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Benzin-im-Blut-Vergiftung: Wie deutsche Autobauer die Tesla-Revolution verschlafen

Tesla 3
geschrieben von Guido Augustin

Die deutsche Automobilindustrie verschläft ihre eigene Beerdigung. Das ist tragisch, war absehbar und ist nun unvermeidlich. Bis 2020, so der Plan von Angela Merkel und der mächtigen deutschen Autoindustrie, sollten 1.000.000 E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Doch der „Druck“, mit dem an diesem hehren Ziel gearbeitet wird, legt nahe, dass das so ernst nicht gemeint gewesen sein kann. Offenbar haben deutsche Automanager so viel Benzin im Blut, dass ihnen in der Schaltzentrale der Strom fehlt.

Die Folge: VW, Mercedes, BMW & Co. kommen mächtig unter die Räder neuer Spieler, die die gesamte Wertschöpfungskette neu denken – Disruption in Reinkultur, Digitalisierung mit einem Industrieprodukt. Sie werden noch eine Weile leben, weil der Wandel über die Neuzulassungen kommt und es dauert, bis der Bestand umgewälzt ist – dennoch: Rolle in Frieden.

Elon Musk, der Sensenmann der Automobilindustrie?

War alles schön gedacht: Die alten Business-Modelle ausleben, mit schmutzigen Dieseln und Benzinern gutes Geld verdienen. Und das, obwohl die Höfe der Händler voll, die Verkaufsräume leer, aber hell erleuchtet und schön geheizt sind. Trotz enormer Preisnachlässe, gerade im Flottengeschäft. Von katastrophaler Produktions-. und Betriebseffizienz in den Werken der Großen gar nicht geredet. Die Margen im Pkw-Bereich sind enorm, so dass sich all das verschmerzen lässt. Und dann gemach gemach evolutionieren, ein bisschen Hybrid, ein Feigenblatt-E-Modell, ab und an eine Meldung zu weltrettenden Technologie-Durchbrüchen, nur keine Hektik und vor allem: Fahrstufe S wie Sicherheit.

Doch das S steht jetzt für Sensenmann und der kommt aus Kalifornien und macht sich ebenso unerschrocken wie konsequent daran, die Autowelt neu zu erfinden. Elon Musk, US-Milliardär und Visionär, hat niemanden gefragt, ob er das darf und geht den Weg, wie ihn dereinst Mahatma Ghandi beschrieb: „Erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du“.

Die Ignoranz-Phase hat Tesla hinter sich, immerhin rollt der Tesla Roadster seit zehn Jahren über die Boulevards Hollywoods und beweist, dass E-Mobilität möglich ist und sehr sehr sexy sein kann. Was Musk dann doch von Ghandi unterscheidet: Von Kampf ist nichts zu sehen, zu lange die so genannten Innovations-Zyklen der Autoindustrie, zu halsstarr das Mindset des Management, zu viel Glaube an die eigene Unverwundbarkeit alias Superman. Doch Elon Musk schürft Kryptonit und den Branchen-Dinos geht die Luft aus den Reifen, ohne es zu merken. Teslas Model S bietet heute technische Spezifikationen, die Audi & Co. in ein paar Jahren auf die Straße bringen wollen und jagt der automobilen Oberklasse mehr und mehr Marktanteile ab.

D-Abwarten bis … ja wie lange eigentlich?

Die Lach-Phase hält dagegen lange an. Der Markt sei noch nicht reif. Und falls einer den Humor nicht versteht, dürfen Experten gegen das Dunkel des Waldes anpfeifen: „Die deutschen Hersteller sind weiter als viele denken. Fertige Entwicklungen liegen in den Schubladen und warten wie weitere Kooperationen in der Zellfertigung nur darauf, dass der Markt wirklich reif ist für E-Fahrzeuge.“ Ist das zu glauben? Wir haben ja die Produkte für morgen, warten aber, ob dieses morgen wirklich kommt. Als wenn die Geschichte wirtschaftlicher und technologischer Fortschritte eine Geschichte der Nachfragemärkte gewesen wäre. Selbst das eigene Produkt, das Automobil, wollte doch keiner haben, als es hier zu Lande erfunden wurde. Und der mitunter zu arg strapazierte Vergleich mit dem iPhone belegt gerade diesen Aspekt: Wer von uns hatte 2007, als Steve Jobs verkündete, das Telefon neu zu erfinden, das sichere Gefühl, so ein Smartphone wirklich zu brauchen?

Warum ist Tesla so erfolgreich? Musk muss auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen. Er muss nicht – wie die Auto-Giganten der Welt – ein 100 Jahre altes Business-Modell schützen. Er muss sich nicht mit mächtigen Betriebsräten streiten und hat keine Großaktionäre, die von der Ölförderung leben. Er kann alles neu denken, neu erfinden und vieles besser machen: Die Basistechnologie, die Produktion, das Marketing, den Vertrieb, die Logistik und all die anderen Aspekte. Für den Tesla gibt es Software-Updates über Nacht, die das Fahrzeug weiter entwickeln. Deswegen ist auch der Tesla Roadster noch immer auf der Höhe. Für rund 20.000 Steine gibt es sogar eine ordentliche Leistungssteigerung – per Download. Elektromotoren sind viel robuster als Verbrennungsmotoren, ihre Technologie ist einfach und wartungsarm, es gibt keine Schmierstoffe. Dazu gelingt es Elon Musk, seine E-Flitzer emotional derart aufzuladen, dass mit dem Druck auf den Startknopf beim Besitzer der Brustkorb schwillt, ein Heiligenschein wächst und sich viele Augen auf ihn richten.

Hype um den Tesla 3

Doch vor allem: Tesla denkt nicht in Autos (Hardware) und Betriebssystemen (Software), Tesla denkt in Plattformen: Fahrzeuge, Batterien ergänzende Systeme, da geht es nicht um ein Produkt, es geht um eine Plattform für gespeicherte Energie und batteriebetriebene Geräte. Und machen wir uns nichts vor: Das ist erst der Anfang. Wenn Apple, Google und womöglich Microsoft einsteigen, dreht sich das Karussell noch schneller – wehe, Mercedes, VW & Co. sind da nicht angeschnallt.

Spannende Zeiten, denn jetzt hat Elon Musk vom Markt (der ja, so das Mantra der deutschen Autolobby, noch nicht so weit ist) alles auf eine Karte gesetzt bekommen. Über 300.000 Reservierungen für das Model 3 binnen weniger Tage, ein Mittelklassefahrzeug mit 380 Kilometer Reichweite für 35.000 Dollar. Ein Hype wie sonst nur bei Steve Jobs Apple. Das Dumme: Den 3er kann man bestellen, aber nicht kaufen, denn es gibt ihn noch nicht. Jetzt muss Musk liefern und womöglich viele Milliarden über den Aktienmarkt ziehen, um das zu finanzieren.

Was 325.000 Reservierungen bedeuten

Was bedeuten diese 325.000 Reservierungen? 325 Millionen Spielgeld zunächst, denn jeder davon hat 1.000 Dollar angezahlt. Doch das reicht selbstredend vorne und hinten nicht, um  die Produktion aufzubauen. Zum Vergleich: Tesla hat im ersten Quartal 2016 keine 15.000 Einheiten ausgeliefert, kam nicht hinter den Bestellungen her und verliert Geld im großen Stil. Heute kann niemand sicher sagen, ob sich mit einem Auto wie dem Tesla 3 Geld verdienen lässt.

Spannend wird sein, wie die Konversion der Tesla 3-Besteller ausfällt, also wie viele das Fahrzeug auch abnehmen, wenn es lieferbar ist. Und spannend wird sein, wie sehr diese Masse an erklärten Kaufabsichten anderen Herstellern weh tut. Denn viele, die jetzt einen Tesla 3 bestellt haben, werden in den kommenden zwei Jahren kein anderes Fahrzeug kaufen.

