Sonstiges

Foodini: 3D-Drucker für Lebensmittel soll noch 2014 auf den Markt kommen

Seit einiger Zeit hören wir immer wieder von der Evolution der 3D-Drucker. Neben Häusern und Waffen ist es nun auch möglich, sich sein eigenes Abendessen zu drucken. Natural Machines, ein Startup aus Barcelona, will noch in diesem Jahr einen solchen Drucker für den Hausgebrauch herausbringen. Auch eine gescheiterte Kickstarter-Kampagne ändert nichts an diesem Ziel.

103

Kein Replikator

Der Foodini ist ziemlich breit einsetzbar. Egal ob süß oder salzig, der Drucker kredenzt in uneingeschränkter Geschmacksvielfalt. Dies tut er natürlich nicht wie bei Star Trek, indem er die Nahrung aus ihren molekularen Bestandteilen einfach zusammensetzt, sondern ganz konventionell, indem man den Drucker mit den richtigen Zutaten bestückt.

Für Tortellini braucht man so zum Beispiel Teig und Füllung, die man anschließend in entsprechende, unterschiedliche Kapseln füllt. Schichtweise fügt der Drucker daraus die fertige Köstlichkeit zusammen – zuerst eine Schicht Teig, dann Füllung und dann noch einmal Teig.

Der Drucker nimmt einem also nicht die ganze Arbeit ab, er erleichtert sie aber sehr. Dementsprechend ist der Anspruch der Macher auch gar nicht, den Koch zu ersetzen, sondern ihn zu unterstützen. Grundgedanke ist die Erkenntnis, dass wir zu viele fertige Produkte mit zweifelhaften Inhaltsstoffen zu uns nehmen. Gerade die gewöhnlichen Tortellini aus dem Supermarkt sind dafür ein gutes Beispiel.

Der Plan ist, eine ganze Reihe von Rezepten zum Download anzubieten und das ganze so einfach wie möglich zu gestalten. Über ein unkompliziertes Kontrollpanel wird der Drucker dann bedient. Im Küchenalltag wird sich der Drucker dann natürlich nicht nur im Geschmack des Ergebnisses, sondern auch unter dem Aspekt „Reinlichkeit“ beweisen müssen. Denn wenn man ihn nicht leicht und gründlich reinigen kann, dann spart er am Ende auch keine Zeit. Die Macher versprechen aber auch das.

Markteinführung auch ohne Kickstarter

Ganz neu ist die Idee nicht. Bereits im April hatte Natural Machines auf Kickstarter eine Kampagne initiiert. Bei circa 80 Prozent des Weges ist man dort aber an der 100.000 US-Dollar Mindestfinanzierungsschwelle gescheitert.

Das Projekt ist aber trotz des Scheiterns auf Kickstarter nicht beerdigt worden. Im Gegenteil, noch in diesem Jahr will Natural Machines das Gerät für ca. 1.000 Euro auf den Markt bringen.

Nicht gerade billig für ein Küchengerät, aber durchaus im Bereich des noch bezahlbaren. Im Herbst soll es soweit sein, im nächsten Jahr will man dann auch größere Chargen produzieren.

114

Nur einer von vielen

Der Foodini hat durchaus Potenzial. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wird er jedoch nicht das einzige Gerät seiner Art bleiben, das die Schwelle zur Marktreife erreicht. Andere stehen längst in den Starlöchern.

Barilla beispielsweise entwickelt gerade einen Pastaprinter, der ChefJet von 3D Systems druckt filigrane Zuckerware und der ChocEdge macht das gleiche mit Schokolade. Auf Instructables findet man sogar eine Anleitung für einen Lego-Schoko-Drucker zum selbstbauen.

Es wird sich zeigen, wie viele Geräte am Ende wirklich zum Verkaufserfolg werden. Großes Potenzial dazu haben sie ganz bestimmt, obwohl ich skeptisch bin, ob die Pasta wirklich so schmeckt wie bei Mama!

Bilder: Natural Machines


Vernetze dich mit uns!

Like uns auf Facebook oder folge uns bei Twitter


Über den Autor

Felix

Internetabhängiger der ersten Generation, begeistert sich für Netzpolitik, Medien, Wirtschaft und für alles, was er sonst so findet. Außerdem ist er ein notorisches Spielkind und hält seine Freunde in der „echten Welt“ für unverzichtbar.

8 Kommentare

  • Wahnsinn! Ich glaube, dass wir uns noch gar nicht wirklich vorstellen können, was in naher Zukunft alles aus dem Drucker laufen wird … ich denke an ganze Messestände und schnell verfügbare Elemente, Ersatzteile, Organe … im kleinen habe ich mir einen kleinen dieser Träume schon mal ins eigene Büro geholt, mit dem ich persönlich Geschenke, aber auch Entwürfe meiner Zeichnungen ausdrucke, um sie Kunden zu präsentieren. Oft unterstützt mich dies enorm in einem Kundengespräch, da viele sich Dinge in 3D noch nicht vorstellen können. Ein Ansichtsmuster hilft dabei schnell zum Geschäftsabschluss und beseitigt Unstimmigkeiten … Ich gehe immer mit Spass an die Sache und erfinde Einiges immer wieder neu, Kreativität ausgelebt *-) Bitte mehr solche Beiträge, das ist ein Mega-Trend, den es zu verfolgen heisst!

  • Als Fan von Kuchen und Torten könnte ich mir durchaus vorstellen Zuckerverzierungen demnächst zu drucken, anstatt diese mühevoll von Hand zu erstellen. Insbesondere wenn ich an Blüten und ähnliches denke, wo ich gerne mal 30-40 Stk. pro Torte verwende. Das würde mir die Arbeit doch schon deutlich vereinfachen!

    Abgesehen von mir – ich könnte mir vorstellen das jede Namen-hafte Konditorei die etwas auf sich hält, bald so ein Teil in der Küche stehen haben wird.

  • Das wird nix. Ich kann mir auch nicht vorstellen das so was dann schmeckt. Würde man wirklich alle Zutaten einzeln als Kapseln da reintun wären das zu viele. Also Salz, Peffer alles getrennt. Und Instant wäre das bestimmt kein Genuss.

    Und als Fertiggerich ersatz?
    1000 Euro für ein gerät für Plastik Essen?

    Das rechnet sich nie.

    Und welchen vorteil das für die Industrie haben soll. Ich kann mir auch nicht vorstellen das die Kunden das anehmen.

  • Vermutlich werden es zunächst sehr einfache Gerichte sein, die eine weniger große Anzahl an Zutaten benötigen und vielleicht nach „Pappe“ schemecken. Mit der Zeit wird es dann komplexer werden, warum soll ausgerechnet hier der Fortschritt Halt machen? Vorstellbar war so etwas – dass man Zahnbürsten und nun auch Pizza und Pasta druckt – vor zehn Jahren ja auch nicht.

  • Ob das Bestücken des Druckers nicht zu aufwendig ist? Wenn ich z.B. schon den Tag für Nudeln habe…kann ich auch direkt weiter machen, dass geht schneller. Ich denke, dass solche Drucker einfach an den Druckerpatronen scheitern werden. Man bräuchte ja schon x Gewürze für eine Pizza …

Kommentieren