicht kommerzielle Anbieter oder Blogger oder Hobbynutzer auch weniger unter den erzwungenen kommerz Regeln leiden müssten.
    Nur wollen dies kommerzielle Anbieter keinesfalls sondern das Netz Umgestalten und ihm ihre Regeln aufzwingen.

  • Jammern auf hohem Niveau, nicht mehr und nicht weniger: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/medienbranche-online-werbung-uebertrifft-erstmals-tv-reklame/7285832.html

    Ich kaufe im Web, ich hab zig Abos für Webservices, ich spende für Free-Software und OpenSource.
    Für mich erübrigt sich da jedes Entgegenkommen und ich habe nicht mal ansatzweise ein schlechtes Gewissen mit Adblocker und Ghostery zu surfen.
    Einzig und allein die Werbeindustrie und die Publisher sind am Zug uns Nutzern etwas attraktives anzubieten. Wenn die Publisher mit ihren Werken Geld verdienen wollen, sollen sie sich vedammt noch mal was besseres überlegen, anstatt sich irgendeinem XXL Werbenetzwerk anzuschließen und aus ihrem redaktionellen Angebot einen digitalen Werbezettel zu machen.

  • Was ich an der ganzen Diskussion nicht verstehe ist, keine hat die Verlage gezwungen online zu gehen. Alle haben ab 1999 angefangen online zu kommen mit großen Dollarzeichen in den Augen. War wohl nix, dotcom Blase usw.

    Seitdem haben die Verlage es nicht geschafft ein sinnvolles Geschäftsmodel auf die Beine zu stellen. Jetzt plötzlich ist der User der Böse weil er das System nicht zu diesen Konditionen will. Da sind wir bei dem Punkt Angebot und Nachfrage. Was passiert in einer Marktwirtschaft wenn sich Angebot und Nachfrage nicht decken?…

    Liebe (Verlags)onliner bekommt endlich euren Allerwertesten hoch und verändert euren Denkansatz!

  • Bei bestimmten Seiten deaktiviere ich den AdBlocker, aber bei seiten wie der LVZ zb. da aktiviere ich ihn immer, was da einem An Werbung vor den Kopf gehauen wird, ist nicht mehr normal.

    Werbung in geringem Maße ist okay, aber übertrieben geht gar nicht!

  • Den Hinweis gibt es nun auch bei http://www.titanic-magazin.de
    Dort spricht aber wenigstens der Text die volle Wahrheit aus.

    Blinke-Blinke-Werbung kann mich überdies nur zum Anklicken mit Tricks neppen. Ohne Blocker würde ich versuchen, die zu ignorieren. Der Blocker verhindert daher keine Klicks und hält mich auch nicht als Kunden fern. Der einzige Schaden besteht also in meinem Beharren, mich nicht verfolgen und die dadurch gewonnenen Daten verhökern zu lassen.

  • @nothing, die Kritik am Geschäftsmodell geht mir auf den Sack. Denk Sie sich ein Geschäftsmodell aus, teste Sie es und kommen Sie wieder wenn es funktioniert.

    @Mario Stelltner, was nützt es dem Verlag, wenn Sie ihr Geld anderen geben?

    Es gibt auch nicht kein Problem der Masse der Werbung. Vom mir aus scroll ich drei Bildschirmseiten Werbung, um an den eigentlichen Inhalt zulangen (Hauptsache der ist noch zu unterscheiden von der Werbung). Das Problem ist die Animation.

    „Anti-AdblockPlus-Kampagne ging nach hinten los“ – wirklich? Jetzt wissen einige Leute mehr, das es Addblocker gibt. Fein – wenn diese Leute die Addblocker installieren, dann haben die Verlage vielleicht mal ein echtes Druckmittel, das Geflimmer abzustellen.

    Aber wollen das die Verlage? Begreifen sie, wie genervt die Leute sind? Haben sie so viel Verstand, dass die einfache Wahrheit „Aninamtion und Mengentext passt nicht zusammen!“ erfasst werden kann? Da hab ich allerdings so meine Zweifel, denn die Eigenwerbung von SPON war keinen Deut besser als die anderen Augenkrebsauslöser.

  • Adblocker sind Notwehr . Und die Verlage überschätzen ihren inhalt maßlos . News Bausteine, als News getarnte Werbung mit Original Hersteller Bausätzen.

    Kommt kein inhalt, war das eben der letzte aufruf der Seite. News Werbung steht auch anderswo.