Um diese Zahl einzuordnen: Tesla hat in wenigen Tagen 10 Prozent des Jahresmarktes im Autokernland Deutschland (rd. 3,21 Mio) vertickt. Tesla hat in einer Woche rund halb so viel Model 3 verkauft wie VW weltweit Golfs – in einem Jahr. Wären dies Verkäufe in Deutschland, Tesla hätte nach einer Woche direkt Platz 2 der Jahres-Zulassungsstatistik erobert – hinter VW, vor Mercedes, Audi, BMW, Opel und Ford. Zudem dürften die meisten der Tesla-Bestellungen Privat-Käufe sein. Das heißt: Die ganzen institutionellen Käufer, Leasing-Gesellschaften und Vermieter kommen erst noch. Zum Vergleich: In Deutschland wird nur noch jeder dritte Neuwagen von einer Privatperson zugelassen, ab der oberen Mittelklasse (Audi A6, E-Klasse, 5er BMW) etwa jeder fünfte.

Jetzt muss Tesla das Ding nur noch bauen – schnell, zuverlässig, gut.


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Über den Autor

Guido Augustin

Guido Augustin ist Geschäftsführer Kommunikation bei dem analysebasierten Beratungsunternehmen forum! Für „Guidos Wochenpost“ schreibt er über tolle Texte, mehr Geschäft und ein schöneres Leben. „Guidos Wochenpost“ kann man hier abonnieren.

55 Kommentare

  • Nett geschrieben und die Automobilhersteller besonders in Deutschland kommen wirklich nur sehr langsam aus den Startlöchern und das ist gefährlich. Trotzdem kann man im Artikel darauf hinweisen, dass 300.000 Reservierungen nicht 300.000 Käufer bedeutet, wegen langen Lieferzeiten, weil es eben nur die Lizenz zum reservieren war und weil evtl. jeder US-Käufer mit US-Subventionen gerechnet hat, die aber nicht mehr jeder bekommt.
    Trotzdem, Hut ab, was der Multi-Milliardär da aufgebaut hat.

    • Ich stimme einerseits zu, dass nicht alle Reservierungen zu echten Bestellungen und damit echten Umsätzen für Tesla führen werden. Allerdings: es gibt auch keine einzige echte Alternative am Horizont, so dass jeder, der ein Model 3 reserviert hat, auch noch bis 2019 warten könnte, bis Tesla liefern kann. Und wenn das Model 3 dann früher oder etwas später kommt, ist es den auf 2021 angekündigten deutschen E-Autos wiederum weitere Jahre voraus. Also daher glaube ich, dass gute 80%+ der Reservierungen auch wirklich gekauft werden.

    • Lieber Jürgen,

      danke für Deinen Kommentar. Um genau darauf hinzuweisen, habe ich dies hier geschrieben: „Spannend wird sein, wie die Konversion der Tesla 3-Besteller ausfällt, also wie viele das Fahrzeug auch abnehmen, wenn es lieferbar ist.“

      Ich wage nicht, hier Prognosen abzugeben …

  • TESLA hat beim Model 3 Reservierungen verkauft. Keine Autos. Das muss man durchaus differenzieren. Der Hype um die Marke ist faszinierend. Ich selbst habe lange nichts davon verstanden. Bis ich mich 14 Tage mit dem Model S beschäftigt habe.

    Aber – bei aller Götterdämmerung rund um Elon Musk und die Marke TESLA, man darf nicht vergessen: Es gab bereits früher Automobil-Hersteller die Autos blind verkauft haben, und ohne Werbung auskamen. Mehr dazu in Kürze in einem vollständigen Artikel…

  • Guter Kommentar. Ich hätte mir allerdings mehr Schärfe gewünscht bei den Begriffen „Bestellung“ und „Kauf“. Schließlich sind alles nur Reservierungen oder Vor-Bestellungen und man kann diese auch rückabwickeln.
    Das würde den Kommentar noch etwas glaubwürdiger machen

    • Hallo Thomas,

      „Spannend wird sein, wie die Konversion der Tesla 3-Besteller ausfällt, also wie viele das Fahrzeug auch abnehmen, wenn es lieferbar ist.“

      Klar, hätte das noch schärfer trennen können, aber so war der obige Absatz gemeint.

  • Was für eine miserable und auch falsche BERICHTERSTATTUNG. DAS TESLA BISHER NOCH KEINEN CENT VERDIENT HAT, WURDE VERGESSEN, ODER? Alle deutschen Herstellers haben Elektroautos nur werden diese nicht gekauft! Wenn ein TESLA 3 mit 350 km Reichweite angegeben wird, dann läuft er im Winter höchstens 200 km. Wer braucht das? Es schreibt wieder einmal ein Reporter, der keine Ahnung hat und lieber die Realität verdreht

    • „Spannend wird sein, wie die Konversion der Tesla 3-Besteller ausfällt, also wie viele das Fahrzeug auch abnehmen, wenn es lieferbar ist.“

      Ganz ohne Großbuchstaben und unkonstruktives Gemotze.

    • Wenn Sie nur etwas Ahnung von BWL hätten wüssten Sie, war jeder Neueinsteiger in einem Markt erst einmal investieren muss und daher auf Jahre erst ‚mal Verluste einfährt! Die Frage wird eher sein, erreichen sie die Gewinnzone, bevor der Laden zugemacht wird, oder von einem größeren Konzern geschluckt wird! 😉

      Davon abgesehen, kann ich allerdings keinerlei Zusammenhang zwischen Tesla’s Geldverbrennung und der Antriebstechnologie der Zukunft (Verbrenner oder Hybrid oder Elektroantrieb) erkennen…

    • Der Artikel ist recht wohlmeinend und nützt vermutlich dem Aktienkurs. Meiner Meinung nach verschläft die Autoindustrie, und nicht nur die deutsche, hier nichts. Es geht um eine realistische Sicht auf mögliche Gewinne die durch Elektroautos erzielt werden können.
      Ein einfacher Vergleich aus der Praxis. Mit einem VW Polo kann ich in rund 9 Stunden einmal quer durch Deutschland fahren. Selbst mit dem Top Modell S von Tesla komme ich bei 10° Außentemperatur, einer Geschwindigkeit von 100km/h und ausgeschalteter Heizung mit einer Ladung auf nur 461km. Dann muss ich ca. eine Stunde aufladen um weitere 461km fahren zu können. Ich halte das noch immer nicht für praxistauglich.
      Im letzten Quartal 2015 machte Tesla 320000000$ Verlust. Anders als bei google und facebook reicht es bei echten Waren nicht aus auf Dauer nur Luftschlösser zu verkaufen. Ich glaube die deutschen Autobauer wissen genau was sie tun und sind wie z.B. Porsche immer in der Lage ein konkurrenzfähiges Auto zu Tesla zu bauen, wenn sie denn wollen und Sinn darin sehen.

      • Das erwähnte Quartal 4/2015 ist nun ein Jahr her… aktuell schreibt Tesla schwarze Zahlen. Und ich WETTE, das Q4/2016 wird eine dicke schwarze Zahl ausweisen. Habe selbst dazu beigetragen 😉
        P.S. Auch das Schlechtreden ist Werbung für Tesla. Das Thema gewinnt an Bedeutung und die schlafenden Hersteller zittern zurecht. Mein Tipp: Aufwachen, solange es noch geht.

