„The Guardian“ experimentiert mit Google Glass. Ist das die Zukunft des Journalismus?

Jürgen Kroder

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Wenn man „The Guardian“ hört, denkt man an eine ehrwürdige, britische Tageszeitung, die von konservativen, alten Herren gelesen wird. So viel zum Vorurteil. Dass die Hersteller des Blattes alles andere als angestaubt sind, zeigen sie mit einem innovativen Schritt: Sie bieten nun eine App für Google Glass an.

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Zeitung 3.0?

Wie „The Guardian“ am Montag mitteilte, kann man ab sofort unter glass.theguardian.com ihre offizielle App für Google Glass nutzen. Damit wolle man „mit innovativen Plattformen für den Journalismus experimentieren“, so Tanya Cordrey. Die Chief Technical Officer erklärt auf dem offiziellen Blog weiter, man wolle „spannende Möglichkeiten herausfinden“, was ihre User wollen und was nicht.

Desweiteren fallen diese Sätze:

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Dieses junge Gebiet der Technologie bietet Möglichkeiten für Nachrichten-Unternehmen. Einerseits, um den Lesern eine neue Art des Journalismus mit stark personalisierten News und Informationen zu bieten. Andererseits bieten sie jungen Journalisten neue Wege an, um News und Geschichten zu sammeln. Publisher, die das ignorieren, tun das auf eigene Gefahr.

Wow, das sind große Worte von einem Unternehmen, das man eher in die Ecke der „Old Economy“ schieben würde! Es klingt so, als wäre es dem „Guardian“ ernst. Ist das eine Kampfansage für neue Wege des Journalismus? Oder nur gute PR? Das wird sich zeigen.

Somit ist es erstmals interessanter, was die App kann. Laut offiziellen Informationen sendet sie in regelmäßigen Abständen eine Zusammenfassung der aktuellen Nachrichten an die Google-Brille. Außerdem gibt es Hinweise auf „Breaking News“. Nutzer können sich darüber hinaus Zusammenfassungen von Meldungen vorlesen lassen. Wer die neuen Nachrichten weder lesen noch hören will, weil er beispielsweise beschäftigt ist, lässt sie auf eine „Read Later“-Liste setzen.

Neben der Möglichkeit, dem User die Inhalte der englischen, australischen und US-amerikanischen Fassung des „Guardian“ in neuartiger Form zu präsentierren, will der Zeitungsverlag auch herausfinden, wie sich das Nutzungsverhalten der Leser durch eine Datenbrille verändert.

Ein lobenswertes Abenteuer

Ob und wie viel Erkenntnisse durch das Experiment gewonnen werden können, steht noch in den Sternen. Denn Google Glass ist in Großbritannien erst frisch auf dem Markt und kostet umgerechnet rund 1.200 Euro – eine Menge Holz. Damit dürfte die Zielgruppe ziemlich klein sein. Nichtsdestotrotz finde ich den Schritt mehr als lobenswert.

Frau Cordey fasst das Vorhaben mit meiner Meinung nach tollen Worten zusammen:

Das ist ein neues Abenteuer und einer dieser wunderbaren Momente, wo wir nicht genau wissen, was wir zu erwarten haben. Und diese Umstände der deutlichen technologischen Umbrüche sind genau diese Momente, die man wertschätzen, genießen und davon lernen muss.

 

Bild: The Guardian

 

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.