Videoelemente in Instagrams Quellcode entdeckt – aber, passt das wirklich zusammen?

Tobias Gillen
Insta-Krams

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Facebook hat am 20. Juni zu einer Tasse Kaffee geladen. Nein, nicht die Nutzer, sondern Tech-Journalisten. Nun wird wild spekuliert, was Zuckerberg und Co. am Donnerstag vorstellen werden. Von einem eigenen RSS-Reader ist die Rede, andere vermuten eine neue Funktion von Instagram, die offenbar nun entdeckt wurde.

instagram

Indizien im Quellcode

Während Vine, Twitters Kurzvideo-Dienst, seit zwei Wochen auch auf Android-Geräten verfügbar ist und dort einen recht guten Start hinlegte, arbeitet Facebooks Instagram-Abteilung offenbar daran, dem Dienst Konkurrenz zu machen. Wie der schottische Entwickler und Designer Tom Waddington, der in letzter Zeit häufiger durch das Eingraben in Quellcodes bekannt wurde, entdeckt hat, gibt es im Instagram-Code die CSS-Klassen .tVideo und .tVideo Indicator. Diese seien im Bereich der Profilseiten zu finden.

Zudem entlockte der Entwickler dem Quellcode ein weiteres Geheimnis. So findet sich auf den CDN-Servern eine Bilddatei, die neben Play-, Pause- und Lautstärke-Buttons auch einen Mute-Schalter zeigt. Zwar lässt dies nicht zwangsläufig den Schluss auf eine Videofunktion zu, ein Audio-Instagram dürfte aber wohl ausgeschlossen sein.

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Videos in Instagram?

Damit wirbelt Waddington die Gerüchte um eine Facebook-eigene Vine-Konkurrenz wieder auf. Zwar wird man wohl nicht so weit gehen, die Aufnahmetechnik der Vine-App zu kopieren, die schon recht speziell ist. Eine eigene Video-Alternative ist aber durchaus im Bereich des Vorstellbaren. So könnten Nutzer kurze Clips mit Filtern bearbeiten und diese via Instagram und Facebook teilen.

Aber hat das überhaupt Sinn? Instagram ist ein schickes Netzwerk, das durch seine Spezialisierung auf kleine, bearbeitete Fotos seinen verdienten Ruhm bekommen hat. Inzwischen hat sich das Image der Essens- und Katzenbilder-Plattform gedreht, Instagram ist durchaus ansehnlich und kann unzählige faszinierende Bilder vorzeigen. Und das soll Facebook aufgeben wollen – für eine Video-Integration?

Ich bleibe weiter skeptisch: Eine eigene Facebook-Video-App wäre eine bessere Sache und würde die eingefleischten Instagram-Nutzer auch weniger verschrecken.

Eine Tasse Kaffee…

Dem Einladungstext nach zu urteilen dürfte es aber wohl ohnehin um mehr gehen als kleine Filmchen. „A small team has been working on a big idea. Join us for coffee and learn about a new product“, schrieb Facebook an die Pressevertreter. Es ist, das sehen Waddington und andere Kollegen ähnlich, eher unwahrscheinlich, dass die „große Idee“ nur eine Videoerweiterung für Instagram ist.

Denkbarer ist da schon ein eigener RSS-Reader, möglicherweise eine Flipboard-Alternative. Das würde auch zum Aus des Google Reader und zum angekündigten Digg-Reader passen.

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.