    • Das mit der geringeren Reichweite stimmt, aber NUR wenn man deutsche Maßstäbe annimmt. Ein Tesla hält immer seine angegebene Reichweite ein.
      Und wo wir bei keine Ahnung sind. Elon Musk hat allen Investoren klipp und klar gesagt, dass keine Gewinne/Dividenden zu erwarten sind. Warum? Weil er ohne Rücksicht und voller Absicht jeden Cent in die Entwicklung eines massentauglichen Elektroautos steckt. Deutsche Hersteller würden gut daran tun, wenigstens einen Teil der Einnahmen dafür zu verwenden. Und was die angeblich in der Schublade haben, spielt überhaupt keine Rolle, weil Niemand ohne Ladeinfrastruktur ein Elektroauto kauft. So lange die Deutschen kein Ladenetzwerk wie das Supercharger Netzwerk aufbauen, sind deutsche Elektroautos gänzlich irrelevant. Und abgesehen davon werden deutsche Elektroaustos nicht gekauft weil auf diese und nur auf diese die Kritik mit der geringeren Reichweite zutrifft. Wer das nicht sieht und nicht erkennt, der hat keine Ahnung und verdreht die Realität. Mir kommt es vor als spielt die deutsche Autoindustrie Verstecken wie ein kleines Kind, das denkt, dass man es nicht findet, wenn es die Augen schön fest verschließt. Ein ähnlich böses Erwachen wird es geben, wenn die ersten Model 3 auf der Straße sind und die ersten in ihren teuren Porsches heulen, weil sie von einem 31000 Euro versägt wurden.

      • Die Schönwetterreichweiten von Tesla stimmen nur in Südkalifornien , weil es dort keinen richtigen Winter gibt und auch auf das Tempolimit bei 65 mph liegt , umgerechnet knapp 105 km/h.In Europa bei 10 Gradaußentemperatur und Tempo 120 auf der Autobahn dürften es wohl kaum 200 km sein. Preisangaben in den USA sind immer netto weil die Mehrwertsteuer in jedem Bundesstaat unterschiedlich ist.Bei uns dürften das mit Transport, Zoll und Mehrwertsteuer ca. 40.000 Euro werden.Auch die Sache mit der Beschelunigung ist doch nur gut für zwei bis drei Ampelstarts. Zum Schnellfahren auf der Autobahn ist das Fahrzeug nicht geeignet, weil es dann nicht bis zum nächsten Supercharger schafft. Alle Teslas die ich bisher in freier Wildbahn gesehen halten sich ans kalifornische Tempolimit.Und was die Ladeinfrastruktur angeht, die wird jetzt mit Steuermitteln ausgebaut. Der Bau von 5000 Schnellladesäulen wird mit 200 Milionen gefördert , das ist mehr wie Tesla bis jetzt weltweit für in seine Supercharger investiert hat ( Bilanzwert Q4/2015 166 Mio. $) . Wenn es dann 2019 an jeder Raststätte von Tank@Rast Schelladesäueln gibt ist das erheblich dichter wie Teslas Supercharger

    • Wer braucht das? Rund 90 % aller Privatnutzer, da der Durchschnittsbedarf (Km-Leistung pro Tag) damit locker abgedeckt ist.
      Übrigens: Vollgaser gefällt mir. Passt zur derzeitigen Abgassituation auf Deutschlands Straßen: Voll (Ab) Gas er

    • Sie haben wohl den Schuss nicht gehört. Sie können den Tesla alle 150 200 km aufladen. Dies sehr zügig mit kleiner Pause. Hinzu kommt die bahnbrechende Touch Screen Bedienung. Der Tesla ist ein fahrendes Handy. Jeder kann einen Tesla fahren ( nicht die aktuellen Modelle, wegen des Preises, es geht um das Konzept und aktuell technisch mögliche ), weil längere Tripps im Jahr ja nicht jeden Tag statt finden.Kritisch ist so ein KFZ nur für kilometerfressende Außendienstmitarbeiter… Diese Karre ist der Eintritt in eine neue Dimension. So einfach ist das … Unsere arroganten Automobilkonzerne sind so unbeschreiblich mutlos und behäbig, dass man sich als Deutscher schämen muss. Mit Milliardengewinnen lassen sie sich vom Staat / Bürger noch Kohle ( Subventionen ) in den Arsch blasen..

  • Auch bei diesem Kommentar fehlt mir ein echtes Argument für den angeblichen Vorsprung Teslas den die deutschen nicht aufholen können.
    Inwiefern ist ein Tesla Model S technisch besser als z.B. ein BMW i3? Optik ausgenommen. 1 Meter größer, 500 kg mehr Batterie und die Reichweite wäre die selbe. E-Autos sind technisch keine Zauberei.
    Der Chevy Bolt wird technisch wohl auf dem selben stand sein wie das Model 3 nur 2-3 Jahre früher verfügbar.
    Ok, Tesla hat die Supercharger, allerdings sehe ich die Autobauer nicht in der Pflicht die Infrastruktur aufzubauen, VW besitzt auch keine Tankstellen. Eine Abhängigkeit der Infrastruktur zu einem Autobauer finde ich sowieso schwierig, im Text wird wird die angebliche Öl Lobby bemängelt, bei den Superchargern ist man auch abhängig von Tesla.
    Warum bauen die deutschen kein Massen taugliches e-Auto? Weil sich sich damit aktuell kein Geld verdienen lässt da die Absatz menge marginal ist. Tesla kann es sich vielleicht erlauben über 15 Jahre nur Verlust zu machen, die Autofirmen nicht. Tesla bereitet mit viel Verlust den weg für e-Autos, wahrscheinlich stört das viele Autobauer nicht mal.
    Mercedes ist bei Tesla ausgestiegen die werden ziemlich genau wissen was Tesla kann.
    Wenn Tesla aller Vorbestellung verkauft sind das trotzdem „nur“ ca. 400.000 Autos, allerdings nach aktueller Planung würde der letzte Vorbesteller sein Auto wohl erst irgendwann im Jahr 2022 oder so bekommen. Ob wirklich aller Vorbesteller so lange warten, oder sich nicht doch dann auch bei anderen Herstellern um gucken? Wir sprechen hier immerhin von 6 Jahren, in der Zeit kaufen die die sich ein Model S oder 3 leisten können bestimmt nicht nur ein Auto und warten darauf Jahrelang.
    Den iPhone Vergleich finde ich auch immer schwierig, Apple hat hat damit praktisch von Tag 1 Milliarden verdient und ist zur wertvollsten Firma aufgestiegen, wohingegen Tesla bisher nur Verluste hat und die gibt es schon länger als das iPhone.

    • Was die Ladeinfrastruktur angeht ist man auf Tesla nicht angewiesen. Im Gegenteil, Beim Model S sehe ich das als zusätzlichen Service, Zugriff auf ein funktionierendes relativ engmaschiges und vor allem kostenfreies Schnellladenetz zu haben.
      Teslas laden übrigens auch an Typ2 und Chademo, wo bin ich da also von Tesla abhängig?
      Wie kommen die 6 Jahre Wartezeit zustande? Ich bin mir bewußt, dass 1,5 Jahre Wartezeit zu kurz ist. Aber 6 Jahre sind dunkler als schwarz gemalt.
      Vergleiche zwischen den Fahrzeugen finde ich immer wieder spannend. Gerade wenn der Bolt rangezogen wird. Wer die Daten der Fahrzeuge kennt und trotzdem einen Bolt mit einem Model3 vergleicht, der vergleicht auch einen Polo mit einem Audi A4.
      Jeder Wagen, ob Bolt, Ampera-e oder Model3 wird seine Käufer finden – dies aber jeder in seiner Klasse!
      Dass Tesla seine Umsätze gleich wieder investiert erklärt einen Teil der „roten Zahlen“, bleibt doch zu hoffen, dass denen nicht die Luft ausgeht.
      In jedem Fall haben die es deutlich weiter geschafft als z.B. Rimac, Visio.M, ReVolt und wie sie alle heissen von denen die Verbrenner umbauen und EVs entwickeln die es nur in Kleinstserien oder gar gar nicht schaffen.

