Digitales

Deutsche Gamer surfen mit viel Speed durchs Internet – aber nur teilweise

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geschrieben von Jürgen Kroder

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Die Download-Plattform Steam zeigt interessante Zahlen über seine User. Zum Beispiel, wie schnell die deutschen Gamer im Netz unterwegs sind. Oder muss man eher sagen: wie langsam?

Schnell oder nicht?

Wie schnell sind die Internet-Leitungen in Deutschland? Dazu gibt es von diversen Firmen allerlei Erhebungen. Laut einer Netflix-Auswertung vom Herbst 2014 sind ihre deutschen Kunden mit durchschnittlich 3,52 Mbit im Netz unterwegs, laut dem aktuellen „Akamai State of the Internet Report“ liegt die durchschnittliche Geschwindigkeit in Deutschland schon bei 8,7 Mbit. Das mag für viele, die auf dem Land leben und sich schon über 6 Mbit freuen würden, schnell klingen – doch im internationalen Vergleich sind wir weit abgeschlagen (Platz 31).

Wenn in Deutschland im Durchschnitt mit knapp 9 Mbit gesurft wird, heißt das, dass es nach Oben und Unten Ausreißer geben muss, die zu solchen Mittelwerten führen. Wer sind die? Zu einer Gruppe gehören sicherlich die Gamer. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der neuen Steam-Downloadstatistiken.

Sind Gamer schneller unterwegs?

Steam, die mit Abstand weltweit größte Spiele-Downloadplattform, liefert detaillierte Ergebnisse über seine Kunden. So auch über die Bandbreite. Demnach beträgt die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit der deutschen User 11,2 Mbit. Damit liegen die Gamer deutlich über dem bundesdeutschen Mittelmaß.

Interessant dabei ist, dass auch die deutschen Steam-User über Anschlüsse verfügen, deren Geschwindigkeiten weit auseinander liegen. Während beispielsweise Versatel- und Vodafone-Kunden mit 5,3 und 5,8 Mbit am unteren Ende liegen, laden sich Gamer mit einem Unity-Media-Vertrag ihre Downloads mit durchschnittlich 27 Mbit herunter.

Wie sieht es beim ISP-Marktführer aus? Wer auf die Power der Deutsche Telekom vertraut, der gehört eher zu den gemütlicheren Zeitgenossen: Mit lediglich 7,2 Mbit gehen hier die Daten durch die Leitung.


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Wieder nur mal unteres Mittelfeld

Nun stellt sich wieder die Frage: Wie stehen die deutschen Steam-User in Sachen Internet-Geschwindigkeit im internationalen Vergleich da? Hier zeigt sich ein ähnliches Bild wie schon in anderen Auswertungen: In Russland laden die Gamer ihre Spiele mit durchschnittlich 12,3 Mbit, in den USA mit 16,6 Mbit, in Schweden mit 24 Mbit und in Japan mit 33,8 Mbit herunter. Spitzenreiter ist – wie so oft – Südkorea: 50,4 Mbit sind hier Usus.

Aber es geht auch deutlich schlechter. Hierzu muss man gar nicht weit blicken: Laut den Steam-Statistiken sind die Franzosen mit 7,5 Mbit, die Italiener mit 5,4 Mbit und die Türken mit 4,6 Mbit auf dem Gaming-Portal unterwegs.

Viel Luft nach oben

Die Steam-Zahlen belegen das, was andere Auswertungen auch schon ans Licht gebracht haben: In Sachen Internet-Geschwindigkeit bewegt sich Deutschland im unterem Mittelfeld. Dass aber nicht alles schlecht ist, zeigen die Einzelauswertungen nach Provider. Hier gibt es ja einige Lichtblicke, besonders bei den Kabelanbietern.

Trotzdem kann man mal wieder sagen: Es gibt noch viel zu tun – bitte packt es mal an, liebe Betreiber und Politiker!

Bilder: Steam


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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

12 Kommentare

  • Hab ich mir auch schon häufig angeschaut und immer gefragt wie die das in Südkorea schaffen. 50 im SCHNITT! Also sind einige noch deutlich schneller unterwegs.

  • Die Südkoreaner reden nicht, die machen.
    Und wer gut verdient, kann sich auch mehr als nur die billigste Basisleitung vom Discountprovider leisten.
    Womit wir wieder bei den altbekannten Problemen sind – und statt sie zu lösen, wird weiter gelabert.

