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Tauziehen um die Reisenden: Apple Maps kommt Google Maps immer näher

DomMaps
geschrieben von Tobias Gillen

Ja, ja, dieses Apple Maps. In iOS 6 verspottet – in iOS 7 der große Wurf? Comscore hat neue Zahlen zum appleeigenen Kartenprogramm veröffentlicht.

Karten

Erst Spott und Hohn…

Es war gegen Ende September, als Apple-CEO Tim Cook den frustrierten iOS6-Nutzern empfahl, die hauseigene Karten-App nicht mehr zu nutzen, bis man bestehende Fehler ausgemerzt hatte. Das hörte sich dann in etwa so an:

We are extremely sorry for the frustration this [Die Karten-App] has caused our customers and we are doing everything we can to make Maps better. […] While we’re improving Maps, you can try alternatives by downloading map apps from the App Store like Bing, MapQuest and Waze, or use Google or Nokia maps by going to their websites and creating an icon on your home screen to their web app.

Hervorgegangen war der bei Usern nicht gern gesehene Rauswurf der Google-Apps, also YouTube und eben Maps. Apple wollte das auf eigene Faust lösen. Und unterschlug kurzerhand einige Flüsse, setzte die Antarktis neben Australien und verschob den Kölner Dom gefährlich weit zur falschen Rheinseite. Der Spott und Hohn der Netzgemeinde war Apple damit sicher, dabei wollte man es doch so schön machen.

… dann der große Triumph?

Nun aber scheint Apple offenbar zurückzuschlagen. Wie Comscore herausgefunden haben will, sollen im September nur noch sechs Millionen amerikanische iOS-Nutzer Google Maps auf Apple-Geräten verwendet haben. Vor dem Launch von Apple Maps waren es noch ca. 24 Millionen Nutzer mehr. So langsam scheint sich Apple Maps also zu etablieren, was wahrscheinlich auch der Bequemlichkeit der Nutzer geschuldet sein dürfte, die eher das vorhandene Programm nutzen, als sich ein neues runterzuladen.

Apple Maps habe inzwischen rund 35 Millionen Benutzer, während sich Google Maps mehr und mehr auf Android-Geräte zurückzieht. Immerhin: Insgesamt hat Vorreiter Google noch einen entspannten Vorsprung, auch wenn sich die beiden Kontrahenten langsam näher kommen. Google hat aber – im Gegensatz zu Apple – noch immer den Vorteil, dass es auf allen Betriebssystemen in den Stores heruntergeladen werden kann. Apple Maps hingegen ist nur auf iOS-Geräten erhältlich.

Zudem dürfte Google Maps am Desktop-Rechner ebenfalls noch bekannter sein. Bis jetzt: Denn im OS-X-Update auf Mavericks hat Apple auch die Karten-App integriert und praktisch mit den iOS-Geräten verknüpft. Das Tauziehen um die Reisenden geht also weiter…

Bild: Screenshot


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

2 Kommentare

  • Ich finde es überaus interessant, dass der Artikel noch nicht einmal die Kritik äußert, dass man bei iOS-Geräten gar keine andere Map-App als Standard-App einstellen kann. Jeden Location-Link den ich anklicke landet in den Apple Maps. Kein Wunder also, dass die Nutzung von Google Maps zurückgeht.

  • @Andreas: Wenn du dir ein Apple Gerät zulegst, darfst du auch damit rechnen, dass Apple versucht Dich auf seine Dienste zu locken.

    Glücklicherweise war das nur ein temporäres Problem bei den Apple Maps. Mittlerweile vermisse ich bei den Apple Maps nichts mehr.

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