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Anti-Kindle-Offensive: Weltbild und Hugendubel zahlen Tauschprämie für betagte E-Book-Reader

tolino-weltbildNeuer E-Book-Reader gefällig? Die Bücherriesen Weltbild und Hugendubel haben eine Alt-gegen-Neu-Aktion gestartet, um den Absatz des im März von der Telekom und verschiedenen deutschen Buchhändlern gemeinsam vorgestellten E-Book-Readers tolino shine weiter anzukurbeln. Zumindest bei Thalia war der Verkauf des deutschen Kindle-Konkurrenten ja offenbar vielversprechend angelaufen. Womöglich hat sich der erste Ansturm aber nun gelegt und neue Anreize müssen her. Angelockt werden sollen dabei nun offensichtlich Alljene, die schon seit Jahren über einen Reader verfügen und inzwischen über einen Neukauf nachdenken.

Wer sein Altgerät in einer der Filialen abgibt, darf sich bei Kauf eines tolino shine über einen Rabatt von 25 Euro freuen – vorausgesetzt, der alte Reader ist noch funktionsfähig, verfügt über USB- beziehungsweise Ladekabel und weist nur „minimale Kratzer und Gebrauchsspuren“ auf. Insbesondere letzteres ist ja bekanntlich relativ; es bleibt daher abzuwarten, wie strikt die Regelung ausgelegt wird. Von der Auktion ausgeschlossen sind zudem die bei beiden Buchhändlern erhältlichen Modelle Hugendubel Trekstor 4 Ink sowie Weltbild eBook Reader 4Ink. Sollte keine Filiale in der Nähe sein, funktioniert der Tausch auch über den jeweiligen Onlineshop. Die Kosten für den Hinversand des ausgedienten Readers übernehmen dabei Weltbild respektive Hugendubel.

Aktion läuft bis zum 17. August

Abzüglich des Rabatts beträgt der Preis des shine anschließend 74 Euro, ein etwaiger Versand ist kostenlos. Angesichts der umfangreichen Ausstattung – Hintergrundbeleuchtung, kostenfreie Telekom-HotSpot-Anbindung und Touchscreen – ist das Angebot auf dem Preisniveau eines Einsteiger-Kindles damit eine kaum zu schlagende Offerte. Für ebenfalls beleuchtete Touch-Modelle wie Kindle Paperwhite oder Kobo Glo werden aktuell immerhin 129 Euro fällig. Der Deal lohnt sich allerdings nur, wenn man über ein veraltetes Gerät oder einen günstigen „No-Name-Reader“ verfügt.

Für Besitzer eines Kindles ist der Direkttausch finanziell beispielsweise wenig attraktiv. Wie ein Blick auf laufende eBay-Auktionen offenbart, erzielt der Amazon-Reader dort meist einen deutlich höheren Preis als die gebotenen 25 Euro. Darüber hinaus stoßen Kindle-Nutzer auf ein zweites Problem: Bei Amazon erworbene, mit Kopierschutz versehene E-Books lassen sich aufgrund des speziellen Dateiformates praktisch nicht auf den shine übertragen – ein Großteil der bisherigen Digital-Bibliothek wäre damit quasi nutzlos. Keine Probleme sollte es hingegen bei Geräten geben, die ebenfalls das populäre EPUB-Format unterstützen.

Die Tauschaktion ist befristet und läuft bis zum 17. August. Als Partner fungiert der Technik-Aufkäufer Flip4New – somit sollte klar sein, warum die Altgeräte einen technischen und optischen Mindeststandard erfüllen müssen. Den tolino shine hat Christian für BASIC thinking übrigens ausführlich getestet und ist insgesamt zu einem positiven Ergebnis gekommen.

Bild: Screenshot

Über den Autor

Marcel Petritz

Informatiker, Online-Redakteur und ehemaliger Nerd bei BASIC thinking. Interessiert sich für Gaming, Film und Fotografie und hat von 2012 bis 2013 für uns geschrieben.

3 Kommentare

  • mir entzieht sich der Sinn dieser Aktion, wenn die eingesammelten Geräte dann via Flip4new an neue Kunden gehen

    und für die weltbild/Hugendubl/Thalia Gruppe ist es doch auch ein Risiko, dass sich der Kunde nach Begutachtung des trolino-Readers (der zweifelsohne keine schlechte Hardware haben mag) zurück zu Amazon bewegen, weil das Suchinterface, das Sortiment und die dort inzw. zahlreichen freien/verlagslosen Autoren einfach attraktiver sind – und dort schon einige Bücher im Account sind

  • Komische Aktion- lohnt sich für sehr, sehr wenige Kunden, am Ende kommt kleiner Rabatt aus, selbst ein funktionierender Oyo ist seine 15€ wert.
    10€ Rabatt würde allen Neukäufern was bringen.

    Aber- es wirkt, die Kunden freuen sich ihre alte Technik loszuwerden, es geistern ja dauernd Berichte wie viele Millionen alte Handys in deutschen Haushalten verstauben. Am Ende werden wohl genug teuerere Reader eingetauscht, war es doch bei der Neuwagenprämie angeblich auch so.

    Und diese absolut langweilige, unspektakuläre Aktion wird gesehen, darüber wird berichtet, diskutiert. 10-15€ Rabatt würde man heutzutage als normal einsehen, die wären keine große Meldung wert. Billig gute PR erzeugt, schlau.

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