  • Man sollte aber eben nicht sinnlose vergleich anstellen. Wie besiedelt ist den Südkorea wie Groß.

    Rund 81 % aller Südkoreaner leben in Städten. Korea hat weniger Städte.

    Klar sind die Mega Metropolen leichter auszubauen und man erreivhz mehr Menschen. Deuschland hat 80 großstädte.

    In Deutschland gibt es beinahe 80 Großstädte, also Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Davon haben 13 mehr als 500.000 Einwohner. Eine Besonderheit Deutschlands ist die historisch bedingt überwiegend randlastige, dezentrale Verteilung der Großstädte.

    16 Länder und unzählige Gemeinden. Man sollte auch die bedingungen beachten die ein den Ländern vorheherrchen.

    Und wehe das Kabel muss durch den Wald. Da stehen alle Ökos auf der Matte. Von Kostenstruckturen mal nicht zu reden.

  • Ich zähle zu den Glücklichen, bei denen die deutsche Telekom grad ausbaut und spätestens im April darf ich dann auch mit 100mbits surfen!

    Aber wie bereits beschrieben ist in Deutschland wirklich noch viel Luft nach oben..! Südkorea ist schon seit vielen Jahren in Technikfragen und Infrastruktur weit voraus!

  • @John Ja, jedes Land hat seine Besonderheiten. Die einen haben mehr Großstädte, die anderen eher viele Dörfer.

    Aber schau dir mal große Länder wie USA oder Russland an – selbst die haben im Durchschnitt schnellere Leitungen als wir.

  • Dafür, dass wir deutschen in der Welt so hoch anerkannt für unsere Ingenieurskunst sind, finde ich diese Erkenntnis leider echt peinlich..

  • @Jürgen Kroder

    Auch hier hat es seine Gründe. Zb wir haben damals auf ISDN Gesetz. Wir hatten lange das modernste Kupfer Netz. Die anderen haben dann später gleich mit Glasfaser angefangen.

    Dass wir unser Netz nicht gleich aufgeben, ist auch klar.

    Man muss nur mal schaun, von was die anderen Länder gekommen sind.

    Nun kann man natürlich sagen. Warum ist man nicht gleich auf Glas. Wie man immer hinterher klüger ist.

    Und nun?
    Bezahlen will auch keiner für den Ausbau. Wehe es gibt Preiserhöhungen, dann brennt der Reistag wieder. 🙂

    Dazu kommt ja. Die Umwelt auflagen. 10 Jahre braucht es ja schon, bis alle Anwohner ihren Protest abgegeben haben. Weil die Leitung verbuddelt werden muss.

    Siehe Energiewende. Stromtrasse hunderttausend Bürger Einwände. Gerichtsverfahren. 10 Jahre bis gebaut werden kann.

    Das gibt es zb in den USA und Russland so auch nicht. Da wird einfach gebuddelt.

    Andererseits sind wir bei LTE zb gut dabei mit dem Ausbau.

    Das Haupt ding ist aber. Man will das alte Netz, das viel gekostet hat. Lange nutzen. Das finde ich auch richtig.

    Zb bauen wir ja Fiber to Boardstein VDSL. Wir bauen also Stück für Stück. Ich finde das genau richtig weil.

    Was ist besser. in 5 Jahren VDSL 50 zu bekommen. Oder in 15-20 Jahren Fiber to Home?

    Dann kommt ja noch. Die Preise. Die wenigen guten Anschlüsse werden auch nicht gerade gut nachgefragt. Weil es vielen zu teuer ist. Ausbau um jeden Preis, macht auch wenig Sinn.

    Ich stell mit das mal so vor. Man haut zig Milliarden in den Ausbau. Dann kostet der Anschluss 80-100 Euro. Kaum einer will ihn.

