Paukenschlag! Microsoft kauft Nokia – für 5,44 Milliarden Euro

Hayo Lücke

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Was ist das bitte für ein Tag? Da kommt man nichtsahnend an den Schreibtisch und was darf man lesen? Microsoft übernimmt Nokia. Gut, die Spatzen haben einen solchen Schritt ja schon länger vom Dach gepfiffen, aber wollte man es so wirklich glauben? Christian und ich waren uns da nie so wirklich einig. Die Argumente, die dafür und dagegen sprachen, hielten sich in etwa in Waage. Jetzt ist alles anders. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Blicken wir kurz auf die Details.

Microsoft übernimmt Smartphone-Geschäft

Wenn ich sage, dass Nokia übernommen wird, ist das nicht zu 100 Prozent korrekt. Denn Microsoft wird zunächst einmal nur das Smartphone- und Handy-Geschäft von Nokia übernehmen – inklusive einiger zugehöriger Patente. Und das für immerhin 5,44 Milliarden Euro. In Zeiten, in denen Vodafone seinen Anteil an Verizon Wireless für 100 Milliarden Euro an Verizon verkauft, mag das als recht wenig erscheinen, man darf aber auch nicht vergessen, wo Nokia im Moment steht. Nach einer schweren Krise, blüht das zarte Nokia-Pflänzchen langsam wieder auf. Die Betonung liegt auf langsam. Denn gemessen an den Absatzzahlen liegt der Konzern nach wie vor weit hinter Größen wie Apple oder Samsung zurück. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Erfolgsgeschichte in den kommenden Monaten weitergehen wird. Denn persönlich finde ich die Smartphones des finnischen Konzerns richtig hübsch und die zur Verfügung gestellten Gratis-Dienste müssten eigentlich viel mehr Menschen begeistern.

Als Problem erweist sich nach wie vor, dass das Betriebssystem Windows Phone verwendet wird. Viele Menschen werden damit einfach nicht wirklich warm, was ich ebenfalls bedauerlich finde, denn im Grunde steht es iOS und Android in nichts nach. Klar, man muss das Kachel-Design mögen, aber sind wir mal ehrlich: Die Live-Kacheln, die Informationen in Echtzeit auf den Startbildschirm transportieren, sind schon cool. Andererseits muss man aber auch festhalten, dass es weiterhin viele Apps für Windows-Smartphones einfach nicht gibt. Und das ist wirklich ärgerlich. Zwar sind Nokia und Microsoft bestrebt, an diesem Missstand etwas zu ändern, problematisch ist der Status quo aber dennoch. An der nach wie vor ebenfalls fehlenden Nachrichtenzentrale wird dem Vernehmen nach ja bereits gearbeitet. Windows Phone entwickelt sich – wenn auch nicht so schnell wie man es sich manchmal wünschen würde.

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Fest steht mit dem heute Morgen vollzogenen Schritt aber auch etwas anderes. Nokia-Smartphones auf Basis von Android – und ich weiß, dass da nach wie vor viele drauf gewartet haben – wird es auf absehbare Zeit nicht geben. Microsoft wird mit aller Macht versuchen, Windows Phone in die Erfolgsspur zu schieben. Und der amerikanische Software-Marktführer wird sich das auch sicherlich einiges kosten lassen. Die Marketing- und Vertriebs-Maschinerie kann angeschmissen werden.

Was wird aus Nokia?

Interessant finde ich auch, dass 32.000 Nokia-Mitarbeiter vorbehaltlich einer Zustimmung der Kartellwächter zu Microsoft wechseln werden. Wer bei Nokia angestellt bleibt, wird der Netzwerksparte angehören – zuletzt wurde ja von Siemens ein letzter Teil von NSN übernommen – oder weiter an Kartendiensten für Here arbeiten.

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Spannend dürfte auch sein, was nun mit Nokia-Chef Stephen Elop passiert. Er ist nach dem Rückzug von Steve Ballmer als Nachfolger für den Chefposten bei Microsoft im Gespräch. Sollte es wirklich so kommen, sorry, aber dann bin ich davon überzeugt, dass hinter den Kulissen schon seit Elops Amtsantritt nur auf diesen nun vollzogenen Pakt hingearbeitet wurde, wir aber nur nichts davon mitbekommen haben bzw. sollten. Schließlich kam er ja einst von Microsoft zu Nokia. Von Nokias Konzernspitze ist Elop übrigens bereits zurückgetreten. Das Handy-Geschäft leitet er aber vorerst weiter. Vorerst! Nebenbei bemerkt: In einem offenen Brief haben sich Elop und Ballmer inzwischen übrigens zu Wort gemeldet. Tenor: „Gemeinsam werden wir die Grenzen der Mobilität neu definieren.“ Na dann mal los!

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Hayo Lücke hat von 2009 bis 2014 insgesamt fünf Jahre lang für BASIC thinking geschrieben und dabei über 300 Artikel beigesteuert.