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Mit disruptiven Ideen in „Die Höhle der Löwen“

Maschmeyer, Williams, Thelen, Schweizer, Dümmel (v.l.): Die Löwen (Bild: VOX)
Maschmeyer, Williams, Thelen, Schweizer, Dümmel (v.l.): Die Löwen in Staffel 3 (Bild: VOX)
geschrieben von Felix Thönnessen

Vergangenes Jahr hat Die Höhle der Löwen dem Kölner Sender VOX Traumquoten beschert. Nun startet das Format, in dem Gründer einer Handvoll Investoren ihre Start-up-Idee präsentieren, in die zweite Staffel. Grund genug für unseren Gastautor Felix Thönnessen, ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern – in unserer Serie Löwendompteur. Diesmal sogar mit tollem Gewinnspiel!

So langsam haben wir schon die wichtigsten und interessantesten Themen abgeklopft. Ich könnte Ihnen noch einige hundert Beitrage zu den Themen Gesellschaftsform, Finanzierung, Büroorganisation und vielem mehr schreiben, aber wollen wir ja auch ein wenig Unterhaltung bieten. Die gibt’s bei Finanzamt ja auch eher selten. Also, was haben wir denn schon besprochen? Was brauche ich als Gründer? Ein umsatzstarkes Geschäftsmodell, tolles Marketing, einige gründerspezifische Charakteristika, Motivation, aber vor allem eine Idee. Die haben wir noch gar nicht durchleuchtet. Denn um in der Höhle der Löwen zu bestehen, muss man auch etwas Innovationskraft mitbringen.

Tausend und eine Möglichkeit zur Ideengenerierung

„Thinking outside the box“ ist wohl die geläufigste Phrase, wenn es um die Ideengewinnung geht. Normalerweise schmeiß ich auch nur so mit Phrasen um mich, häufig ist ja auch etwas Wahres dran, aber brauchen wir hier doch etwas Handfesteres. „Brainstorming“ hilft auch nicht weiter. Zumindest noch nicht.

Die Frage ist doch: Woran soll ich mich orientieren, wenn gar keine „Box“ für mich verfügbar oder greifbar ist? Schließlich gibt es so unendlich viele. Daher rate ich allen Klienten immer das genaue Gegenteil: „Think inside a box“. Hoffentlich schmeißen Sie mir jetzt nicht meine Überschrift um die Ohren, aber dazu später mehr.

In einer kleinen Box

Jonglieren Sie doch ganz einfach mit einer Reihe an Industrien und wählen Sie dann eine aus. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Bankensektor? Sie haben da keine Ahnung von? Gut, ich auch nicht. Aber ist das überhaupt nötig? Wir sind alle keine Einsteins, deswegen liegen uns viele Dinge fern und nur wenige relativ nah. Wie viel Wissen brauche ich überhaupt, um auf eine tolle Idee zu kommen? Die erstaunliche Antwort: gar nicht so viel.

In der Wissenschaft gibt es dazu einige interessante Ansätze. Setzt man Wissen und Innovationskraft auf zwei Achsen, so sieht die entsprechende Kurve doch eher U-förmig aus. Gar kein Wissen schadet, aber zu viel Wissen eben auch. Häufig reicht ein Grundwissen aus, um die besten Ideen zu generieren. Zu viel Wissen schränkt einen nämlich ein. Das nennt man im Fachjargon dann „Functional Fixedness“.

Probleme über Probleme

Man was fühle ich mich gut, wenn ich endlich das ein oder andere Problem von meiner persönlichen Agenda gestrichen habe. Geht es Ihnen auch so? Das blöde daran ist nur, dass meistens direkt das nächste Problem hinterher kommt. Nie kann man mal so richtig ausruhen. Ähnlich geht es auch der Industrie, die Sie sich eben noch gepickt haben. Jede Lösung für ein altes Problem schafft ein neues Problem. Deswegen wird es auch nie langweilig.