    Glaubt jemand diese Seite hier ist sonderlich was Wert?
    Sorry aber früher gabs auch keine, gestorben ist keiner dran.

    Wir haben auch eine News flut. Man scheißt den Globus
    nicht nur mit Werbung zu, sonder flutet ihn auch mit sinnlos News.

    Paywalls gehen nicht, weil man nix von wert zu verkaufen hat. Sorry, welchen Wert hat die Meinung vom Author dieses Artikels für euch?

    Eigentlich müsste er zahlen, das wird uns das anhören was er Meint. 🙂

    • …ich glaube, du überschätzt deinen Kommentar maßlos… Wenn die Seiten, bei denen du dich mit dem AdBlocker wehrst, so sinnlos sind – wieso besuchst du sie dann überhaupt? Und wieso liest und kommentierst du einen Artikel, der keinen Wert für dich hat? Deine Logik hat ein paar ganz große Löcher…

  • Ich selber nutze keinen Adblocker, da ich mit dezenter Werbung kein Problem habe. Seiten die allerdings schlecht programmiert und mit Werbung überladen sind, meide ich inzwischen konsequent. Aber wer denkt, dass es eine gute Idee ist Nutzer von Adblockern vor leere Seiten zu setzen, stößt eine Spirale an, die sich nur finanzstarke Seiten für eine gewisse Zeit leisten können. Denn wer nicht den Dialog sucht und versucht seine Nutzer gleich abzustrafen, wird sich am Ende selber bestrafen. Ich finde es aber immer wieder interessant, dass angeblich Paywalls nicht funktionieren würde. Wenn es benutzerfreundliche Systeme gebe, wo ich zwar ein Abo mit dem Verlag habe, aber nur für bestimmte Artikel (Magazin übergreifend) zahlen muss die ich auch wirklich komplett abrufe, würde ich das sofort nutzen. Aber bitte nicht nach dem Prinzip wie es einige aktuell schon versuchen. Liebe Leute es ist halt völlig blödsinnig zu glauben, dass ein Leser für den Einzelabruf eines Artikels mehr als einen 1,- Euro zahlt wenn das ganze gedruckte Magazin nur rund 3,50 Euro am Kiosk kostet. Da habe ich manchmal das Gefühl, die Verlage wollen das eher verhindern als fördern, fast wie bei den Thema MP3 vor vielen Jahren. Was mich aber schon immer an Magazinen nervt ist, kauf das ganze Magazin und bezahl bitte für alle Artikel, aber wen interessieren schon alle Artikel? Ich zahle gerne für interessanten Inhalt aber halt nur dafür und nicht für CopyPaste-Artikel die sich innerhalb von einem Verlag durch mehr als ein Magazin bewegen. Hallo Verlage werdet endlich wach und aktiv und bietet dem Online-Nutzer endlich mehr an als nur aufwändige Flash-Werbung 🙂 Meine Meinung zu diesem Thema.

  • @Robert Vossen

    Ich kann natürlich verstehen, dass ihnen meine Meinung nicht gefällt. Es würde mir an ihrer Stelle wohl auch so gehen. 🙂

    Ich habe ihren Artikel zufällig in Flipboard gelesen, als gerade eine Werbepause im TV war. Also schlicht aus Langeweile. Genauso wurde der Kommentar aus Langeweile verfasst. Wie man so manch Zeitung auf dem Klo ließt. 🙂

    Es ist einfach eine Selbstüberschätzung, dass jede im Internet verfasste Meinung es wert wäre, entlohnt zu werden. Und nur weil Sie kommerziell verfasst wird, hat Sie nicht automatisch mehr Wert als ein kostenloser Blog von irgendjemanden.

    Sie können ja gerne mal in ihrem Umfeld fragen. Für welche Webseiten würden ihre bekannten Geld ausgeben, um diese Webseite zu lesen. Wen ich das frage, entsteht erst einmal eine Pause. Für viele eine absurde Vorstellung. Dann kommt die Antwort „Gar keine“. Ich fürchte das geht den meistens so.

    Bleiben wir einfach auch mal beim Wert der News.
    Früher war ja mal die Tagesschau heilig. Die hätte man auch in Latein verlesen können. Nur das ist lange her. Heute gibt es auf 20-30 Sender immer dieselben Infos. Dann Zeitungen in Massen. Und 10.000 Internetseiten. Vermutlich eher mehr. Das Radio kommt hinzu. Die Nutzer werden mit immer denselben Nachrichten überschwemmt. Es ist klar, das die keinen Wert mehr haben, wenn die einem aufgedrängt werden.