    • Wow, da war viel drin in dem Kommentar – danke dafür. Auf einige Punkte möchte ich gerne eingehen:

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      Tesla ist im Markt, sammelt Erfahrungen und baut Strukturen – emotionale wie logistische.

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      Was das bessere Auto ist, wird der Markt entscheiden.

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      Kann man so sehen, ist aber imho Denken in den alten Strukturen. Derzeit läuft es doch immer auf Vernetzung, auf Plattformen hinaus.

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      Es ging ja nicht darum, das moralisch zu bewerten. Außerdem kann ein E-Auto an verschiedenen Systemen geladen werden.

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      Kann sein. Das kann als Erklärung herangezogen werden, ja. Es ist aber halt auch Fakt und wir müssen uns dem stellen. Wenn sich also einm Tesla so einen Vorsprung erarbeiten sollte (keiner weiß, wie es ausgeht) …

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      Das sind die Bestellungen nach 1-2 Wochen. Die nehmen den Wagen ja nicht vom Markt.

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      Das ist der Knackpunkt. Deswegen der Schlusssatz. Jetzt muss Tesla liefern – und zwar viel und schnell. Wir beobachten eine spannende Zeit.

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      Definitiv. Deswegen habe ich ihn ja auch nicht gezogen, sondern als „zu arg strapaziert“ klassifizi.ert

  • Das Model 3 wird in vieler Hinsicht wegweisend sein, nicht zuletzt für Tesla. Ein Vergleich mit dem iPhone hinkt vielfach, denn immerhin brauchten die Apple-Jünger nur das Telefon und Apple musste nicht auch noch ein Mobilfunknetz aufbauen, ohne das es nicht nutzbar wäre. Teslas einzige Chance, deren Vision zu verwirklichen, ist (leider) ein eigenes Netz. Wenn man sich weltweit, nicht zuletzt in Deutschland, auf den immer wieder versprochenen Ladestrukturausbau verlassen hätte, würde man niergends einen Fuß auf den Boden bekommen.
    Das ist nicht der Durchbruch für Tesla, aber ein guter Start. Und wenn sich die deutschen Autobauer weiterhin so hinter ihren Verbrennern verstecken, DANN wird es für Tesla um so einfacher.

  • In Deutschland gibt es ein Dreiphasen-Wechselstrom-System für die Stromversorgung. Ein Akku benötigt zum Laden Gleichstrom (DC). Die deutschen Automobilbauer haben in Ihren E-Fahrzeugen Lader verbaut, welche bei Wechselstrom (AC) lediglich eine Phase nutzen können und somit bei einem Strom von 32 Ampere eine maximale Ladeleistung von 7,4 kW (BMW i3) erzielen. Bei VW sind es gar nur 3,7 kW. Rühmliche Ausnahme ist die elektrische B-Klasse von Mercedes, mit immerhin dreiphasig 11 kW. 11 kW ist bei Tesla beim AC-Laden standard und mit Doppellader auf 22 kW als Option erweiterbar. Und für 22 kW AC gibt es in Deutschland eine recht gut ausgebaute Ladeinfrastruktur.
    Gleichstrom (DC) hat Vorteile, unbestritten. Die Modelle von BMW, VW und andere können an Gleichstromladern bis 50 kW abnehmen. Und diese Ladeleistung (Tesla bis ca. 135 kW DC) wird steigen. Allerdings kosten diese Ladestationen aktuell schon jenseits der 20.000,-€. Nur die LS ohne Anschluss, Fundament und evtl. Standortertüchtigung mit neuem Trafo. Aus diesem Grund gibt es so wenige dieser DC-Ladestationen. Zu teuer und damit ohne sinnvolles Geschäftsmodell.
    Die Autobauer aber haben mit Ihren Mini-AC-Ladern in ihren Fahrzeugen Platz, Gewicht und auch Geld gespart. Der Gleichrichter muss zum Schnellladen ja in der Ladeinfrastruktur stecken.
    Und deshalb bauen deutsche Automobilbauer keine alltagstauglichen Elektroautos. Zumindest keine, welche auch über die Reichweite mit einer Akkuladung hinaus sinnvoll, in akzeptabler Zeit und an verfügbaren Ladestationen wieder zu „tanken“ sind. Da kann es niemanden wundern, das solche Autos nicht gekauft werden.
    Die bauen diese Autos nur um die gestzlichen Vorschriften bei der CO2-Bilanz über das angebotene Portfolio zu erfüllen.

    • Das die deutschen Autobauer keine alltagstauglichen Elektroautos bauen ,sieht man aber in Europas Paradies für Elektroautos Norwegen ganz anders. Dort war letztes Jahr der E-Golf mit Abstand meist verkauftes Elektroauto , fast jedes dritte in Norwegen verkauft Elektroauto war ein e-Golf.Diurch wegfall der Mehrwertsteuer und der hohen norwegischen Zulassungsgebühren ist er dort auch in der Anschaffung günstiger als der Benzin-Golf. Das führte im letzten Jahr dazu das 54% aller in Norwegen verkauften Golf von der E-Variante warenund fast 70 % aller verkauften e.Golf gingen nach Norwegen

      • Die Ladeinfrastruktur in Skandinavien, und besonders in Norwegen, ist auch eine ganz andere. Dort sind Gleichstromladesäulen nicht so selten wie in unserer schönen Republik. Deshalb sind dort auch deutsche Stromer jenseits ihrer Reichweite recht problemlos und alltagstauglich. Warum werden in die Fahrzeuge keine Lader eingebaut, welche auch dreiphasigen Wechselstrom verabeiten können? Das wäre für mich Alltagstauglichkeit! Auch jenseits der Reichweite in D.
        Und die Förderung galt in Norwegen für alle rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge. Nicht wie bei uns mit Obergrenzen und Herstellerteilnahme.

  • Joa, ein wenig bessere Recherche ist der Glaubwürdigkeit zuträglich.
    Elon Musk ist kein US-Milliardär, sondern Südafrikaner. Und wenn Microsoft irgendwo einsteigt dreht sich gar nix schneller. Frag mal was sich bei Nokias Smartphonesparte noch dreht.

    Was auch ein wenig übersehen wird, man steigt nicht einfach so ins Autobusiness ein. Wie schon erwähnt sind dafür nicht nur hohe Markteintrittsbarrieren (ergo Kosten) zu bewältigen, sondern es muss auch ein Netz aus Zulieferern aufgebaut werden, JIT Supply Chains. Da können die etablierten Hersteller ihre Marktmacht so richtig ausspielen, indem Sie die Zulieferer auslasten, so dass für Konkurrenten keine Kapazitäten mehr frei sind, und diese auf qualitativ minderwertigere Ware ausweichen müssen, etc pp.

    Ich denke zwar auch, dass von den deutschen Autobauern mehr kommen müsste. Aber es ist doch etwas sehr naiv zu glauben, die würden nur zugucken oder gar belächeln.

    • Es wird die deutsche Auto-Industrie nicht retten, aber Elon Musk konnte Dank seiner Mutter die kanadische Staatsbürgerschaft annehmen. Ich habe ihn als US-Milliardär bezeichnet (wie übrigens Wikipedia auch), da er in Kalifornien lebt und wirkt. Es ist ja in diesem Teil der Welt nicht unüblich, dass Menschen aus allen Teilen der Welt dort ihr Glück machen.

