Ego-Shooter-Tool „FPS Creator Reloaded“: Kommt das nächste „Call of Duty“ aus deinem Wohnzimmer?

Jürgen Kroder

Mal ein Spiel nach seinen Wünschen erschaffen – davon träumt jeder Gamer. Leider sind die Einstiegshürden extrem hoch. Wer kein Informatik-Studium absolvieren will, für den gibt es zahlreiche Hobby- und semiprofessionelle Tools. Eines davon ist der seit Jahren erhältliche „FPS Creator“. Den gibt es nun in seiner neuen Fassung „FPS Creator Reloaded“.

FPS Creator Reloaded

Ego-Shooter selbst zusammenklicken

Das „FPS“ im Namen steht für die Abkürzung „First Person Shooter“, also für die in unseren Breitengradem eher bekannte Bezeichnung „Ego-Shooter“. Wie erwähnt, gibt es den „FPS Creator“ (kurz: „FPSC“) schon seit einigen Jahren und er erfreut sich großer Beliebtheit, besonders in der Indiegames-Szene. Damit entstanden schon ein paar kommerzielle Produkte, die sich aber nicht  zu Kassenschlagern mauserten. Der Grund: Seine einfache Drag-und-Drop-Bedienung erkaufte sich der „FPS Creator“ mit einer kruden Grafik, die sich auf „Half Life 1“-Niveau befand.

Der „FPS Creator Reloaded“ soll viele Schwächen seines Vorgängers ausbügeln. Eines der Kernfeatures ist, dass man nun große Außenareale gestalten kann. Wie man in der Produkt-Galerie sieht, trumpft das Ego-Shooter-Tool mit Bergen, Flussläufen, Schluchten oder Vulkanan auf. Wie man aber auch zur Kenntnis nimmt, hat sich die grafische Qualität im Vergleich zum Vorgänger deutlich verbessert – auf der Höhe der Zeit ist sie allerdings trotzdem nicht.

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Wer denkt, er könne mit dem „FPS Creator Reloaded“ nun das nächste „Call of Duty“, „Crysis“ oder „Battlefield“ entwickeln, der wird enttäuscht. Aber für die professionelle Entwicklung von AAA-Titeln wurde das Tool auch nicht entwickelt. „We’re a UK Indie development team with years of experience. FPS Creator Reloaded is being designed by gamers for gamers and we want to build and design it along with our enthusiastic community”, heißt es auf der offiziellen Webseite. Das bedeutet: Ein Tool wurde von ein paar leidenschaftlichen Indie-Entwicklern programmiert, die ebenso leidenschaftlichen Hobby-Entwicklern ein Tool für ihre ersten Schritte in die Spieleentwicklung liefern wollen. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Zombies zum Kaufen

Doch die „FPS Creator“-Serie (neben dem „FPS Creator“ und dem „FPC Creator Reloaded“ gab es auch einen gefloppten „FPS Creator X10“) lebt nicht nur vom Idealismus alleine. Der „FPS Creator Reloaded“ wird wie die Vorgänger gegen Bezahlung angeboten. Die aktuelle Beta-Version kann man in drei verschiedenen Preisklassen erwerben: von 25 bis 80 US-Dollar soll man dafür hinlegen. In der 80-Dollar-Version (inkl. Porto sind das umgerechnet genau 63,49 Euro) erhält man nicht nur das Tool, sondern unter anderem auch das Recht, seine Ergebnisse zu verkaufen. Und vier „Model Packs“ werden mitgeliefert. Letztere sind wichtig, denn der „FPS Creator Reloaded“ stellt wie seine Vorgänger nur ein Grundgerüst an Models (also Gegner, Waffen, Umgebungsobjekte etc.) zur Verfügung. Wer bestimmte Vorstellungen hat – zum Beispiel die Entwicklung eines Zombie-Shooters – kann sich entsprechende Model-Packs kaufen.

Auch wenn man mit dem „FPS Creator Reloaded“ wieder kein High-End-Spiel entwickeln kann, so freue ich mich über den Release. Ich habe bereits mit dem Vorgänger ein paar Levels entworfen und bin nun gespannt wie ein Flitzebogen auf die neuen Möglichkeiten. Wenn Interesse besteht, teile ich meine Erfahrungen mit dem „FPC Creator Reloaded“ gerne mit der BasicThinking-Community.

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Bild: FPS Creator Reloaded

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.