Angriff auf Amazon: Google will eBooks verleihen – und verbietet Erotik-Büchern die freizügige Vorschau

Robert Vossen

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Google baut seine eCommerce-Aktivitäten aus und will nun auch in den Markt des eBook-Verleihs einsteigen. Das geht aus aktualisierten Richtlinien für Partner im Google Play-Store hervor. Wann die Funktion zur Verfügung stehen soll und wie der Dienst im Detail aussehen soll, ist derzeit allerdings noch ungewiss.

Autonome Preisgestaltung, verschiedene Leihfristen

Klar ist bisher nur, dass die Verlage den Preis in Form eines Prozentsatzes des Buchpreises selbst bestimmen können und dass es verschiedene Ausleihfristen geben soll. Auch soll es den Usern ermöglicht werden, mindestens 20 Prozent eines Buches kopieren zu können.

Grundsätzlich hält Google allerdings an dem Versprechen fest, auf Wunsch die Kopier- und Druckfunktion zu sperren und „wirtschaftlich zumutbare Bemühungen“ zu unternehmen, um dies auch gewährleisten zu können. Vermutlich ist so auch der Hinweis zu verstehen, dass man fortan das DRM-geschützte ePub-Format (2 und 3) bevorzuge, auch wenn Bücher nach wie vor per PDF angeliefert werden können.

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Dem Image zuliebe: Erotik-Bücher ohne Vorschaubildchen

Auch neu Es bleibt allerdings dabei: Erotik-Bücher mit „anzüglichen Bildern“ sollen künftig weiterhin nicht mehr in der Vorschau angezeigt werden. Entsprechende eBooks müssen nun auch mindestens 1 Dollar beziehungsweise den entsprechenden Gegenwert in Euro kosten. Das passt ins Bild, schließlich hat Google kürzlich die erste Porno-App für Google Glass gesperrt – ein bisschen will der Suchmaschinenkonzern dann doch ein familientaugliches Image erhalten.

Doch ungeachtet der Erotik-Klausel sieht es ganz so aus, als ob Google und Amazon an einer weiteren Front zu Konkurrenten werden. Für Google ist der Schritt aber nur eine logische Konsequenz – schließlich können im Google Play Store Filme schon länger ausgeliehen werden. Warum soll es diese Funktion nicht auch für Bücher geben?

Gerüchte schon seit 2011

Die Gerüchte hierzu sind übrigens nicht neu: Schon 2011 schloss Google Books-Manager Scott Dougall explizit nicht aus, dass man in Zukunft solch einen Leihdienst anbieten werde. Die Ankündigung fehlt zwar nach wie vor, doch man überarbeitet die Partnerrichtlinien ja nicht aus Langeweile.

Die Erfolgsaussichten der Verleih-Option stehen auch gar nicht so schlecht: Mehr als die Hälfte aller Tablets laufen inzwischen mit Android, bei Smartphones ist der Marktanteil noch größer. Gleichzeitig wächst der eBook-Markt kontinuierlich, wobei unklar ist, welchen Stellenwert der Verleih derzeit spielt.

Ich gehe jedoch davon aus, dass auch hier mit netten Wachstumsraten zu rechnen ist, zumal sich bei der Musik und bei Filmen immer mehr die Devise „Access statt Ownership“ durchsetzt.

Google schränkt seinen Kundenkreis nicht ein

Im Vergleich zum großen Konkurrenten hat Google auch den Vorteil, dass die Leihmöglichkeit nicht eingeschränkt wird. Während bei Amazon derzeit nur Prime-Kunden eBooks ausleihen können, fehlen bei Googles Partnerrichtlinien solche Angaben ebenso wie ein entsprechendes Programm zur Kundenbindung, das man mit solchen Vorteilen unterstützen muss. Zudem setzt der Suchmaschinenriese mit dem ePub-Format im Gegensatz zu Amazon auf einen plattformübergreifenden, weit verbreiteten Standard.

Man darf also durchaus gespannt sein, wann der Internetkonzern konkretes verlautbaren lässt, wie Amazon reagiert und wie sich der Markt danach weiter entwickelt.

Bild: Young woman using tablet / Shutterstock

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.