    Genau deswegen gehen auch die Auflagen der Print Medien zurück. Das, was drinsteht, hat an Wert verloren, weil es immer dasselbe ist und eben im Netz und generell einem auch nachgetragen wird. Und das wird sich auch nicht mehr ändern. Auf jeden, der das beruflich macht. Kommen Millionen die es umsonst in die Foren Tragen. Auf Blogs oder sonst wo.

    Dazu wird auch noch massig heißt Luft produziert. Ich weiß auch das hört man nicht gerne. Aber jedes Ereignis wird zu Tode kommentiert und recherchiert. Es wird palavert wie noch nie zuvor. Wenn da morgen 50% wegbrechen vermisst keiner was fürchte ich. Nicht bei den Massen.

    Und zur Werbung die ist auch eine Sackgasse.
    Jede Webseite will die Ausnahme. Es ist einfach unmöglich das man das ganze Internet mit Werbung finanziert. Das hält kein Mensch wirklich aus.

    WWW = Welt Weite Werbung.

    Adblocker sind einfach nur eine Reaktion darauf, dass die Menschen die Nase voll haben.

    Das ist ja im TV ebenso. Ein Werbespot kommt im TV am Tag 50 mal. Auf 30 Sender. Das monatelang. Das ist keine Werbung. Man hämmert auf den Kunden ein. Bis der Kunde Sendungen aufnimmt und vorspult, weil es nicht mehr zu ertragen ist. Und die TV Sender was tun die?

    Statt nachzudenken, warum die Kunden kotzen, wollen die Aufnahmen der Sendungen unterbinden.

    Genauso geht das im Netz. Man kackt die Leute Sorry, regelrecht an allen Fronten zu. Ohne Abblock auch keine Einnahmen. Weil dann halten die, wo es lesen sollen, das ganze simpel nicht aus.

    Noch ein Punkt zu Paywall.
    Jetzt unterstellen wir mal, man würde 1 Euro pro Monat nehmen. Ja richtig nicht Woche, sondern Monat. Golem, Heise, Basic Thinking, Computerbase, Kress Zwitcher rein zufällig. 5 Euro im Monat.

    Wie viele Seite gibt es?
    Das ganze Internet will sich finanzieren. Das ist eine Utopie.

    Es gab früher auch nicht 10 Millionen verschiedene Zeitungen in Deutschland.

    • Ich hab nix gegen deine Meinung, aber ein bisschen Argumentation wie in diesem Kommentar ist schon hilfreich.

      Sicher nimmt die Masse an Inhalten zu, aber nur weil man etwas veröffentlicht, heißt es nicht, dass es konsumiert wird. Im Gegenteil: die Top 10-Webseiten der USA sind für 75 % des Traffics zuständig – und das war 2010 (http://www.wired.com/magazine/2010/08/ff_webrip/all/1). Da kann man jetzt eine Menge zu schreiben, bringt uns aber nicht weiter. Bei Interesse einfach mal das Buch „The Wealth of Networks“ von Yochai Benkler lesen. Jedenfalls: Es gibt vielleicht 10 Millionen Nachrichten-Webseiten in Deutschland, aber gelesen werden nur ein paar Dutzend, insofern unterscheidet sich das mengenmäßig von dem klassischen Print-Markt nicht sonderlich.

      Und nur weil es mehr Möglichkeiten gibt, Inhalte zu konsumieren, heißt das doch nicht im Umkehrschluss, dass der umsonst ist. Klar, manche stellen ihren Blog kostenlos und werbefrei zur Verfügung, aber dir ist schon klar, dass es einen Verlag eine Menge kostet, Korrespondenten in Syrien, USA und China zu haben und von dort zu berichten. Das was die professionellen Medien leisten kann kein Blogger kompensieren.

      Ich bin ja grundsätzlich deiner Meinung, dass diese Werbeflut kontraproduktiv ist und dass die Verlage eine Balance finden müssen, aber deine Meinung „Ich will konsumieren, aber nix zahlen, keine Werbung sehen und mir ist egal, wie die sich finanzieren“ finde ich ziemlich unsympathisch.

