Apple-Patent zugesprochen: Funkender Stylus soll ohne speziellen Untergrund auskommen

Tobias Gillen

Apple Stylus

Man könnte meinen, spätestens mit dem Durchbruch von intuitiven Touch-Oberflächen seien die Zeiten von Eingabestiften für mobile Geräte vorbeigezogen. Warum sollte man, außer für filigrane Zeichnungen, noch einen Stift benutzen – jetzt, wo sämtliche mobile Betriebssysteme an den menschlichen Finger angepasst wurden? Ein neues Apple-Patent deutet nun wieder auf Neuigkeiten hin.

Nach MessagePad (1993) ein neuer Stylus-Anlauf?

Das amerikanische Patent- und Markenamt hat Apple Patent 8,922,530 zugesprochen, das bereits vor vier Jahren bei entsprechender Stelle beantragt wurde. Dabei handelt es sich um einen „communicating stylus“, also einen per Funk mit einem mobilen Endgerät verbundenen Eingabestift.

Das letzte Mal mit einem Stylus experimentiert hat Apple 1993 mit dem auf der Newton-Plattform basierenden PDA MessagePad. Natürlich kaum vergleichbar mit der im aktuellen Patent beschriebenen Idee. Während man mit dem Stylus damals nur auf dem Display des MessagePads arbeiten konnte, soll der „communicating stylus“ ganz ohne bestimmten Untergrund auskommen.

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Abheben von anderen Anbietern

Apple nennt im Patent etwa eine Tafel oder ein gewöhnliches Stück Papier. Zudem soll der Stift die Schreibbewegungen des Nutzers erkennen, ohne dafür etwa ein speziell beschichtetes Papier zu benötigen und per Kamera oder Ultraschall die Position auf dem Untergrund zu erkennen. Damit würde sich Apple von aktuellen Modellen anderer Hersteller deutlich abheben, die entsprechende Voraussetzungen benötigen.

Die gesammelten Informationen kann der Stift dann entweder speichern oder direkt an ein verbundenes Gerät weiterleiten und dort anzeigen. Die im Patent angegebenen Skizzen verraten ungefähr und wenig überraschend, wie das Ganze dann am Ende aussehen soll.

Nur eine Schubladen-Idee?

Warum genau Apple 2010 auf einer Stylus-Idee herumgedacht hat, erschließt sich bislang noch nicht ganz. Die Zielgruppe derer, die lieber mit Stift als mit Finger arbeiten, dürfte sich in Grenzen halten. Und ob Apple tatsächlich ein Produkt für spezielle Anwendungszwecke wie Schulunterricht oder die oben angesprochenen filigranen Zeichnungen auf den Markt wirft? Fraglich.

Und auch eine Stylus-Erweiterung für iPad oder iPad Mini, ähnlich der Idee von Samsungs Galaxy Note-Modellen, erscheint wenig plausibel. Schließlich war es Apple, das 2007 mit Einführung des ersten iPhone die Touch-Steuerung von mobilen Geräten auf eine neue, intuitive Stufe gehoben hat. Vielleicht geht es hierbei, wie so häufig bei neuen Patenten, tatsächlich nur um das Sichern der Technologie vor der Konkurrenz und der Stift bleibt erstmal in der Schublade mit den vielen anderen zugesprochenen Patenten der letzten Jahre.

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Bild: US-Patent- und Markenamt

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Tobias Gillen ist Geschäftsführer der BASIC thinking GmbH und damit verantwortlich für BASIC thinking und BASIC thinking International. Seit 2017 leitet er zudem die Medienmarke FINANZENTDECKER.de.