Bildanalyse per Algorithmus: Facebook will uns vor peinlichen Partyfoto-Postings warnen

Jürgen Kroder

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Diese Situation kennen sicherlich viele: Man wacht nach einer langen Nacht verkatert auf, geht auf Facebook und – oh shit – was sind das für peinliche Fotos? Damit so etwas nicht mehr passiert, arbeitet das Facebook Artificial Intelligence Reseach Lab (kurz: FAIR) an einer Lösung.

Mehr Intelligenz

Yann LeCun ist ein vielbeschäftiger Mann. Einerseits ist er als Professor an der New York University tätig, andererseits hat er bei Facebook den Posten des FAIR-Directors. Er und sein Team arbeiten daran, die künstliche Intelligenz des sozialen Netzwerks zu verbessern. Seine Vision ist ein digitaler Assistent. Er soll uns davor warnen, wenn wir peinliche Meldungen posten wollen. Wie beispielsweise Fotos, auf denen wir betrunken zu sehen sind. Oder wenn andere Menschen Bilder von uns hochladen wollen, die uns in einem schlechten Licht stehen lassen könnten.

Die Wenigsten wollen wirklich, dass ihre Familie oder gar ihr Boss sie in Situationen sieht, die eigentlich verborgen bleiben sollten. Also arbeitet Facebook an einem erstklassigen Feature.

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Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr spricht der Zweifler in mir.

Facebook will uns durchschauen

Denn: Wenn Facebook Bilder danach analysieren kann, ob ich betrunken bin – was kann die künstliche Intelligenz dann noch? Sie müsste somit auch erkennen, ob ich glücklich oder unzufrieden bin. Was noch alles? Und was bringt das dem Netzwerk?

Genau: Der vollkommen gläserne User ist das Ziel. Wir werden noch nackter als wir es eh schon sind. Mit entsprechernder Technologie können wir tiefer durchschaut und analysiert werden. Algorithmen stehen uns vordergründig als Assistent zur Seite, aber in ihrem Inneren spinnen sie sich ihre eigenen Zusammenhänge zusammen. Wozu so etwas führen kann, hat man ja in jüngster Vergangenheit beim NSA-Skandal gesehen: Plötzlich werden aus unschuldigen Menschen Verdächtige.

Oder vielleicht anders herum, etwas positiver formuliert: Wir werden dadurch auch bessere Werbekunden. Darum dürfte es Facebook wahrscheinlich hauptsächlich gehen. Je mehr das Zuckerberg’sche Netzwerk über seine User und deren Freunde weiß, desto besser kann man die passende Werbung ausspielen und Angebote optimieren. Jenes Business, das Google schon lange betreibt. Aber das macht die Sache in meinen Augen nicht besser.

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Bild: Facebook Research

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Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.