  • Die frage ist doch letztlich wie viel werbung auf einer seite eingesetzt wird. mir geht diese umsonst mentalität total auf den keks. die meisten tun so als ob sie bei einem blinkenden banner einen Infarkt bekommen. Auf welch zweifelhaften seiten treiben die sich den rum. Das bischen geblinke uaf sueddeutscher oder spiegel nehm ich gar nicht war oder liegt es daran das ich seit über zwei Jahrzehnten im netz bin. Meine devise für guten content gibts klicks auf die geschaltete werbung satt, basta. Die leute sollen auch was abbekommen, oder wer generiert den content . Bestimmt keine schnarchnasen mit adblockern. Sorry auch aber ich kann dieses selbstgerechte gewinsel einfach nicht mehr hören. Karla

  • @Robert Vossen

    Ich gebe ihnen schon recht. Das die vielen Seiten kaum gelesen werden. Aber verschwinden die großen hinter Paypals, springen eben von den 10.000 kleinen 4-5 neue in die Breche.

    Der Zug ist abgefahren das wenige Anbieter ein exclusiv recht haben. Also eines das Sie Durchdrücken können.

    Ich rede nun nicht vom Spiegel oder so.
    Sondern eher von Seite wie heise, golem, oder Basic Thinking. Und nicht jede Tageszeitung hat ein dickes Korrespondentennetz. Vieles kommt von den Nachrichtenagenturen.

    Dazu wird auch auf hohem niveau Gejammert
    Erstmals mehr als eine Milliarde Euro für Online-Werbung
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Erstmals-mehr-als-eine-Milliarde-Euro-fuer-Online-Werbung-1867498.html

    Wie viel kohle, muss da eigentlich noch fließen?
    Es ist ja nicht so das Werbung kein Geld mehr bringt. Man ruft nur laufend nach mehr.

    Zur umsonst Kultur.

    Zitat Robert Vossen
    “Ich will konsumieren, aber nix zahlen, keine Werbung sehen und mir ist egal, wie die sich finanzieren” finde ich ziemlich unsympathisch. Zitat Ende.

    Da muss ich auch etwas lachen. Wer hat den bitte schön die Verlage gezwungen ihre Sachen zu verschenken?

    Man wirft den Leuten das Zeug quasi unaufgefordert an den Kopf. Und wundert sich dann das der Kram wertlos ist.

    Nehmen wir mal TV Zeitungen.
    Die haben wir früher gekauft. Heute werden einem die Infos hinterhergeworfen. Ich bekomme zb jeden Samstag einen Werbepack mit den TV Infos. Die sind in der Apotheken Umschau. Im Netz auch. Wieso richtet man den Vorwurf an die Ex Kunden.

    Sicher die wo das Anbieten, dehnen kosten das was. Aber das ist mir doch Wurst. Sie hat ja keiner gezwungen es zu verschenken. Man kann doch keinem Menschen einen Vorwurf machen das er Sachen, die er geschenkt bekommt, nicht bezahlen will.

    Wobei die auch kein Wohlfahrtsverein sind. In dem TV Ding ist auch tonnenweise Werbung.

    Der Punkt ist aber doch. Das Gratis, das war nie eine Erfindung von den Kunden. Man hat ihnen alles nachgeworfen, nun guckt man dumm das, das Zeug wertlos ist. Bzw nicht Wertlos aber eben unverkäuflich.

    • Natürlich wachsen die Online-Werbegelder, aber das Plus kommt überwiegend bei Google & Facebook an.

      Und ob du’s glaubst oder nicht: Die TV-Zeitschriften haben nach wie vor mit die größte Auflage: http://www.dwdl.de/zahlenzentrale/#print

      Und zu guter Letzt: Wenn man nicht dafür bezahlt, ist man nicht der Kunde, sondern das Produkt, das verkauft wird. Ergo: Die Online-Inhalte der Zeitungen waren nie umsonst, sondern schon immer werbefinanziert – allerdings eben zumeist defizitär.

  • Kleine Anmerkung: Wie bei mobilegeeks betont liegt die „Community“ bei etwas über 27.000 Usern. Bei 50 *Millionen* aktiven Installationen.
    Das ist super-super-wenig. Da kann man nicht mal von „den 1%“ sprechen.
    Außerdem, ebenfalls auf obiger Seite erwähnt, ist das Forum ziemlich ungenutzt. Ein Beitrag, manchmal ein paar mehr, pro Thread – da ist wirklich nicht viel los mit.
    Ergo ergibt sich natürlich die berechtigte Frage, was die große Betonung der „Community“ in den Pressemitteilungen soll, und ob das nicht nur ein Marketing-Buzzword ist. Wird die „Community“ nur vorgetäuscht, ist hinsichtlich der Zahlen doch eine naheliegende Vermutung, oder?
    Ergo sind Features wie die Whitelist fragwürdig.
    Und da die Standardeinstellungen für User gedacht sind, die sich nicht so mit Software auskennen, ist das standardmäßige Aktivieren von „Acceptable Ads“ ein wichtiger Punkt in der Kritik.
    „Das kann man ausschalten“, klar, aber wer liest sich den schon den ganzen Kram bei der Installation durch, speziell, wenn man mit Computern nicht so viel am Hut hat.

