Geld auf der eigenen Website sammeln: Indiegogo kündigt Embedding-Funktion für Crowdfunding-Kampagnen an

Jürgen Kroder

Wenn man über Crowdfunding-Projekte redet, dann fällt meist zuerst der Name Kickstarter. Kickstarter hier, Kickstarter dort. Gerade im Gaming-Bereich ist Kickstarter mittlerweile das Synonym für Crowdfunding geworden. Einen weiteren Platzhirsch vergisst man dabei gerne mal: Indiegogo. Damit die Amis nicht im Kickstarter-Hype untergehen, starten sie bald eine Offensive, um ihre Plattform attraktiver zu machen: Indiegogo Outpost.

indiegogo

Neue Ideen für mehr Reichweite

Indiegogo bezeichnet sich selbst als „the world’s largest crowdfunding platform“. Ob das so stimmt, bezweifelt zum Beispiel „TechCrunch“. Aus meiner Sicht würde ich sagen, dass Indiegogo – zumindest in unseren Breitengraden – unbekannter als der Mitbewerber Kickstarter ist. Aber: Ob das so stimmt oder nicht, ist eigentlich nebensächlich. Denn eines ist klar: Indiegogo ist nicht die einzige Crowdfunding-Plattform der Welt, mittlerweile füllt sich der Markt. Damit man hier nicht untergeht und weiterhin zu den Bekanntesten und Größten zählt, bedarf es neuer Ideen. Eine davon hat Indiegogo eben frisch verkündet: Man will das Geschäftsmodell ausweiten und das Embedding-Tool Indiegogo Outpost im Frühjahr veröffentlichen.

Damit soll es möglich sein, die Kampagnen, die bisher exklusiv auf Indiegogo liefen, auch parallel kostenlos auf der eigenen Website einzubinden. Bei diesem Embedding sollen User das Aussehen bestimmen und auf die Marketing-Materialien wie Social Media und Newsletter zugreifen können. Nicht nur das: Indiegogo will bei seinen „Außenposten“ auch den Einsatz eigener Tools wie beispielsweise Google Analytics, KISSmatric oder Facebook Retargeting erlauben.

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Mit diesen Funktionen können Kampagnen individualisiert werden und außerhalb des Indiegogo-Kosmos laufen. Das klingt zuerst nach einem Knieschuss und einer Verzweiflungstat. Denn so könnte der Crowdfunding-Plattform Traffic verloren gehen. Andererseits: Schwarmfinanzierte Projekte leben von Freunden, Bekannten und Fans – und die holt man nun mal am besten auf seiner eigenen Website ab. Hier ist das Vertrauen und die Bereitschaft zum Spenden am Höchsten. Somit könnte Outpost zwar zu einem Besucherverlust auf Indiegogo selbst, aber zu einem Anstieg der Pledges führen.

Bald neue Abzock-Methoden?

Ein kluger Schachzug? Scheint so. Nicht nur deswegen. Denn durchs Embedden wird analog zu Youtube-Videos oder Google-Maps-Karten die Marke Indiegogo schnell, einfach und viral verbreitet. Vielleicht wird so in ein paar Monaten dann nicht mehr Kickstarter als Synonym für Crowdfunding stehen, sondern Indiegogo?

Eine Sache sollte man aber noch bedenken: die Kehrseite der Medaille. Wenn es sich etabliert hat, dass Indiegogo-Kampagnen auf allen nur erdenklichen Webseiten stattfinden können, wird das sicherlich auch schwarze Schafe magisch anziehen. Ich sehe schon die Schlagzeilen vor mir: Abzocke und Trojaner durch gefälschte Indiegogo-Seiten.

Dagegen hilft dann wie immer eine Prise Menschenverstand und Misstrauen. Und sicherheitshalber ein Besuch der Indiegogo-Webseite, wo alle Projekte gespiegelt werden.

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Bild: Screenshot

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.