Facebook-Managerin Sheryl Sandberg: Wir waren noch nie so stark seit unserem Börsengang

Robert Vossen

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sandberg

Na das ist doch mal eine Aussage:

Ich glaube, dass wir im Vergleich zum letztem Jahr, als wir an die Börse gegangen sind, bei jeder Kennzahl und Metrik die mir einfällt, heute eindeutig besser aufgestellt sind.

Damit das Statement aber nicht genüsslich auseinandergenommen werden kann, schränkt Facebooks Chief Operating Officer Sheryl Sandberg gleich ein, dass das natürlich nicht für den Aktienpreis gelte.

Fast 40 Prozent Verlust beim Aktienpreis

Damit revidiert sie auch gleich ihre zuvor getätigte Analyse, denn der Aktienpreis ist seit dem Börsenstart im Mai 2012 um fast 40 Prozent eingesackt. Statt 38 Dollar kostet die Aktie nur noch 24 Dollar. Verbesserung sieht anders aus.

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Sandberg hat natürlich andere Kennzahlen im Sinn: Vor allem die Möglichkeit, mobile Werbung anzeigen zu können und der Zukauf des Atlas-Ad-Servers von Microsoft, mit dem sich der Werbeerfolg besser messen lässt, hätten Facebook in eine komfortable Position gebracht. Die Börse scheint das freilich anders zu sehen.

Umsatz und Gewinn ähneln Licht und Schatten

Denn die ist an harten Zahlen interessiert, nämlich Umsatz und Gewinn – doch hier mischen sich Licht und Schatten. Zwar konnte Facebook beim letzten Quartalsbericht den Umsatz steigern, doch die Gewinnmarge ist auf 26 Prozent gesunken. Im Vorjahresquartal lag sie bei 36 Prozent – die zweite wichtige Kennziffer, die sich verschlechtert hat und die Sandberg entfallen zu sein scheint.

Allerdings hofft Facebook weiter auf die mobile Werbung, denn die werde für höhere Werbepreise verkauft und sei für die Konkurrenz schwerer zu imitieren. Und schon heute kommen 30 Prozent des Werbeumsatzes aus mobilen Anzeigen. Doch berücksichtigt man, dass mehr als zwei Drittel der Facebook User mit ihrem Smartphone auf Facebook zugreifen, hört sich das schon nicht mehr so beeindruckend an.

Mobile Strategie bleibt weiterhin nebulös

Die mobile Strategie bleibt also weiterhin nebulös, denn auch wenn die mobilen Banner effektiver sind, ist in der App schlichtweg nicht so viel Platz wie im Browser, um Werbung anzuzeigen. „Forbes“ warnt daher die Anleger, dass Facebook es nach wie vor nicht schaffe, die Nutzung der 1,1 Milliarden Mitgliedern angemessen zu monetarisieren. Im Worst Case könne der Aktienpreis sogar um weitere 40 Prozent fallen.

Das größte Problem für Facebook ist aber eine drohende Social-Media-Müdigkeit. Ersten Anzeichen zufolge treibt sich die Jugend von heute lieber bei Instagram, Snapchat und anderen Netzwerken rum – Facebooks Glanz scheint zu verblassen. Jüngste Versuche dem entgegenzuwirken – beispielsweise durch Facebook Home – sind mehr oder weniger gescheitert.

Wie will Facebook wachsen?

Instagram wurde zwar schon vergangenes Jahr von Mark Zuckerberg gekauft, doch hier will man sich zunächst auf das User-Wachstum fokussieren, bevor es ans Geldverdienen geht. Immerhin: Bei Facebook ist die Strategie aufgegangen – doch wann man bei Instagram den ersten Cent verdient steht noch in den Sternen.

Sicher, Facebook wird morgen nicht die Koffer packen müssen, denn in der Tat ist das Netzwerk in vielen Bereichen gut aufgestellt. Gleichzeitig gibt es aber noch zahlreiche Baustellen – allen voran das Wachstum der User und des Umsatzes.

Denn bei mehr als einer Milliarde Nutzer ist es schwer, weiter im Rekordtempo zu wachsen. Im Gegenteil: In den USA hat Facebook innerhalb eines Jahres 10 Millionen User verloren. Das ist vielleicht noch kein Beinbruch, aber immerhin die dritte Kennzahl, bei denen Facebook schwächelt und die Sandberg wieder außen vor gelassen hat.

Es lässt sich also feststellen, dass längst nicht alles so rosig ist, wie Sheryl Sandberg uns das glauben lassen möchte.

Bild: Flickr / TechCrunch50-2008 (CC BY 2.0)

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.