Und deswegen wird es auch immer und überall Möglichkeiten für Innovationen geben. In welcher Branche waren wir nochmal unterwegs? Bei den Banken? Für Sie immer noch kein Thema? Wir bleiben trotzdem dabei und nutzen die Industrie, um Ihnen einfach anhand dieses Beispiels Möglichkeiten aufzuzeigen – gerade für altbewährte Märkte.

Bank, Bank, Bank

Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. So ergeht es wohl nicht nur mir, wenn ich an das Thema Bank denke. In einer Umfrage unter den sogenannten „Millennials“ (also die jüngere Generation) hatten 53 Prozent keine Ahnung, was eigentlich Bank A von Bank B unterscheidet. Ein riesen Problem für die Industrie. Deswegen glauben viele eben auch an eine „Disruption“ in diesem Bereich.

Was ist das schon wieder? Eine disruptive Idee oder Technologie bezeichnet etwas, dass das „dominante Design“ einer Industrie einfach wegfegt und ein neues etabliert. Das Auto war disruptiv, das Internet bestimmt auch und glauben Sie es oder nicht: die Toilette eben auch. Back to banking. Die eben zitierte Studie zeigte auch, dass 71 Prozent aller Befragten lieber zum Zahnarzt gehen als einem Bankberater zuzuhören. Die müssen wohl alle ziemlich gute Zähne haben.

Warum???

Unsere kleine Box lautet nun also Bank. Dadrin steckt nun noch eine zweite Box, die sich Millennials schimpft. Die wollen einfach nicht so ganz an diese Banken glauben. Warum? Das sollte die nächste Frage sein. Und die übernächste. Und die überübernächste Frage. Warum mögen die jungen Leute Banken nicht? Weil die Marken eine schlechte Reputation haben. Warum? Weil sie das Prinzip Bank nicht verstehen. Warum? Weil durch die Finanzkrise alles etwas komplexer geworden ist. Und so weiter. Am Ende stehen Sie vor einem ganz konkreten Problem. Jetzt dürfen Sie von mir aus anfangen und brainstormen. Denn jetzt sind Ihre Gedanken so sehr auf die Lösung eines Problems gerichtet, dass Sie produktiver und ideenreicher sind als ohne unsere Box.

Es kommt von außen

Ich lege mich fest. Keine Bank wird das Problem lösen und Millennials langfristig an sich binden. Und auch die Millennials glauben das nicht. Sie glauben viel mehr an eine Kraft von außen, die die Industrie erschüttert und neu formen wird. Kann es nicht auch Ihre Idee sein?

Natürlich können wir das Thema noch deutlich weiter ausführen, aber dazu reicht mal wieder unser knapp bemessener Platz nicht. Was ich Ihnen aber verdeutlichen wollte, ist folgender Ansatz:

  1. Box wählen und nach Problemen suchen.
  2. Immer wieder „Warum“ fragen, bis Sie glauben, so spezifisch wie möglich zu sein.
  3. Brainstorming.

Darüber hinaus will ich Sie dazu ermuntern, auch in etablierten und „langweiligen“ Märkten nach Innovationen und Verbesserungen zu suchen – eben wie dem Bankensektor als Beispiel. Denn hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Kunden auch eine gewisse „Wechselstimmung“ haben. Mit dem Kunden auf Ihrer Seite geht es schließlich doch etwas einfacher. Dann klappt es auch mit den Investoren.

Gewinnspiel: Buch zur Höhle der Löwen gewinnen

Doch auch ohne Auftritt im Fernsehen haben Gründer eine echte Chance, ihre Idee zu verwirklichen. Als Gründungsfachmann und Coach hinter den Kulissen der Show Die Höhle der Löwen habe ich im Buch „Erfolgreich Unternehmen gründen“ alle Tipps und Anleitungen zusammengetragen, die für eine erfolgreiche Gründung wichtig sind: von der Ideenbildung über den Businessplan bis hin zur ersten Büroorganisation. Das Buch bietet das nötige Rüstzeug für einen vielversprechenden Anfang und macht Ihnen hoffentlich Mut, Ihren persönlichen Weg zu gehen und Ihre Geschäftsidee Schritt-für-Schritt zu realisieren.

