„Eddy’s Run“ & Co.: Edward Snowden wird zum Spieleheld

Jürgen Kroder

Wer Edward Snowden ist, muss man bestimmt keinem mehr erklären. Verständlich, dass dem weltweit bekannten Whistleblower mittlerweile nicht nur Schlagzeilen gewidmet werden, sondern auch Spiele. Wie das neue Werk eines deutschen Entwicklerteams, das mit „Eddy’s Run“ ein Zeichen setzen will.

Eddy's Run

Hüpfender Whistleblower

Das Spielprinzip wie auch die Gestaltung von „Eddy’s Run: The Prism Prison“ sind ganz klassisch gehalten: In einem Jump & Run hüpft der Spieler als pixeliger Edward „Eddy“ Snowden durch zweidimensionale Levels. Dabei befindet er sich auf der Flucht vor Agenden und Drohnen, die ihm ans Leder wollen. Eine Berührung und schon prangt ein fettes „Game Over“ auf dem Bildschirm. Damit man wenigstens eine kleine Chance gegen seine Verfolger hat, gibt’s Interviews mit Journalisten, die als Savepoints dienen. Und als Dank erhält der flüchtende Snowden im Cartoon-Stil auch noch vier Notebooks, die er als Waffe nutzen kann, indem er sie verschießt.

Schon bald kann man sich auch mit EMP-Attacken verteidigen oder in Demonstranten-Gruppen untertauchen, um nicht erkannt zu werden. Das ist bitter nötig, denn das Thema Spionage nimmt das kostenlose Flashgame spielerisch gut auf: Überall wimmelt es von Agenten, Drohnen und Überwachungskameras – man kann fast keinen Schritt ohne Überwachung gehen.

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Ein spielerisches Statement „Made in Germany“

Hinter dem launigen Onlinespiel steckt das bislang unbekannte Studio Binji mit Sitz in Hamburg, das mit „Eddy’s Run“ sein erstes Game veröffentlicht hat. Das ist laut eigenen Angaben innerhalb von zwei Wochen entwickelt worden und soll eine Verneigung vor Snowden sein, was Binjii mit folgenden Worten ausdrückt.

It is a contribution in the fight against total surveillance and the undermining of democracy. It is our way of protest, an art project that aims to wake up people who still naively think that observation is necessary and does not affect their private life. It is a cry for help in the support of Edward Snowden and the freedom of each individual. It is setting a sign to stop EDDY’S RUN and free a refugee being chased by „the most powerful country in the world“.

An verschiedenen Stellen ruft Binji dazu auf, nicht nur ihr Jump & Run zu spielen, sondern selbst gegen die Überwachung durch die USA aktiv zu werden. Hierbei verlinken sie unter anderem auf Webseiten wie AVAAZ.org, Change.org und Stopsurveillance.org (was wir hiermit auch gern noch einmal getan haben).

Snowden als Gaming-Thema

„Eddy’s Run“ ist nicht das erste Game, das Edward Snowden zum Helden macht. So gibt es zum Beispiel seit einigen Wochen das Wimmelbild-Spiel „Where are you Edward Snowden„, bei dem man den Whistleblower in einer Masse von Menschen finden soll. Oder „Snowden Leaks: The Game“ wo es gilt, durch die Flure der NSA zu schleichen und Daten zu kopieren, ohne dabei erwischt zu werden.

Wie man sieht, inspiriert Edward Snowden die Gamedesigner. Man kann gespannt sein, ob er es vielleicht auch noch in große Produktionen schafft. Ein Auftritt in einem „Splinter Cell“-Teil vielleicht? Passen würde es ja!

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Bild: Screenshot

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.