Hardware

Multitouch-Steuerung auf jeder Oberfläche: Mit Haptix soll die Maus überflüssig werden

Seit Jahrzehnten kennen PC- und Mac-Benutzer Maus und Keyboard als die einzig wahren Eingabequellen. Seit ein paar Jahren werden Touch-Displays immer beliebter. Aber sind wir mal ehrlich: Mit dem Finger auf dem Monitor kann man einfach nicht gescheit arbeiten. Deswegen will das asiatische Start-Up Ractiv mit seiner Erfindung Haptix die Maus- und Touchscreen-Eingabe verschmelzen lassen.

Haptix

Finger- statt Maussteuerung

Was man von vielen Science-Fiction-Filmen kennt, soll mit Haptix umgesetzt werden: Egal, ob Tisch, Blatt Papier oder Laptop-Tastatur – jede annähernd glatte Oberfläche kann mittels Haptix quasi als Multitouch-Screen verwendet werden. Die Technik funktioniert ähnlich wie des Kinect-Sensor der Xbox 360: die Fingerbewegungen werden von der Kamera erfasst und entsprechend umgesetzt. Damit sollen sich Windows, Powerpoint, Excel und andere Anwendungen genauso steuern lassen, wie auch Bildbearbeitungsprogramme und Spiele im Stil von „Bejeweled“ oder „Battlefield“. Die Maus könnte in den Visionen von Ractiv somit überflüssig werden.

Wie Haptix im Live-Betrieb aussieht, zeigt dieses Produktvideo:

Geld für den Start benötigt

Laut Ractive soll Haptix unter allen Lichtbedingen funktionieren, egal ob helles Tageslicht oder schummriger Innenraum. Um das zu bewerkstelligen, werden zwei CMOS-Sensoren verwendet, die mit Licht, aber auch Infrarot funktionieren. Untergebracht sind die zwei Kameras in einem zirka acht Zentimeter breiten Aluminium-Gehäuse, das mit einem USB-Kabel an den PC angeschlossen wird. An einer drahtlose Version wird gerade genauso gearbeitet wie auch an der Unterstützung von mehreren Betriebssystemen. Aktuell ist Haptix unter Windows XP, Windows 7,  Windows 8 und Ubuntu nutzbar, Versionen für Mac OS X und Android sind angedacht. Mit letzterem sollen auch Smart TVs in den Genuss der Multitouch-Steuerung kommen.

Haptix befindet sich noch im Prototypen-Modus, für die Produktion sammeln die Entwickler gerade Geld auf Kickstarter. Mindestens 100.000 US-Dollar sollten für den Startschuss zusammenkommen, wovon Ractiv noch ein deutliches Stück entfernt ist. Aktuell wurden erst rund 35.000 Dollar für das Projekt gegeben, bis zu ihrem Ziel haben sie noch einen knappen Monat Zeit. Sollte Ractiv sein Kickstarter-Ziel erreichen, könnte HaptixFebruar 2014 ausgeliefert werden. Der Preis würde so um die 70 Dollar liegen.

Die SciFi-Steuerung – na endlich!

Wir befinden uns im Jahr 2013, aber um Computer richtig nutzen zu können, müssen wir immer noch auf anachronistische Eingabe-Geräte wie Maus und Tastatur zurückgreifen – das finde ich enttäuschend. Viele Science-Fiction-Filme zeigten uns bereits im letzten Jahrhundert, wie cool und einfach man mit Gesten und virtuellen Tastaturen hantieren könnte. Haptix ist meiner Meinung nach ein guter Schritt in diese Zukunft, deswegen freue ich mich darauf. Und ich hoffe, das Kickstarter-Projekt nimmt noch Fahrt auf, damit Ractiv sein Projekt finanziert bekommt.

Bild: Screenshot


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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

7 Kommentare

  • Ich frage mich mal ganz ehrlich was an einer Maus denn anachronistisch sein soll und was an einer virtuellen Tastatur besser
    Wer viel am Rechner Arbeitet bekommt vom Arbeiten mit großen Touch-Displays wohl eher eine Sehnenscheidenentzündung als von einer Maus ob das mit Haptix besser sein wird ?

  • Hab leapmotion getestet und es im Schrank gepackt. Einfach noch nicht ausgereift…
    Haptix könnte also da glänzen wo leapmotion versagt. Auch das Bedienkonzept ist ein anderes.
    Bei leapmotion müssen die Hände vor einem gehalten werden, was nach einiger Zeit in Sport ausartet. Haptix könnte also tatsächlich eine alternative zur Maus werden. Ich bin gespannt und freue mich auf die ersten Testberichte!

  • Gerade das (kurze) Beispiel eines First-Person-Shooter ist mehr als unglücklich. Wie soll bei sowas bittesehr eine Maus mit 2-5 Tasten (oder mehr) plus Mausrad durch „Rumgewische“ auf einer Fläche ersetzt werden?

  • Also ich finde es erstaunlich, das die Startschusskosten sich „nur“ 100.000 Dollar betragen für eine meiner Ansicht nach ausgeklügelte Technik, normalerweise müsste doch allein schon die Fortgeschrittene schlussendliche Ausreifung weitaus mehr betragen. Aber ich lasse mich da mal überraschen, vielleicht kann ich mir das einfch noch nicht vorstellen, besonders weil ich Kinect nicht besonders gut und ausgereift fand.

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