      Zum Rest: Womöglich weiß Musk gar nicht, dass man nicht „einfach so ins Autobusiness einsteigt“? Wer sagt’s ihm?

      • Vielleicht die Hummel, die eigentlich nicht fliegen könnte, es aber einfach tut? (Jaja, ich weiß, ist falsch, trifft den Punkt aber trotzdem.)

      • Naja, merkt er doch gerade selber. Wenn das mit der Gigafactory nix wird, wird Tesla nichtmal einen Bruchteil der Autos gebaut bekommen, die bestellt wurden…
        Also nicht falsch verstehen, ich bin auch Tesla Fan, und hätte auch gerne einen. Aber wenn es einen vergleichbaren Elektrowagen einer deutschen Autoschmiede gäbe, würde ich wohl eher dazu greifen.

        • Es wird in absehbarer Zeit kein vergleichbares Fahrzeug aus deutscher Produktion geben weil:

          1. wie schon im Artikel beschrieben die deutschen Autobauer in ihrer überheblichen Arroganz die Entwicklung am Markt komplett ignoriert und verschlafen haben.
          2. es nie ein wirklich billiges Model aus deutscher Produktion geben wird.
          Wer sich in Deutschland ein deutsches Auto kauft ist eigentlich selbst Schuld.
          Hierzulande wird auch für jedes noch so kleines Extra richtig viel Geld verlangt, und der dumme deutsche Käufer zahlt das eil er denkt „Zukunft durch Fortschritt“. Das machen ausländische Autobauer nicht in so gewaltigen Stil.

  • Wo bleiben eigentlich die Kaufanreize durch die Regierung? Bei der Abwrackprämie war man ja auch großzügig. 5000 € Zuschuss und ich kaufe das Ding! Das wäre auch ein Zeichen an die deutschen Autobauer, die immer noch sehr zögerlich vom Verbrennungsmotor wegkommen. Bin gespannt wie sich Tesla weiterentwickelt.

    • Welcher Regierung? Achsoooo… die von der Autolobby gesteuerten in Berlin??
      Na da wird wohl nicht viel kommen, dazu ist die Autoindustrie in Deutschland zu mächtig, denn die haben in Berlin das sagen, nicht unsere „Regierung“.

  • In der Schweiz verkauft Tesla jetzt schon mehr Autos in der Oberklasse als BMW, Mercedes und Audi zusammengerechnet…

  • Mit dem E-Motor ist Tesla nicht weiter vorne dran, aber mit der ganzen SW-Infrastruktur im Auto. Das Killerargument ist eben nicht der E-Motor sondern die SW im Auto und die Update-Möglichkeit, wie wir es vom Smarthpone kennen. Zudem in einen für viele erstmal normaler wirkendes Auto wie ein BMW i3 und mit einer besseren Reichweite, wie der Kunde es sich wünscht. Tesla könnte sein Auto leichter machen, BMW den i3 schwerer und mehr Reichweite anbieten. Wer trifft aber besser den Kunden? Das ist die gleiche Frage wie bei den Smartphone-Herstellern. 2mm mehr dicke dafür 10% mehr Akku? Handschmeichler oder praktischer?
    Die Reichweite kann jeder Hersteller leicht ändern, die Updatefähigkeit nicht. Ein Apple kann jetzt noch ein Iphone 4s mit dem neuen iOS beliefern, aber kein OEM kann auf ein älteres Auto die SW so entscheidend ändern, wie Tesla.
    Wer schafft es nun zuerst: Tesla Massenmarkt tauglich zu machen, nicht zu viel rote Zahlen schreiben und trotzdem ein vom Preis her passendes Auto zu liefern oder dass die Automobilhersteller bei der SW nachziehen und die Wünsche des Kunden besser treffen.
    Ich weiß es nicht.

  • Lieber Guido Augustin,

    danke für diesen reflektierten Artikel. Die Beerdigung für Audi/VW, Daimler und BMW ist zwar noch nicht bestellt, aber die Grabstätten sind schon ausgesucht. Und sie werden in einer prominenten Reihe einstmals führender Technologie-Konzerne am Zentralfriedhof liegen:

    Zeiss und Leitz – gefallen auf dem Schlachtfeld der Fotografie gegen Canon, Minolta und Co.)

    Siemens – mehrfach gefallen gegen Dell/HP&Co. beim PC und gegen Samsung/Apple beim Mobiltelefon, gegen Cisco bei der Vermittlungstechnik

    Quelle, Otto, Neckerman – gegen Amazon & Co.

    Grundig – gegen Sony , Pioneer, LG

    Agfa (und Kodak) – gegen die Kamera- und Speicherchiphersteller dieser Welt

    Die Reihe lässt sich noch lang fortsetzen und sie ist auch nicht auf deutsche Unternehmen beschränkt. Aber insbesondere den deutschen Unternehmen wird regelmäßig das zum Verhängnis, was sie führend gemacht hat: Eine Technologie wird bis an die Grenze des Machbaren ausgereizt. Dazu braucht es große und hochspezialisierte Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten. Die Produkte selbst werden unnötig kompliziert und aufwändig in Unterhalt und Instandsetzung. Man denke nur an die vielen Tausend unterschiedlicher Ersatzteile, die jahrzehntelang für die vorhandenen Generationen von Verbrennungsmotoren vorrätig gehalten werden müssen, damit die Flotte weiterfahren kann! Dieses Erbe ist ein logistischer Albtraum.

    Im entwickelten Markt kann sich nur behaupten, wer ausgereifte Spitzenprodukte liefern kann. Der unausweichliche Preis dafür ist Schwerfälligkeit bei der Reaktion auf grundlegend Neues und die grundsätzliche Abneigung, sich mit dem Neuen zu beschäftigen, weil es am Anfang zwangsläufig viel weniger ausgereift und ausgereizt sein muss. So trägt der Erfolgsfaktor muss den Keim des Scheiterns zwangsläufig in sich und bei geeigneten Rahmenbedingungen entfaltet er seine meist tödliche Wirkung.

    Der Zeitpunkt für den Ausbruch der Krankheit ist bei den Produzenten klassischer Verbrennungsmotor-Fahrzeuge jetzt gekommen. Nach etwas mehr als hundert Jahren ist diese Technik bis an die Grenzen des Machbaren ausgereift. Wie wir erlebt haben kann sie nur durch willentlichen Betrug noch innerhalb der Randbedingungen betrieben werden, die wir uns als Gesellschaft im eigenen Interesse und dem unserer Kinder selbst gegeben haben und auf deren Einhaltung wir bestehen müssen.

    Möglicherweise – ja sogar wahrscheinlich – wird Elon Musk am Ende nicht der ganz große Gewinner sein, dagegen spricht bei der Komplexität des Produkts „Automobil“ zu viel. Aber die Ehrlichen unter uns werden sich in einigen Jahren an ihn erinnern als den zielstrebigen Macher, der uns allen gezeigt hat, dass Elektrofahrzeuge alltagstauglich und mehr als konkurrenzfähig zum Automobil mit Verbrennungsmotor sind. Um einen vergangenen Werbeslogan eines Herstellers aus meiner Heimatstadt zu strapazieren macht es einfach „Mehr Freude am Fahren“, einen Tesla geräusch- und geruchslos durch die Landschaft zu fahren.

