Unternehmen

Augmented Reality auf der Visitenkarte – trendy oder unnötig?

Wer in der Medien- und IT-Branche arbeitet, der muss aus der Masse herausstechen. Sei es mit verrückten Ideen, ausgefallenen Klamotten, markanten Aussprüchen … oder mit einer originellen Visitenkarte.

bleamcard

Analoge Karten mit digitalen Daten

Ja, Visitenkarten sind eine Wissenschaft für sich. Das simple Pappkärtchen, das Firma, Name, Anschrift, Telefon und Mailadresse bietet, ist schon längst überholt. Wer etwas auf sich hält, verwendet ein anderes Material (zum Beispiel aus Alu oder aus Teig) oder eine ausgefallene Form. Und ein QR-Code ist eigentlich schon längst Pflicht, ja, fast schon „oldschool“.

Was ist der nächste Trend, um in Sachen Visitenkarte ganz vorne mit dabei zu sein? AR, also Augmented Reality, könnte etwas sein.

Das französische Start-Up „Ubleam“ hat bereits 2011 damit begonnen, ein System für AR-Funktionen zu entwickeln. Nun wollen sie es weltweit auf Visitenkarten verbreiten, den sogenannten „BleamCards“. Diese sehen auf den ersten Blick ganz gewöhnlich aus. Hält man sie aber vor die Kamera seines Smartphones und startet die „BleamCard“-App, so zeigen sich typisch AR deutlich mehr Informationen. Persönliche Daten, Videos, Arbeitsproben oder SocialMedia-Informationen – alles soll abruf- und jederzeit update-bar sein.

Der Hype bleibt noch aus

Das klingt ziemlich interessant, finde ich. Zumindest in der Theorie. In der Praxis scheitert das „BleamCard“-Konzept daran, dass es noch in den Kinderschuhen steckt und kaum verbreitet ist. Das wollen die Franzosen ändern, indem sie dieses Jahr groß durchstarten. Eine Million Nutzer wollen sie laut eigenen Aussagen in 2014 erreichen.

Wie sie das meistern wollen? Mit Geld. Dem Geld der Crowd. Auf Indiegogo möchten sie bis zum 6. Juni 50.000 Euro einsammeln. Mindestens. Das reicht aber nur für die ersten, zaghaften Schritte. Um ihre Idee außerhalb von Europa bekannt zu machen und über den großen Teich zu bringen, würden sie 500.000 Euro oder mehr benötigen. Danach sieht es aber gerade nicht aus. Ganz und gar nicht.

Gerade mal etwas mehr als ein Zehntel der Mindestsumme, 6.165 Euro, konnten bislang eingesammelt werden. Na ja, vielleicht sind AR-Visitenkarten doch kein Trend von Morgen? Was denkt ihr?

Bild: Ubleam


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

8 Kommentare

  • Hm, was genau ist da jetzt der große Vorteil gegenüber einem normalen QR-Code der auf eine Webseite verlinkt, wo dann genau die selben Daten präsentiert werden?
    Zumal man dann nicht noch eine weitere App braucht – ScannerApp+WebBrowser hat ja eh schon jeder auf dem SmartPhone.

  • Hallo,

    ich danke Ihnen für Ihre Artikel.

    Wir schlagen vor, eine interaktive Logo, das den Zugriff auf alle Ihre Inhalte in Augmented Reality gibt (was nicht der QRcode):

    Mit besten Grüßen

  • Die Idee ist prinzipiell gut.
    Der Schwachpunkt liegt allerdings im Preis.
    Der Aufwand zur Einrichtung und zum Betrieb einer augmentierten Visitenkarte ist so hoch, dass er den Wert der Visitenkarte um ein Vielfaches überschreitet.
    Ich kann mir heute für 50 € 5.000 Visitenkarten drucken lassen. Der (durchaus berechtigte) Preis bei Ubleam liegt bei 37,50 € je Monat. Gehen wir von einer minimalen Haltbarkeit einer Visitenkarte von einem Jahr aus, dann zahle ich nur für die Augmentierung 450 €. Das ist das neunfache der Produktionskosten der Visitenkarte. Das Thema Design habe ich ausgeklammert, da es für die Augmentierung eines zusätzliches Designs bedarf.
    Ich würde mich über einen Erfolg von Ubleam sehr freuen, muss aber leider gestehen, dass ich daran nicht glaube.

  • Ich hab die app jetzt spaßeshalber tatsächlich mal kurz ausprobiert. Zuerst hat es gar nicht funktioniert (Server nicht erreichbar) und als es letztendlich doch mal geklappt hat, war es nichts weiter als ein QR code ripoff. Von Augmented Reality keine Spur.

    Andererseits interessiert mich das ganze sowieso nur vom technischen Aspekt her. Aber bezogen auf die Praxis? Wozu um Alles in der Welt brauche ich multimediale Inhalte auf der Visitenkarte? Falls ich mal ein paar Saufvideos mit Geschäftskontakten teilen wollte, oder wie? Oder ein paar Urlaubsfotos?

    Achja, ich weiß ja nicht, ob Typos und andere Fehler auf BT korrigiert werden, aber „in 2014“ hört sich wirklich ganz furchtbar an. Im Deutschen stellt man Jahreszahlen kein „in“ voran.

  • Wir werden einen speziellen Web-Plattform BleamCard erstellen. Der Jahresbeitrag beträgt 50 € für das Wohl aller Dienstleistungen.

    Muss auf Indiegogo getestet werden, um die Wirkung der erweiterten Realität zu sehen. Wir haben noch nicht integriert die Augmented-Reality-Plattform BleamManager.

    Guten Tag.

Kommentieren