Es gibt Gesichtserkennung für Glass – auch wenn Google es nicht wirklich will

Thorsten Nötges

sc-api

Letzte Woche hat Google Stellung bezogen: Es soll keine offiziellen Apps für Gesichtserkennung für Glass geben.

Wie Google schon seit Jahren sagt, werden unsere Produkte keine Funktionen für Gesichtserkennung haben, solange kein starker Schutz der Privatsphäre da ist.

Dementsprechend wurden auch die Content Policies überarbeitet. Apps, die über die Kamera oder das Mikrofon Daten abgleichen und sofort Informationen über die andere Person anzeigen, würden somit nicht zugelassen.

Who is Who

Trotzdem arbeitet Lambda Labs an genau so einer Software. Das Ziel des erst 23-jährigen Mitbegründers Stephen Balabans ist sehr hoch gesteckt: Er will Lambda zur größten Firma der Welt machen, die Software für mobile Geräte wie Glass entwickelt. Noch stehe das Unternehmen aber ganz am Anfang.

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Seine Begeisterung für die Möglichkeiten der Gesichtserkennung erklärt Balabans im Gespräch mit „Ars Technica“ durch ein Schlüsselerlebnis. So habe er sich einmal mit dem Geschäftsführer eines bedeutenden Finanzunternehmens unterhalten – ohne es zu wissen. Um wen es sich dabei handelte, möchte Balaban nicht sagen. Doch ihn fasziniert, wie dieses Gespräch hätte ablaufen können, wenn ihm in dem Moment klar gewesen wäre, wer da vor ihm stand.

Nur ein Anfang

Die aktuellen Möglichkeiten der Gesichtserkennung sieht der Jungunternehmer wirklich nur als Beginn der Entwicklung. Und auch seine eigene Software hat noch Lücken. Da wird Renée Zellweger gern auch mal als Nicole Kidman erkannt – mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent, dass sie ein Mann ist. Doch in seiner Version der Entwicklung lernt der Algorithmus dazu, erweitert sein Wissen und liefert gezielte Informationen über die Person – sofern die nicht dieser Funktion widersprochen hat:

Am Anfang wird es nur bei Freunden von Freunden funktionieren. Es scannt ein Gesicht und erkennt es. Dann würde es sagen: „Was sind Cyrus‘ Vorlieben? Wenn deine Einstellungen das verbieten, würde es ’nicht erkannt‘ oder ’nicht gefunden‘ sagen.

Aber wenn es dich finden würde, liefert es eine Zusammenfassung von allem, was wir beide gemein haben: gemeinsame Interessen, Freunde oder Orte. Jetzt gerade ist das alles noch ziemlich ineffizient und zeigt T-Shirts, Facebook-Profile oder unsere jeweilige Mailadresse. Aber in der Zukunft werden diese Signale viel deutlicher. Das, was dir wichtig ist, wird dir angezeigt.

Ein geschlossener Beta-Test soll nun helfen, die App weiter zu verbessern.

Sorge um Privatsphäre

Das geht natürlich ziemlich weit, und die Reaktionen sind dementsprechend ambivalent: Von der Meinung, dass diese Funktion – und Glass überhaupt – womöglich nie über die Gruppe von Hardcore-Nerds hinausgehen wird, über die Sorge, der Staat könnte die Brillen zum Spionieren nutzen, bis hin zum Zweifel, dass Menschen wie zum Beispiel der besagte Geschäftsführer überhaupt von jedem erkannt werden wollen, ist alles da.

Dabei ist Balaban der Schutz der Privatsphäre nach eigener Aussage äußerst wichtig:

Ich glaube, dass jeder Mensch das Recht hat zu kontrollieren, wie diese Systeme mit ihm interagieren.

So könnte die App zum Beispiel auf Datenbanken zugreifen, um die Gesichtserkennung durchzuführen und die zusätzlichen Informationen zu erhalten. Aber ob man in einer solchen Datenbank aufgenommen werden möchte, das könnte jeder selbst entscheiden.

Noch sind aber viele Fragen ungeklärt. Da sich die Technologie auf Dauer kaum aufhalten lassen dürfte, wird es wohl allmählich Zeit, über diese neuartigen Nutzungsszenarien ernsthafter nachzudenken.

Bild: Screenshot Lambda Labs

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Thorsten Noetges ist Nerd, Gamer,und seit 1995 im Internet zu Hause. Er hat von 2013 bis 2014 über 100 Artikel auf BASIC thinking veröffentlicht.