    Die Tränen könnten einem allerdings kommen angesichts der Hilf- und Ahnungslosigkeit unserer Politiker. Sitzen sie doch heute wieder in Berlin zusammen und überlegen sich „Fördermaßnahmen“ für die E-Mobilität. Es braucht keine Förderprogramme, in der aktuellen Situation gibt es nur eine einzige Maßnahme, mit der alles in kurzer Zeit entschieden wäre: Ein Tempo-Limit von 130 km/h auf allen deutschen Autobahnen. Damit wäre der allerletzte, winzigkleine Vorteil eines 4-Liter- Diesel mit bi-Turbo und 90l Tank auf einer längeren Wegstrecke endgültig dahin. Das Bestechende wäre: Diese Maßnahme kostete keinen Cent – man bräuchte ja nicht mal ein einziges Verkehrszeichen zusätzlich. Vielleicht würden ein paar Hundert Verkehrstote der kommenden Jahre auf unseren Autobahnen dann auch noch leben dürfen. Diesen Geistesblitz kann man aber gerechterweise von einem Verkehrsminister nicht erwarten, der schon an so einfachen Dingen wie an der Einführung einer Straßenbenutzungsgebühr krachend und nachhaltig scheitert.

    Vielen ist wahrscheinlich mangels breiten Interesses möglicherweise auch entgangen, dass Space-X vor ein paar Tagen eine Rakete aufrecht stehend und unbeschädigt auf einer Wasserplattform gelandet hat. Bis dahin hat es die Raumfahrtindustrie bevorzugt, nicht nur die irrsinnige Menge an Treibstoff für Weltraumtransporte zu verbrauchen sondern gleich auch das ganze High-Tech-Vehikel mit zu verschrotten. Die Spezialisten der arrivierten Raumfahrt-Agenturen waren der festen Überzeugung, dass man das nicht probieren muss, weil es nicht gehen kann. So wie es aussieht haben Elon Musk und seine Herangehensweise an offensichtlichen und massenhaft praktizierten Schwachsinn auch mit diesem Erfolg etwas zu tun …

  • Hallo Herr Augustin, ihr Text hat mir sehr gut gefallen, da er trefflich formuliert ist. Über Elektroautos kann man viel diskutieren.
    Die Umweltbelastung durch E-Fahrzeuge ist genauso hoch oder höher als die durch Verbrenner, wenn man die Well-to-Wheel-Emissionen betrachtet. Die Emissionen entstehen einfach an einem anderen Ort. Dabei sind noch nicht Herstellung und Recycling der Batterie berücksichtigt.
    E-Fahrzeuge und Verbrenner stehen ganz einfach im Wettbewerb zueinander und es gibt für jeden Kunden mit seinem speziellen Einsatzprofil ein passendes Fahrzeug.
    Die Förderung einer speziellen Technologie durch die Bundesregierung halte ich nur für sinnvoll, wenn sie dem Wohl der Bürger dient. Dies trifft aktuell allerdings nicht zu und war bei der Abwrackprämie auch nicht so. Es wäre nur die Förderung einer Technologie, die sich eigentlich über den Markt, Wettbewerb und die Nachfrage durchsetzen muss. Steuergelder kann man besser verwenden.
    Herr Musk kann sich gut verkaufen und hat genug finanzielle Mittel, darin liegt das Geheimnis.

  • Was leider bei all der Euphorie über die Teslas verschwiegen wird, ist der Pseudo-Klimaschutz-Deckmantel in den die Elektroautos gekleidet werden. Die Energie- und Umweltbilanz in der Herstellung eines Elektroautos ist gelinde gesagt verheerend, das wird immer schön verschwiegen! Allein die Herstellung der Batterie-Einheiten ist derart Energie-verschwendend und umweltbelastend, dass selbst die CO2-Bilanz eines LKW ein Witz dagegen ist. Ebenso wird oft nicht darüber berichtet, welch enorme Stromreserven genutzt werden müssten, um mal eben 40 Millionen Autos „schnell zu laden“ (20 min). Aber Strom kommt ja aus der Steckdose und ist sauber. Und wenn es um die Entsorgung eines E-Autos geht, stehen wir vor unfassbaren umwelt- und energietechnischen Problemen.

    • Soso.. und wie sieht dann die Energie- und Umweltbilanz eines Verbrenners aus??
      Die werden vermutlich bei der Herstellung nur mit Motor- und Getriebeöl befüllt das direkt und schon im benutzbaren Zustand Vorort aus dem Boden sprudeln? 😉 Das Benzin das man dann später tanken muß wird auch zu den Tankstellen gezaubert, ganz zu schweigen von dessen Herstellung…
      Das entstehende Altöl löst sich bei einem anstehenden Wechsel sofort in umweltfreundliche Luft aus… usw usw… Ich könnte noch massenhaft Gegenargumente bringen…
      Der Vergleich der Oköbilanz zwischen Elektroauto und Verbrenner hinkt gewaltig…

      Fest steht allerdings daß das Elektroauto während des Betriebs umweltfreundlicher ist als der Verbrenner und darauf kommt es im Endeffekt an.

    • Und aus deutscher Sicht wird unverständlicherweise gern ignoriert, dass Solar- und Windenergie die einzigen Energieformen sind (neben einer klitzekleinen Menge an Wasserkraft), die wir in der Mitte Europas selbst „herstellen“ können und die uns unabhängig machen werden von den (zufälligen) Energiebesitzern dieser Welt und ihrem politischen Irrsinn. Es wird außerdem vergessen, dass Mobilität wiederum die beste Einsatzform für diese regenerativen Energien ist, weil ein PKW im Schnitt nun mal 22,5 Stunden am Tag irgendwo steht, wo er geladen werden kann und weil Solarenergie dann anfällt, wenn wir sonst relativ wenig Strom brauchen.

      Die Infrastruktur dafür ist im Übrigen da … und wie das Mobilfunknetz wird sie sich dem Bedarf rasch anpassen. Als Steve Jobs das iPhone mit Kamera für Fotos und Filme (und allen anderen Sensoren) vorstellte, hatten wir nicht mal 3G in Deutschland, wir hatten ein schwachbrüstiges Netz mit ISDN-Geschwindigkeit und vielen Funklöchern.

      Das war im Übrigen in einer Zeit, in der der normale Konsument gewohnt war, dass er vom Mobilfunkanbieter sein Handy für 1,– € geschenkt bekam. Nichtsdestotrotz hat er sich kurz danach in einer langen Schlange angestellt, um dieses neue Ding dann für 700,– € kaufen zu dürfen …

      Also tretet ruhig weiter aufs „Gas“, liebe Fossil-Raser, wir sehen Euch dann in der Schlange bei Tesla oder einem anderen, erfolgreichen E-Fahrzeug-Anbieter – sicher nicht mehr bei „Volkswagen – das Auto“. Die diskutieren dann immer noch die Boni für die, die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben.

  • Ein sehr spannender Beitrag, der das Problem des Automobilindustrie perfekt beschreibt! Ich frage mich schon länger, wann endlich begriffen wird, dass Elektroautos die Zukunft sind… Spannend wird sein, wie Tesla in der nächsten Zeit sich schlagen wird. Eine realistische Chance besteht ja, dass sie erfolgreich werden können. Und das wird den „Großen“ nicht gefallen, auch wenn sie bei den World Car Awards 2016 gewinnen. In diesem Video wird näher drauf eingegangen, ist sehenswert. Audi zum Beispiel gewann „World Performance Car“ mit ihrem Audi R8 Coupé. Aber wenn Tesla dazwischen grätscht, ist so eine Auszeichnung nebensächlich. 325.000 Reservierungen ist eine beachtliche Zahl, und was richtig weh tun kann:
    „Denn viele, die jetzt einen Tesla 3 bestellt haben, werden in den kommenden zwei Jahren kein anderes Fahrzeug kaufen.“
    Danke für den Beitrag und viele Grüße!