  • Da kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen. Ich komme aus Nürnberg, ein bisschen weiter außerhalb und die Geschwindigkeit ist einfach nur grausam. Haben auch bei der Telekom angefragt wo der Schuh drückt und mir wurde gesagt, dass der Ausbau des Netzes immer weiter voranschreitet. Eine konkrete Antwort bezüglich eines Datums habe ich allerdings nicht erhalten. Für ein Land wie Deutschland, das in allem was Technik und Innovation angeht, ganz vorne dabei sein will, ist das wirklich nicht gerade stark. Auch was das Wifi an öffentlichen Plätzen und das mobile Netz während Zugfahrten lässt noch in den meisten Teilen Deutschlands stark zu wünschen übrig. Da muss in Zukunft wirklich noch einiges passieren…

  • @John Das sind gute Argumente, die du da bringst. Gerade das mit dem Preis: Während die Politik sich immer mehr ins Geschäft einmischt, Bürger gegen den Ausbau protestieren und ständig neue, teure Technologien erfunden werden, wollen aber alle alles nur billig, billig, billig.

    Unterm Strich bleibt aber trotzdem ein schlechtes Ergebnis für den Bürger. Und für unseren Standort. Sollen wir uns darauf ausruhen und den Schwarzen Peter an diverse Gruppen schieben? Nein!! Schnelles Handeln ist gefragt!

  • „Sollen wir uns darauf ausruhen und den Schwarzen Peter an diverse Gruppen schieben? Nein!! Schnelles Handeln ist gefragt! „

    Ich würde den VDSL Ausbau fördern. Weil dieses das Einzige ist, was auch wirklich in einem angemessenen Zeitraum kommen kann für viele Kunden.

    Dass in Deutschland bestimmte Sachen dauern. Das wird man nicht ändern können.

    Selbst wenn morgen 100 Milliarden locker gemacht werden. Sehen viele Kunden erst in 40 oder mehr Jahren eine Wirkung. Sind wir mal ehrlich nicht mal in Berlin, gibt es Fiber to Home. Bis das ins Dorf kommt, vergehen 50 Jahre. Also muss doch für diesen Zeitraum auch was gemacht werden.

    Siehe auch Vectoring. So kann man einfach besehene Sachen ausbauen. Mehr Leitungslänge mehr Kunden im Einzugsbereich. Eine Sache, die wirklich beim Kunden schnell ankommt.

    Oder aktuell das die Telekom in den Hybrid Tarifen LTE zuschaltet. Eine Sache, wo viele sehr schnell zu Verbesserungen kommen. Auch wenn es dann keine 300mbs sind.

    Und der vergleich mit Ausland ändert an den Fakten das Deutschland immer viel Bürokratie hat. Ja nix. Nicht alles lässt sich mit Geld lösen.

  • Hallo Jürgen,
    also laut einer VATM-Studie (2014) surft man in Deutschland ( nicht nur die Gamer) in folgenden Anteilen:
    11%: 1 Mbit/s
    23,8%: 2 Mbit/s
    40,9%: 6 Mbit/s
    22,6%: 16 Mbit/s
    1,7% :50 Mbit/s

    Für eine der führenden Industrienationen ist das sehr mäßig. 75% der Deutschen surfen mit bis zu 6 Mbit/s. Halleluja.

    Da ich hier leider zahlreiche Fehler entdecke, füge ich folgendes hinzu:

    VDSL und Vectoring sind vorerst Mittel zum Zweck und auch nur bedingt empfehlenswert. Wie auch beim klassischen DSL geht es dabei vorrangig um die Entfernung zum nächsten Verteiler. Bist Du zu weit weg, ist das bei DSL, VDSL oder eben Vectoring (da schon etwas weniger) blöd. Längerfristig wird der DSL-Zug ohnehin in den Bahnhof G.Fast einfahren, da das der Weg des geringsten Widerstands (Ausbau, -Kosten, Entbündelungsstreit (Vectoring)) ist.

    @John: Du willst FTTH? Ein durchschnittlicher(!) Glasfaseranschluss (also auch engbesiedelte Regionen sind mit eingerechnet) kostet 2400 Euro. Verständlich, wenn man nicht jedes Dort mit 500 Seelen (von denen 60% über 60 Jahre alt sind) mit Glasfaser anschließt.

    Besten Gruß

  • die Telekom verdient prächtig am langsamen Internet – es gibt praktisch keinen Wettbewerb – die Lobbyarbeit der Telekom rechnet sich prächtig zu Lasten der Verbraucher und Firmen …

    daher ist Deutschland weit abgeschlagen – hinter Länder wir Polen, Rumänien oder Moldawien …..

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