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Apple ft. DuckDuckGo: Mehr Privatsphäre beim Suchen unter iOS 8 und Mac OS X Yosemite

DuckDuckGo
geschrieben von Tobias Gillen

Habt ihr auch immer so ein schlechtes Gewissen bei der Benutzung von Google? Ich habe mir schon lange vorgenommen, für meine Internetrecherchen die anonyme Suchmaschine DuckDuckGo zu verwenden, die keinerlei Nutzerdaten mitschneidet und sammelt. Eine tolle Alternative zur Datenkrake Google hat sich da aus dem NSA-Skandal entwickelt, auch wenn der Datenschutz wohl nie das primäre Ziel war – zumindest bis zum vergangenen Jahr.

DuckDuckGoSeither haben sich die Suchanfragen dort rasant entwickelt, auf zuletzt über fünf Millionen Anfragen pro Tag. Ich persönlich habe es leider dennoch nie konsequent geschafft, von Google wegzukommen. Selbst dann nicht, wenn ich die DuckDuckGo-App gleich neben meinem mobilen Safari-Browser auf dem Homescreen ab- oder es als meine Startseite festgelegt habe. Viel zu eingefahren sind die jahrelang antrainierten Abläufe bei der Suche im Netz.

Ich nehme mal an, dass es mir damit nicht alleine so geht. Nun gibt es aber gute Neuigkeiten von DuckDuckGo: Die Suchmaschine wird künftig in iOS 8 und Mac OS X Yosemite integriert sein. Wie aktuell auch, wird man zwischen mehreren Suchmaschinen wechseln können, über die die Suchen im Browser dann automatisch laufen. Aktuell sind das Google, Microsoft Bing und die Yahoo Suche – voreingestellt ist nach wie vor Google.

Distanz zwischen Apple und Google

Doch Apple und Google haben sich spätestens seit den auslaufenden Verträgen vor dem iOS-6-Launch, wo bereits die vorinstallierten YouTube- und Google-Maps-Apps weichen mussten, immer weiter voneinander distanziert. Die Spotlight-Suche und alle Suchanfragen über Siri werden künftig nicht mehr mit Google sondern mit Bing laufen.

Hinzu kommt nun also auch DuckDuckGo. Und dass sich die Integration einer auf Datenschutz bedachten Suchmaschine in Zeiten von NSA, Snowden und Co. PR-technisch ganz gut macht, zeigt Apple dann in der Pressemitteilung für OS X Yosemite mal wieder deutlich:

Safari also gives you more control over your privacy, with separate Private Browsing windows and built-in support for DuckDuckGo, a search engine that doesn’t track users.

Auch DuckDuckGo freut sich darüber, die nach eigenen Angaben erste, auf Privatsphäre fokussierte Suchmaschine zu sein, die in einen der Top-4-Browser integriert ist:

We are thrilled to be included in Safari and it’s great that Apple is making it easy for people to access our anonymous search option. This makes DuckDuckGo the first privacy-focused search engine to be added to one of the top four browsers and is a huge milestone for both us and privacy supporters.

Verständlich. Nur müssen die Nutzer diese Option auch erst einmal kennen und finden. In den Einstellungen von iOS kann man unter Safari -> Suchmaschine seinen Favorit auswählen. Bei Mac OS X kann man das in den Safari-Einstellungen unter Allgemein -> Standard-Suchmaschine.


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Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

6 Kommentare

  • Dennoch wurde in der Präsentation der WWDC auf die Verschlüsselung von RC4 hingewiesen, obschon diese als unsicher gilt. Daher traue ich Apple nicht ganz…

  • kann mir als nicht Apple User mal einer Erklären warum, das eine News ist?
    In Chrome o. Firefox kann ich mir meine Suchmaschine aussuchen bzw. definieren. Geht das in Safari nicht?

  • safari benutzen aber sich sorgen machen darum, dass google die suchanfragen mitschneidet? sehr clever.

    ich bin übrigens stark enttäuscht, dass BT es noch nichtmal geschafft hat einen Artikel zu der TrueCrypt geschichte zu schreiben.

  • Ich kann diese Angst um Daten und diese regelrechte „Googlephobie“ absolut nicht nachvollziehen. Das einzige, was mir bisher durch die Datensammlung beschert wurde, sind Werbeanzeigen, die mich ab und zu sogar interessieren. Dass Google mit den Daten Geld macht stört mich nicht, die NSA wird schon ihre Wege haben an Daten heranzukommen. Für diese Pseudofreiheit die „Entscheidung“ in der Hand halten zu dürfen, welche Daten man freigibt und welche nicht, würde ich nicht gegen die so hervorragenden und kostenlosen Google Dienste nutzen. Mir scheint es in Mode gekommen zu sein, ohne Google das Internet zu nutzen, als wäre es essentiell seine Daten um jeden Preis zu schützen. Wie auch die tausenden überflüssigen Datenschützer, die bei jeder kleinen Änderung der AGB bzw. Datenschutzerklärung wie aufgeschreckte Kakerlaken aus ihren Löchern in sämtliche Medienanstalten kriechen.
    Ich nutze gerne Google und meine bereits bekannten Daten gebe ich dafür her, ich bin ja schließlich kein Terrorist, der sich sorgen seiner Suchbegriffe wegen machen muss.

  • @croaker Was ist ein Apple User?

    Apple macht das nicht grundlos und es ist eine Kampfansage an Google.
    Jobs Ziel war es, sich an Google wegen Android zu rächen.

    Ich habe nach Bekanntwerden der NSA-Affäre mein Google-Konto stillgelegt. Das war schon längst überfällig.

    Nehmt es einfach an, dass Apple Eure Welt als User besser macht. Natürlich sollte man dabei auch immer etwas mitdenken.

    Bei Facebook, Google und WhatsApp ist der USER das PRODUKT !

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