  • Hallo
    Wenn ich mir die ganzen Kommentare so lese, möchte ich da auch noch was hinzufügen:

    Tesla baut so geniale Autos, mit einem voll genialen Desin und nicht mit so vielen Kanten und Löcher. Tesla versteht es Auto zu bauen. Ich bin ein Tesla Fan und habe mir das Model 3 auch schon reserviert. Egal, wie lange das dauert bis das Auto auf den Markt kommt, ich will unbedingt das Model 3 haben. Solange fahre ich mit meinem jetzigen Auto rum. Für mich ist das Warten kein Problem. Für mich gibt es auch keine Konkurrenz zu Tesla, denn Tesla macht es richtig und stellt Supercharger hin, das man das Auto gratis laden kann. Und dazu gibt es noch die ganze Infrastructure dazu. Klar, beim Model 3 weiss man noch nicht, ob man gratis laden kann, aber selbst wenn es was kosten würde, ist es immer noch billiger als tanken. Das würde nichts an meiner Kaufentscheidung ändern. Tesla macht es richtig und denkt an alle seine Kunden, die dann die Autos aufladen müssen. Da kann nun eine andere Automarke ein Elektroauto auf den Markt bringen mit einer noch grösseren Reichweite als Tesla, aber wo wird das Auto dann aufgeladen und wie lange muss man laden? Alle anderen Hersteller haben keine Supercharger!!! Darum finde ich das blöd, wenn es solche Kommentare gibt, wo dann die Leute schreiben, dann ist man von Tesla abhängig! Das sehe ich überhaupt nicht so, denn das ist doch super von Tesla, das sie solche anbieten. So hat die Sorge nicht mit dem Laden, und muss keine Angst haben, wo lade ich, passt der Stecker, wie geht das mit dem Bezahlen usw… Tesla denkt halt an alles. Das ist halt einfach genial und überzeugt mich voll und ganz. Macht
    einfach weiter so bei Tesla. Und ich freue mich schon heute auf mein Model 3, und erst dann auf das Fahren.

  • Das ist nun mal der Unterschied zwischen einem Neueinsteiger und einem etablierten Anbieter. Der Neueinsteiger hat keine Altlasten, keine Kunden und keinen Namen. Er ist damit predistiniert für eine disruptive Strategie.
    Etablierte Anbieter, die einen grossen Kundenkreis besitzen, befriedigen in erster Linie die Anteilseigner und setzen auf Evolution, damit auf Sicherheit und die erzielbare Marge. Die disruptive Innovationsstrategie gerät in den Hintergrund. Letztendlich bleibt nur die Möglichkeit, die verkrustet denkenden Unternehmensspitzen auszutauschen. Ebenso denkende Anteilseigner werden abwandern, aber es werden auch neue, geduldigere hinzugewonnen. Diese Menschen haben dann auch nichts dagegen, dass sich der Kundenkreis dramatisch verändern könnte.

  • Mein Dank und Hochachtung gilt TESLA! Sie haben demonstriert, dass die konventionelle Autoindustrie nie ein wirkliches Interesse an Elektroautos hatte! Denn wenn Tesla solche ausgereiften Autos auf den Markt bringt, wieso dann nicht Audi, VW oder BMW? Lieber Lobbying statt Innovationen vorantreiben. Und wenn man sich auch noch dabei ständig einredet, dass man ja den anderen Autobauern „weit voraus“ wäre, und das auch noch glaubt, dann ist man nur selbst schuld!

    DANKE TESLA: Noch habe ich kein Auto, doch wenn es soweit ist, dann wird es nur ein Tesla sein. Schon aus Protest : )

  • Ich bin mit meinem Model S in zwei Urlauben vom Nordkap bis Tarifa in Südspanien gefahren. Bis auf den höchsten Norden und den tiefsten Süden gab es überall Tesla-Supercharger, die Tagesetappen bis zu 1.000km ermöglichten. Langstreckenfahren und Reichweiten bis 400km auch bei großer Kälte im Norden und großer Hitze im Süden sind kein Problem.

    Was viele beim Laden nicht bedenken: Der Strom kommt zu mir nach Hause. Ich muss nicht zur Tanke fahren. Meine durchschnittlichen Ladezeiten unterwegs sind damit im Schnitt deutlich kürzer als der Besitzer herkömmlicher Verbrenner aufwenden muss.

    E-Autos fährt man heute – sieht man vom Anschaffungspreis einmal ab – zu etwa einem Drittel der Kosten von Verbrennern (Strom < Benzin o. Diesel, Keine Inspektionen). Li-ion-Akkus sind in den letzten 10 Jahren um 85% billiger geworden. In den kommenden Jahren wird sich der Akkupreis in gleichem Maße weiter reduzieren. E-Autos werden in Zukunft gekauft werden, weil sie deutlich billiger als die komplizierten Verbrenner sind. Dabei fallen leider auch geringere Margen für die Hersteller an. Und das ist der eigentliche Grund für die Verweigerung der deutschen Autobauer. Man kann nicht ausreichend Geld verdienen, um die verschwenderischen, bisherigen Strukturen weiter alimentieren zu können.

    Es wird ein Gemetzel. Audi hat bereits bekannt gegeben, bis zu 20.000 Stellen abzubauen. Und das wird erst der Anfang sein. Desruptive Technologien nehmen leider keine Rücksicht. Dem Wohlstand in Deutschland wird es schaden. traurig, dass wir so verschlafene Manager haben.

  • Hallo!
    Bei fehlenden Gewinnen macht es keinen Sinn, diese E-Autos zu bauen. Es könnte sein,
    dass der Erfolg des Modell 3 für Tesla der Untergang wird.
    Im übrigen habe ich gelesen, dass es von Tesla keine Wartungsunterlagen anderswo gibt,
    also kann man nur dort das Auto warten und reparieren lassen. D.h. entweder sehr hohe
    Wartungskosten haben oder die Kiste nach ein paar Jahren verschrotten. Wie jetzt oft
    bei Smartphones, dass kann es doch nicht sein, weil zuviele Ressourcen verschwendet werden.
    Eine ganz einfache Wartung soll bereits 900$ kosten.
    Gruß
    Sven

    • Leider denkt hier mal wieder jemand recht kurz und aus der bequemen Couch-Sicht. Weder hat Thomas Edison mit den ersten 10.000 Glühbirnen Gewinn gemacht noch Apple mit den ersten 100.000 iPhones, geschweige denn mit den ersten 100.000 iMacs (wahrscheinlich war der Verfasser dieser Zeilen noch nicht richtig auf unserer Welt, als der iMac die ComputerWelt revolutionierte).
      Dennoch waren beide Produkte die Grundsteine zum heutigen Marktwert von Apple, von dem jedem deutsche Autobauer nur träumen kann. (Siemens als einstmaliger „Marktführer“ bei Handys träumt nicht mal mehr davon, die haben sich das einfach aus der Hand nehmen lassen.)
      Baupläne oder Wartungsunterlagen für ein High-Tech-Produkt wie ein modernes Automobil im allgemeinen Zugriff? Sven, wovon träumst Du? Hast Du schon mal versucht, die Motorsteuerung eines 7er-BMW oder eines Audi A8 auf Fehler zu untersuchen ohne das entsprechende Diagnose-Gerät des Herstellers, das einen mittleren 6-stelligen €-Betrag kostet. Klar, wahrscheinlich hast Du eines von BMW, eines von AUDI und eines vom Daimler in Deiner Werkstatt und kannst perfekt damit umgehen.
      Wartungskosten von 900,– € für ein Modell S sind teuer? In welcher Welt lebst Du? Ich habe 12 Jahre lang AUDI A8 gefahren. Da sind die ersten 450,– € bei einer Wartung nur für das (fossile) Motoröl weg und das verbrauchte entsorgt sich natürlich von allein und umweltschonend – das trinken die Wartungsleute zu den Weißwürsten.
      Wenn ich einen Update für die Navigationskarten brauchte, die bei Auslieferung des Fahrzeugs schon zwei Jahre veraltet sind, kostet das 300,– € Lizenzgebühren und einige Stunden Arbeitszeit zum Einspielen. Tut sich beim Tesla (wie bei jedem Tom-Tom und bei jedem iPhone) automatisch und kostenlos.
      Getriebeöl-Wechsel, Bremsklötze (Asbest-haltig) alle 60.000 km, Scheiben nach 90.000 km, einmal im Jahr irgendeinen Marderschaden an einem Schlauch … JEDER Oberklassefahrer in Deutschland schlägt sofort ein, wenn er die Wartungs seines Fahrzeugs für 900,– € versprochen bekommt, und ein Modell S ist ein Oberklassefahrzeug.
      Das meiste davon GIBT ES BEI EINEM E-FAHRZEUG Nicht einmal …

      BItte einfach die Themen bis zum Ende denken und die eigene Erfahrung aus dem Betrieb eines modernen PKW realistisch zu Rate ziehen, dann kommen Schlüsse raus, die man ernst nehmen kann..

