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Google zapft eine neue Gewinnquelle an: Gesponserte Android-Apps sollen den Play Store erobern

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geschrieben von Jürgen Kroder

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Google arbeitet gerade an einer neuen Verdienstquelle: bezahlte Suchtreffer im Play Store. Ein logischer Schritt, der für klingende Kassen sorgen dürfte.

Gewinne über Gewinne

Mit über 80 Prozent Marktanteil ist Android das mit Abstand am weitesten verbreitete Betriebssysteme für Smartphones und Tablets. Dementsprechend gefragt ist der Google Play Store, der laut einer Berechnung der Firma AppAnnie zumindest in Deutschland mehr Umsatz macht als der App Store für iOS-User. Überhaupt läuft es bei Google sehr gut: Im vierten Quartal hat der Internet-Gigant einen neuen Umsatzrekord mit 40 Prozent Gewinn hingelegt.

Statistik: Nettogewinn von Google in den Jahren von 2001 bis 2014 (in Millionen US-Dollar) | Statista
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Noch mehr Gewinn mit Android-Apps

Was bedeutet es, wenn ein Konzern – gerade wenn er börsennotiert ist – jährlich satte Gewinne einfährt? Die Aktionäre wollen noch mehr Gewinne sehen. Somit muss sich Google stets neue Wege ausdenken, um die Erwartungen zu erfüllen.

Kein Problem: Mittlerweile gibt es über eine Milliarde Menschen, die ein Android-Device besitzen. Viele davon laden sich kostenpflichtige Apps herunter, die für einen ordentlichen Umsatz führen. Google hat alleine 2014 über sieben Milliarden US-Dollar an App-Entwickler ausbezahlt. Und somit auch einen guten Teil in die eigene Tasche gewirtschaftet. Das kann sicherlich noch gesteigert werden.

Deswegen experimentiert Google derzeit mit einem neuen Geschäftsmodell: Sponsored Apps. Wie bei der Google-Suche soll es auch bei der Suche im Play Store bezahlte Vorschläge geben. Wer in dem Android-Store beispielsweise nach Hotel-Apps sucht, erscheint ganz oben ein Treffer, für den Geld in Richtung Google fließt. Um die gesponserten Vorschläge von den anderen Suchergebnissen abzugrenzen, werden sie mit einem kleinen, gelben Icon mit der Aufschrift „Ad“ gekennzeichnet.

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Neue Erlösquellen müssen her

Das Konzept ist also simpel und aus Googles Sicht verständlich. Mit der schier unaufhaltsamen Verbreitung von Android-Devices steigt auch das Suchvolumen im App Store. Warum sollte man den nicht dazu nutzen, um seine Taschen zu füllen? Zumal Googles Anzeigennetzwerk, Google Adsense, seit ein paar Jahren schwächelt. Ein Grund hierfür ist, dass die User auf mobilen Geräten lieber Apps verwenden als klassisch im Internet zu surfen.

Somit sind die neuen Werbeflächen im Play Store die adäquate Reaktion, um neue Erlösquellen zu erschließen. Das heißt aber auch, dass der Kampf um die User für App-Entwickler noch härter als eh schon wird. Nur wer es sich leisten kann – das sind in der Regel die großen Publisher – kauft sich einen Platz an der Sonne bzw. eine Top-Positionierung in der Suche.

Die Großen werden größer, die Kleinen verlieren weiter – das alte Leid könnte weitergehen. Sofern Google sein Sponsored-Apps-Konzept überhaupt weltweit ausrollt: Laut dem „Android Developers Blog“ wird das neue Feature vorerst nur an einer kleinen Gruppe mit ausgewählten Advertisern getestet. Das Feedback entscheidet dann darüber, ob, wann und wie die bezahlten Suchtreffer im Play Store erscheinen könnten.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Sponsored Apps kommen werden. Immerhin ist das eine plausible und gute Methode, um die Kassen zu füllen. Warum sollte sich Google das entgehen lassen? Wie seht ihr das?

Bilder: Google

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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

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