Und weil Sie bisher so fleißig mitgelesen haben in der Serie Löwendompteur, verlosen wir nun hier und bei Facebook unter allen Kommentaren auf diesen Artikel bzw. den zugehörigen Post bis einschließlich Donnerstag, den 10. September, 12 Uhr, ein handsigniertes Exemplar. Dort gibt’s dann auch alle Infos, wie es beim Finanzamt doch noch etwas spaßiger wird, versprochen!

Hinweis: Das Gewinnspiel ist beendet. Die Gewinnerin wird nun per E-Mail benachrichtig. Danke für die Teilnahme!

⇒ Das große BASIC thinking-Interview mit Die Höhle der Löwen-Investor Frank Thelen.


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Über den Autor

Felix Thönnessen

Felix Thönnessen ist Unternehmensberater aus Düsseldorf. Mit seiner Existenzgründungsberatung thoennessenpartner betreut er u.a. die Teilnehmer des VOX-Formates “Die Höhle der Löwen”. Hier schreibt er darüber.

28 Kommentare

  • Hallo,

    ich bin immer wieder von der Sendung auf das Neue begeistert, mit welchen Ideen sich manche Menschen selbstständig machen und welche Ideen von den Löwen gekauft bzw. in welche Ideen investiert wird. Oft hat man den Eindruck, dass es nur um fast in fast out geht. Ob die Firmen wirklich eine Werthaltigkeit haben, wage ich oft zu bezweifeln auch wenn die Ideen gut klingen. Das Buch werde ich mir kaufen, da ich vielleicht noch ein paar Ansätze zur Strukturierung finden kann.

    SG

    Björn

  • Schade, hier gibt es ja gar keine bescheuerten Begründungen, die Leute sich aus den Fingern saugen, wieso ausgerechnet sie gewinnen sollten 🙁 Das ist doch immer am unterhaltsamsten…

    Ich nehme aber auch gerne teil 🙂

  • Nach der Sendung von gestern ist mein Eindruck vor allem das Gründer sich hierzulande überhaupt keine großen Gedanken über den Firmen/Podukt-Namen machen. Einhorn war noch am besten aber warum dann eine Malaysia (.my) TLD wählen? Dann doch lieber geteinhorn.com nehmen, die ist sogar noch frei.

  • Sehe wenig TV, aber diese Sendung ist ein MUSS und wird als einzige auch einprogrammiert. Ideen und Ratschläge, die inspirieren. kann es das Buch auch? ich lass mich beim Durchlesen gerne überzeugen…

  • Ich als Leseratte der eh mit dem Gedanken spielt sich Beruflich in dieser Richtung zu verändern, wäre das Buch für mich tatsächlich ein Gewinn.

  • stehe gerade vor einer Entscheidung, Neugründung oder nicht, wie passend das Buch wäre, brauche ich ja nicht zu beschreiben

  • Mit großem Interesse verfolge ich die Höhle der Löwen. Das Buch ist sicher super interessant und vor allem auch nützlich, da mir selbst schon Ideen im Kopf sind, welche ich gerne verwirklichen würde früher oder später.

  • Hallo,

    ich hab zwar kein TV, aber auf Arbeit reden wir des Öfteren über die Sendung.
    Ich lerne aber Dinge viel lieber aus Büchern, von daher möchte ich einmal mein Glück versuchen und am Gewinnspiel teilnehmen.

    Gruß, André

  • Hallo,

    ich verfolge Euren Blog schon längere Zeit wg. der interessanten Themen und Artikel.

    Auch ich interessiere mich für das Buch und würde mich freuen, ausgelost zu werden.

    Macht weiter so…

  • Männlich, 23 Jahre, stehe ganz am Anfang der Gründungsphase, nutze diese Internetseite zur Inspiration und Ideenfindung…würde mich über das Buch sehr freuen ; )

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