      .

  • Ja, die Teslas sehen super aus, die technische Daten sind ok, Musks Konzept scheint schlüssig.
    Aber hat schon jemand einen im Winter bei -20 ausprobiert?
    Ich konnte noch keinen Test dazu finden.
    Li-Ion Akkus machen da sehr schnell Schluß.

    any Idea Anyone?

  • Hallo in die Runde,

    es sind viele interessante Antworten zum Artikel geschrieben worden.
    Was mich aber eher beunruhigt als die Frage ob der eine oder der andere Autohersteller
    das „Rennen“ macht ist, ob wir nicht die Chance verpassen die Umstellung vom jetzigen System
    „Auto“ für eine neue Art mobilität zu nutzen.

    Muß ein Auto, das im Schnitt ca. 100 – 120kg Mensch transportiert wirklich knapp 2t wiegen ?
    Ist es bei einem Elektroauto sinnvoll 800 – 1000kg Batterie mit sich zu führen, obwohl diese für
    90% der Fahrten nicht benötigt werden? Benötigt ein Elektroauto wirklich 300 PS und mehr ?
    Gerade beim Elektroantrieb könnten doch die vielen Systemvorteile genutzt werden.

    Bei meiner letzten Fahrt im Model S war der Verbrauch schnell mal über 20kw/h, im Prinzp
    auch nicht wenig.

    Wer sich an die eigene Nase fast wird auch schnell feststellen das an 350 Tagen im Jahr die bisherigen km Leistungen für die meisten Autofahrer völlig ausreichen sind (Ja ich weis, Vertreter und ähnliches kommen damit nicht aus). Für die wenigen, meist planbaren Fahrten, kann problemlos auf ein Mietwagen zurückgegriffen werden.

    Zum Thema laden ist mir aufgefallen, das alle bisherigen Elektroautoanbieter sich darauf
    verlassen (Supercharger ausgenommen), das irgendwer eine Ladeinfrastruktur aufbaut ?
    Wäre die Ladesteuerung im Auto vernünftig ausgelegt würde eine „handelsübliche“
    CEE-Steckdose für ein dreiphasiges Laden ausreichen. Die Abrechnung ist mittels GSM ja
    das kleinste Problem.

    Dazu hat jedes Gebäude in Deutschland, vorausgesetzt es ist ans Stromnetz angeschlossen, die Möglichkeit mind. 22kw Strom fürs Laden bereitzustellen.

    Aus meiner Sicht wäre es sinnvoller die Intelligenz des Ladens ins Auto zu verlegen und nicht an die Ladesäulen. Wenn ich heute ein Angebot für einen Schnellader mit 22kw und zwei Anschlüssen für den öffentlichen Raum bekomme und ohne Installation dafür schnell mal über 25.000,–€ Kostet
    aufgerufen werden, ist es nicht verwunderlich warum es so wenige Ladesäulen gibt.

    Und noch ein Gedanke zum Thema Laden/Schnellladen.
    Wann laden Sie Ihr Handy ? Ich behaupte mal das Heute die Autos meist dann getankt werden,
    wenn Sie gebraucht werden. Beim Handy würde keiner auf die Idee kommen es erst dann an
    den Strom anzuschließen wenn er damit telefonieren möchte.

    Da ein Auto durchschnittlich 23 Stunden am Tag steht sollte also ausreichend Zeit für das Laden zur Verfügung stehen.

    Für alle Personen die Ihr Auto regelmäßig länger als 50 – 100km am Tag nutzen müssen/möchten ist evtl. der Hybrid die Alternative bis sich das Batterieproblem von ganz alleine erledigt.

    Vielleicht sollten wir uns für die nächsten 10 Jahren auch einfach damit abfinden, das es die Eierlegendewollmilchsau nur mit hohem Gewicht und recht hohen Preisen geben wird.
    90% der meisten Probleme die im Zusammenhang mit Elektroautos genannt werden sind
    sehr wahrscheinlich im Kopf der Kunden zu finden.

    • Hallo Gforce,

      da sind viele gute Gedanken in Deiner Antwort. Mit Sicherheit werden Elektroautos unsere Sicht auf den Individualverkehr insgesamt und dann auch auf das Design und die Benutzung von Automobilen verändern.

      Wie auch in der Vergangenheit kann man immer nur einen Schritt nach dem anderen machen, wenn man nicht auf die Nase fallen will. Das war der Grund, warum die ersten Automobile aussahen wie Kutschen …. das waren die Leute einfach gewohnt. Hätte Gottlieb Daimler nicht einfach eine motorisierte Kutsche gebaut sondern gleich ein T-Modell wie es Henry Ford knapp 20 Jahre später auf den Markt gebracht hat, wäre er ziemlich sicher gescheitert, kein Mensch hätte gewusst, was er damit anfangen soll. So ist es auch heute: Auch ein technologisch weit überleenes Auto muss aussehen und daherkommen wie ein bisheriges Auto. Es MUSS über 200 km/h fahren können, weil alle anderen das auch können, und es MUSS in 5 sec. von 0 auf 100 km/h beschleunigen, weil alle anderen das können. Was es dann SONST noch kann und was es wert ist, kann es erst später beweisen, das sieht der normale Käufer nicht auf den ersten Blick.

      Wenn aber der erste Trampelpfad etwas breiter wird, werden auch ganz andere PKWs verfügbar sein als der total untaugliche i3 von BMW oder das eben teure, weil luxuriöse Model S von Tesla.

      Steht die Ladeinfrastruktur in Wohnanlagen, an Arbeitsplätzen und im öffentlichen Raum, dann werden ganz unterschiedliche Konzepte verwirklicht werden. Darunter auch sehr kleine „Stadtmobile“ und auch stundenweise ausleihbare, absolut austauschbare Vehikel.

      Automobile der Zukunft werden näher an der eigentlichen Nutzung („Individualverkehr“) als an der Selbstverwirklichung der Besitzer sein. Heute kann man sich definieren darüber ob man „Benzin“-Fahrer oder „DIesel“-Freak ist, wieviel Hubraum und welche Individual-Ausstattung das Gefährt hat. Die sehr, sehr kurze Liste an Sonderausstattungen bei Tesla gibt einen Vorgeschmack darauf, wie das zukünftig ist.

      Du schreibst dann, dass irgendjemand die „Ladeinfrastruktur“ aufbauen muss. Das verstehe ich nicht ganz, denn folgerichtig bemerkst Du selbst ein paar Zeilen später, dass es zumindest 230V, meist auch 380V, in jedem Haus in Deutschland gibt. Richtig: Die Infrastruktur ist flächendeckend bis ins kleinste Nest da. