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„Dein nächstes großes Ding“: Matthew Mockridge versucht sich an Start-up-Bibel

Dein nächstes großes Ding – Matthew Mockridge
geschrieben von Tobias Gillen

Matthew Mockridge, Spross der bekannten Mockridge-Familie, hat ein Buch geschrieben – und ein ziemlich gutes noch dazu. In „Dein nächstes großes Ding“ versucht Mockridge junge Unternehmer dazu zu ermutigen, ihren Traum umzusetzen. Erfrischenderweise nicht auf die Blabla-Art, wie man es üblicherweise von einigen selbsternannten Unternehmensexperten kennt.

Ich kann sie nicht mehr lesen, diese Ratgeber, wie man endlich erfolgreich wird. Produktivität hier, Kreativität da, Karma-Punkte aufpolieren und genügend grüne Bohnen essen, dann wird das schon mit dem Raketenstart ins Businessleben der Selbstständigkeit. Gerade durch die Firmengründung im vergangenen Jahr habe ich viel romantische Vorstellungskraft – zumindest hierzulande – in das Thema Start-up-Gründung verloren. Es geht eben nicht nur mit positiver Energie und viel Chakra, sondern es ist harte, ehrliche Arbeit, eine Firma nur zu gründen – und da reden wir noch lange nicht von ihrem Erfolg.

Diese Schritte nimmt einem zwar auch nicht „Dein nächstes großes Ding“ ab. Aber es hilft, eine Idee vernünftig zu strukturieren und von Beginn an aus den Fehlern und von den Erfahrungen zu lernen, die Mockridge und seine Gründungskollegen auf ihrem Weg gemacht haben. 2012 kommt ihnen die Idee zur Partyreihe Neonsplash, bei der die Gäste mit Farbe beschossen werden und dann eine riesige Sauerei am Veranstaltungsort hinterlassen. Da sich Feiernde davon aber nur selten aufhalten lassen, wurde die Reihe in den vergangenen Jahren zu einer echten Institution im Partygeschäft und hat inzwischen über eine halbe Million Gäste in ganz Europa bespaßt.

Modularer Aufbau, persönlicher Inhalt

Mockridges Buch ist in sechs Themenkomplexe aufgeteilt:

  • Matthews 10 Gedanken über Kreativität
  • Matthews 10 Lieblings-Ideenfindungstools
  • Matthews 10 Lieblings-Ideenbewertungstools
  • Matthews 10 Tipps für Erfolgsgedanken, die Ideen und Umsetzungskraft produzieren
  • Matthews Top 10 der Killer-Geschäftsideen und die Köpfe dahinter
  • Matthews 10 Killer-Systeme für Weltklasse-Leadership

Das Buch ist so aufgebaut, dass man als Leser überall auf den 258 Seiten einsteigen und anfangen kann. Die Kapitel, meist nicht länger als drei bis acht Seiten, sind in Listicle-Form einfach und schnell konsumierbar. Das liegt aber auch daran, dass Mockridge das Buch sehr persönlich geschrieben hat. Ich hatte das Vergnügen, ihn mal kennenzulernen und fühle mich bei seine Schreibe oftmals daran erinnert. Versöhnlich zudem für jeden, der bei der Firmengründung mal ein Tal durchschreitet: You are not alone, das wird deutlich.

Die persönliche Schreibe hat aber noch einen weiteren Vorteil: Man wird sofort reingezogen. Mockridge bemüht nur selten komplexe wissenschaftliche Studien oder betriebswirtschaftliche Abhandlungen, um seinen Worten eine Grundlage zu verleihen. Dadurch bleibt man im Flow, muss nicht lange grübeln, auch wenn dadurch manche Themen eher so wirken, als setze Mockridge voraus, dass sein Erlerntes und Erlebtes nachvollziehbar für jedermann seien.

Motivation, Baby!

Entsprechend ist „Dein nächstes großes Ding“ keine – wie im Titel versprochene – „Start-up-Bibel“ im Sinne einer allgemeingültigen Step-by-Step-Anleitung für Gründer. Es ist eher der Coach, der dir beim Fußball den richtigen Trick zur richtigen Zeit zeigt, mit dem du den nervigen Abwehrspieler kurz vor Schluss dann doch noch überlistest. Es ist im weitesten Sinne ein Motivationshandbuch, wie es aktuell so viele gibt. Aber es ist – wie oben schon erwähnt – dann auch mal etwas dahinter, mit dem man als Gründer gut arbeiten kann. Das zeigt sich vor allem im fünften Kapitel, in dem 10 Geschäftsideen inkl. der Köpfe dahinter vorgestellt werden, u.a. von Ex-Die Höhle der Löwen-Jurorin Lencke Steiner und Matthews Bruder und Comedian Luke Mockridge.

„Dein nächstes großes Ding“ kostet 24,90 Euro im Gabal-Verlag, ist aktuell schon per Amazon vorbestellbar* und erscheint in den kommenden Tagen.

Über den Autor

Tobias Gillen

Tobias Gillen ist seit August 2014 Chefredakteur und seit Mai 2015 Geschäftsführer von BASIC thinking. Erreichen kann man ihn immer per E-Mail oder in den Netzwerken.

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