Der nackte User: Die Korsage „x.pose“ zeigt, wie exhibitionistisch und gedankenlos wir sind

Jürgen Kroder

Wir alle tragen Smartphones mit uns herum und tauschen – meist gedankenlos – ständig Daten aus. So sammeln Unternehmen wie Google oder Facebook massiv unsere Informationen, wodurch sie ein klares Portrait von uns allen haben. Wir machen uns also virtuell nackt. Das Projekt „x.pose“ stellt das eindrücklich dar.

xpose

Wir sind alle Exhibitionisten – und wissen es nicht

„x.pose“ versteht sich als künstlerischer Kommentar auf die Internet-Kultur unserer Generation. Hierbei handelt es sich um eine Korsage aus dem 3D-Drucker, die einerseits interessant und „spacig“ aussieht. Andererseits hat sie auch ein interessantes Innenleben zu bieten: Es besteht aus einem Arduino-Board, das sich mit dem Smartphone austauscht.

Je mehr Daten die Trägerin der Korsage mit ihren Handy erzeugt, desto durchsichtiger wird das Kleidungsstück. Und sie damit nackter. „x.pose“ stellt damit eine Echtzeit-Reflektion unseres Internet-Verhaltens dar, welche die Künstler mit folgenden Worten beschreiben:

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In the digital realm, we are naked and vulnerable.

x.pose from Xuedi Chen on Vimeo.

Somit steht bei dem Designstück nicht der erotische Faktor im Vordergrund, wie man vielleicht vermuten mag. Es soll uns stattdessen verdeutlichen, wie exhibitionistisch der moderne Mensch ist – besonders wenn es um seine persönlichen Daten geht. Und das sollte uns mal wieder zum Nachdenken anregen.

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Bild: x.pose

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.