  • Die Information die mir zur Verfügung gestellt wird bezahle ich bereits mit der politischen einfärbung die ich hinnehmen muss.
    Soll mir nur recht sein wenn Spiegel Online und co. Pleite gehen. Schön wärs dann entstünde Platz für andere.

  • Bisher ist Konsum noch freiwillig – auch Werbung(skonsum) sollte freiwillig bleiben .
    Wenn ich Nachrichten lesen will , bedeutet es nicht gleichzeitig dass ich mich als Werbemüllschlucker zur Verfügung stelle .
    Hier wird wohl schon lange das Prinzip vertauscht . Glaubt die Werbeindustrie wirklich , mit Gewalt bekommt man willige Kunden ? Geht es nicht eher bloß um einen Betrug ihrerseits an ihren Kunden ? Diesen wird vorgegaukelt dass mehr Wertbung auch mehr Kunden und damit Umsatz bringt .Bisher merkte das scheinbar bloß niemand weil es kaum echten feedback der unfreiwilligen Werbeuser gab .Erst die Werbeblocker bringen jetzt wohl die wirkliche Stimmung ans Tageslicht.
    Hier kommen wir gleich zum nächsten Punkt . Mit eingeschaltetem Werbeblocker sieht der Webmaster eigentlich bloß , wie schlecht er ( und seine Auftraggeber ) seine potenziellen Kunden eingeschätzt hat .Etwas mangels Alternative hinnehmen bedeutet eben nicht unbedingt auch Zustimmung .
    Schaut man sich dann noch die mit solcher Werbung verbundene Schnüffelei ( Handel mit Userdaten )und Gefahren durch evtl. mitgelieferte malware an , rechnet auch noch die Kosten für seine potenziellen Kunden ein ( auch die Datenmenge kostet ), bezahlte doch bisher schon der unfreiwillige User genug .

    Anstatt den bisher ausgenutzten Werbeusern ein schlechtes Gewissen einzureden , sollte doch mal nachgedacht werden , ob zweifelhafte Subventionen durch Werbung überhaupt vereinbar mit unabhängigem Journalismus sind .

    Im Übrigen kaufe ich schon seit langem keine aufdringlich umworbenen Produkte mehr – schon weil ich damit durch Werbung künstlich verteuerte Produkte kaufen würde . Sie sind ja nicht durch diese Werbung besser als andere , aber mit Sicherheit teurer .

  • Google läst AdBlocker auf meinem PC nicht zu,habe es auf verschidenen Seiten versucht.
    Sobald ich download anklick schreibt Googl dass dieses Program auf diesem PC nich zugelassen ist.
    Ich finde das eine riesen Frechheit von denen.mir bleibt warscheinlich nur den Rechner neu zu machen.
    Hatt vieleicht einer ne Idee,wo ich suchen müst?
    mfg Falko

  • Ich sehe nichts Negatives daran, Werbung auszuschalten, speziell auf dem Handy, wo die Bandbreite einfach zu teuer ist, um sie für Werbung zu opfern.

    Und es sind nicht nur die nervigen Werbe-„Creatives“ — das ganze Ökosystem ist hoffnungslos langsam und paßt nicht zu einem guten User Experience.

    Websites, die mit 30-40 % Adblock-Benutzern ein Problem haben, sollten sich lieber überlegen, Spenden für die Besucher möglichst leicht zu machen. Meiner Erfahrung nach spenden Benutzer durchaus, wenn man es ihnen leicht macht und viel Zeit für der Optimierung der Spendenrate opfert. Ich hab aus meiner privaten Lösung inwzischen auch ein neues Produkt gebaut.

