Last-Minute-Spender für Datenschutz-Spiel gesucht: „Data Dealer“-Macher hoffen auf Kickstarter-Endspurt

Robert Vossen

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So, die Damen und Herren, es eilt ein wenig: Data Dealer, ein prämiertes Online-Spiel zum Thema Datenschutz hat gerade eine Kickstarter-Kampagne am Laufen, doch jetzt ist Endspurt! Gut 4.000 Dollar fehlen den Machern aus Österreich noch – bis heute Abend um 22 Uhr habt ihr noch Zeit, euer Sparschwein zu schlachten.

Online-Demo über Datenschutz in Zeiten des NSA-Skandals

Data Dealer widmet sich dem Datenschutz und will spielerisch über diesen aufklären. Gerade in Zeiten von NSA, PRISM, Tempora und sonstigen Kürzeln und Codenamen ist das vermutlich dringender nötig als je zuvor. Bislang gibt es jedoch nur eine Online-Demo, bei der man eine große Datenbank in seinem Reich verwalten soll.

Dabei kann man mit gewieften Hackern und skrupellosen Krankenschwestern personenbezogene Daten abgreifen: Krankenakten, Spielständen, IP-Adressen, Kreditkartennummern – das volle Programm. Doch auch mit Kundenbindungskarten, Persönlichkeitstests und Dating-Seiten kann man Daten über User gewinnen. Spätestens hier trifft Virtualität auf Realität.

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Natürlich sind Daten an sich nutzlos – man muss sie verkaufen! Doch zum Glück sind die Supermärkte, Krankenkassen und Sicherheitsbehörden scharf auf jedes einzelne Bit und zahlen gerne dafür. Auch hier ist der Spielgedanke keineswegs abwegig.

FBI war bei 9/11-Ermittlungen auf Datenhändler angewiesen

Nur eines von vielen Beispielen aus der Realität ist Acxiom, ein Datenhändler, der im Schnitt über 1.500 Datenpunkte von 300 Millionen US-Amerikanern verfügt. Acxiom weiß derart viel über uns, dass das FBI im Zuge der Ermittlungen über 9/11 auf die Datenbestände des Unternehmens zurückgriff und von der Datenvielfalt begeistert war. Nicht unvorstellbar, dass die NSA damals neidisch wurde und eine eigene Datenbank dieser Größenordnung aufbauen wollte. Scheint ja gelungen zu sein, mag man meinen.

Doch zurück zu Data Dealer: Bislang gibt es erst eine rudimentäre Demo, doch Entwickler Wolfie Christl will das Spiel deutlich ausbauen. Es soll mehr Inhalte, Items, Missionen und Levels geben und sogar ein paar Multiplayer-Funktionen. Die Spieler sollen sich gegenseitig hacken können – eben wie im echten Leben.

Kein Plan B in der Schublade

Natürlich ist die Entwicklung kostspielig – das Geld von Kickstarter wird also dringend gebraucht. Einen Plan B hat man nach eigener Aussage noch nicht – ob und wie es mit „Data Dealer“ weitergeht, ist also ungewiss. Möglich ist damit auch, dass das Projekt aufgegeben werden muss. Aber soweit ist es noch nicht. Nun herrscht erst einmal Zweckoptimismus, dass bis heute Abend die Messlatte erreicht wird.

Die Entwickler, die mit der Demo schon einige Preise gewonnen haben und internationale Aufmerksamkeit unter anderem in der „New York Times“ erfahren haben, hoffen auf Rückenwind aus der aktuellen Diskussion und wollen vor allem Aufklärung leisten: Wie sieht die Ökonomie der persönlichen Daten im digitalen Zeitalter überhaupt aus? Was ist technisch möglich, wer sammelt was und was lässt sich damit anstellen? „Dieses Wissen“, so Christl gegenüber BASIC thinking, „ist entscheidend für einen selbstbestimmten Umgang mit persönlichen Daten“.

Um 22 Uhr wird abgerechnet

Und in der Tat: Zwar hat sich seit den Zeiten, wo Jugendliche regelmäßig Sauf-Fotos auf StudiVZ gepostet haben, schon einiges geändert. Doch viele tappen nach wie vor im Dunkeln und selbst Experten sind ja bekanntlich über das Ausmaß des NSA-Skandals verwundert.

Wir finden das Projekt jedenfalls gelungen und trommeln hiermit noch einmal gern dafür. Aber abgerechnet wird bekanntlich immer zum Schluss. Und der ist bereits heute um 22 Uhr deutscher Zeit.

Bild: Data Dealer

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Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.