Unternehmen

Netzneutralität in den USA adé: FCC bereitet Vorschlag zum Zwei-Klassen-Internet vor

Weblyzard
geschrieben von Tobias Gillen

router_zange

Sprechen wir mal wieder über Netzneutralität. In Deutschland spätestens seit den Plänen der Telekom, eine Drosselung in DSL-Verträgen für bestimmte Dienste aufzuheben, ein großes Thema. Und auch in den USA wird immer wieder darüber diskutiert – nun scheint es ernst zu werden.

Netzneutralität adé

Denn die Federal Communications Commission (FCC), eine unabhängige Behörde, die die Vertriebswege Rundfunk, Satellit und Kabel regelt, möchte es Unternehmen erlauben, sich schnellere Datenwege zu erkaufen. Konkret bedeutet das, dass all jene Konzerne mit ordentlich Budget oder spendablen Unterstützern künftig bei den Netzanbietern, etwa Verizon oder Comcast, eine Überholspur auf der letzten Meile für ihre Dienstleistungen kaufen können.

Denkbar wäre etwa, dass sich Netflix für sein Streaming-Angebot diese Überholspur zulegt und somit garantiert, dass die gestreamten Filme und Serien auch in gewünschter Performance beim Endkunden ankommen. Ähnliche Beispiele sind mit Facebook, Google und anderen Internet-Riesen denkbar. In dem Fall würde das Internet in mehrere Klassen aufgeteilt – und die Netzneutralität wäre dahin.

Änderungen noch möglich

Denn dann würden die kleineren Unternehmen, die sich die Überholspur nicht leisten können, auf der Strecke bleiben – im wahrsten Sinne des Wortes. Bei Netzüberlastungen würden sie hinten an stehen, während die finanzstarken Konzerne punkten könnten. Laut FCC soll die Überholspur aber alle zahlenden Kunden gleichermaßen behandeln – ein schwacher Trost, dass sich die Kunden der ersten Klasse nicht noch untereinander überbieten können.

Zudem müssen die Vereinbarungen zwischen Provider und Unternehmen „kommerziell vernünftig“ sein, wie ein FCC-Sprecher sagte. Das bedeutet, dass andere Unternehmen nicht blockiert werden dürfen. Am 15. Mai soll die neue Regelung von der FCC formell verabschiedet werden, Änderungen sind also noch möglich.

Bild: Hand cutting internet cable of router / Shutterstock


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

2 Kommentare

  • Und wo liegt das Problem? Bei den genannten Seiten ist es sinnvoll wenn sie schnell laufen und dadurch an Zuverlässigkeit gewinnen.
    Wichtig ist in diesem Kontext, dass geklärt wird was zur Standardgeschwindigkeit, bzw. zur Geschwindigkeitsgrenze erklärt wird. Wenn die Geschwindigkeitsgrenze 50.000 kbit/s ist und nur Google, Facebook und diverse Streaming-Seiten sich die Möglichkeit erkaufen können ihre Inhalte über eine 100.000er-Verbindung unter die Leute zu bringen, dann ist das doch in Ordnung.
    Sollte dieser Beschluss aber zur Folge haben, dass, wer kein Geld hat, auf 768 kbit/s (oder ähnlich unzumutbare Geschwindigkeiten) heruntergestuft wird, dann, aber auch nur dann kann sich beschwert werden.

Kommentieren