  • Ich gehöre zu den Menschen, die Werbung als völlig unnötig empfinden. Von mir aus kann die ganze Branche zum Mond geschickt werden.
    Mir hat es ausgereicht, als in meiner Jugend nur 4 Fernsehsender zu empfangen waren, da war trotzdem jeden Tag etwas Interessantes dabei.
    Wenn ich heute einen Film auf einem Privatsender sehe, dann dauert die mehrmalige Werbeunterbrechung so lange, dass ich oft gar nicht mehr wusste, worum es im eigentlichen Film überhaupt ging. Daraus zog ich die Konsequenz, sofort zu Beginn der Werbepause umzuschalten oder den Raum zu verlassen.

    Im Internet nutze ich einen Adblocker, weil ich keine Werbung sehen will. Punkt. Ich habe noch nie auf so ein Werbebanner geklickt und ich werde auch NIE auf ein Werbebanner klicken!

    Also: Schafft bitte endlich eure dämliche Werbung ab.

  • 25 Prozent nutzen Adblocker ? da habe ich ganz andere Zahlen gelesen. Es sollen schon gut 50 Prozent der User sein die solche Tools benutzen. Ich bin wirklich gespannt wo diese Reise noch hingeht. Wenn große Portale keine oder weniger Werbeeinahmen haben werden Sie vielleicht auf einen Bezahlmodus umstellen, den umsonst ist der Tot und alle wollen im Internet Geld verdienen. Es gibt sogar schön Lösungen die den Adblocker im Hintergrund ausschalten, einige große Portale nutzen das schon aber die Firma die dieses zu Verfügung stellt installiert die Software nur bei Seiten mit 20 Millionen Klicks und mehr im Jahr, weil Sie davon wiederum profitieren. Ich persönlich finde dieses AdBlock Tool hinderlich und nutze es selber natürlich nicht.

  • Liebe Anwesende aus der Gemeinde der Werbetreibenden, vielleicht ist es euch bisher nicht deutlich genug gesagt worden: Es sind unsere Leitungen, unsere Geräte und unsere Software, und genau aus diesem Grund bestimmen wir, was darauf läuft und angezeigt wird, und was nicht.

    Jeder der also meint, um jeden Preis Werbung platzieren zu müssen oder dies zu verteidigen sollte deshalb wissen, dass die Netzgemeinde sehr potente Gegenmaßnahmen parat hält, so sind z.b. die lächerlichen Versuche, Adblocker im Betrieb zu stören, Geschichte seit es Reeks Anti-Adblock-Killer gibt, und auch NoScipt leistet wertvolle Dienste, ebenso wie GreaseMonkey & Co.

    Lasst Euch also einfach gesagt sein, dass es keine serverseitigen Maßnahmen gibt, um Werbung zwangsweise zu platzieren, die wir nicht client-seitig aufheben können und würden. Und am Ende der Geschichte sind wir einfach wesentlich mehr Leute, und wir haben die ambitionierteren Entwickler, denn die arbeiten nicht für Geld, sondern für ein besseres Netz ohne Werbung. De facto bedeutet das also, wir werden dieses Spielchen am Ende für uns entscheiden.

    Das gilt auch und insbesondere für die von „daniel“ angesprochene „Lösung, die den Adblocker im Hintergrund ausschalten“ können soll. Sollte ich so etwas auf einer Seite im Bereich der deutschen Jurisdiktion finden, dann kann sich der Seitenbetreiber schon mal darauf freuen, eine Anzeige wegen des Eindringens in mein Computersystem zu bekommen, neben der Tatsache, dass so etwas bei Bekanntwerden den Ruf des Betreibers bis in alle Ewigkeiten ruiniert – Wikipedia-Eintrag inklusive.

    Deshalb mein gut gemeinter Ratschlag: Fahrt Werbung auf ein normalverträgliches Maß zurück, d.h. eine nicht animierte Anzeige im Kleinformat pro Seite, und die Leute, die noch keinen Adblocker benutzen, werden das vielleicht auch in Zukunft nicht tun. Die die bereits einen benutzen, werden ihn sowieso nie wieder hergeben wollen, die habt ihr bereits verloren.

    In allen anderen Fällen werden Leute wie ich nicht eher ruhen, bevor nicht jeder im Bekanntenkreis einen AdBlocker benutzt. Den Content-Anbietern sei gesagt, dass Wikipedia ein lebendes Beispiel dafür ist, wie man mit Spenden ganz auf Werbung verzichten kann – man muss aber eben entsprechend werthaltigen Content anbieten, was bei Seiten wie der Bild-Zeitung natürlich nicht geht. Diese Anbieter haben dann halt Pech gehabt.

    Schöne Grüße vom längeren Hebel aus der Softwareentwicklung.

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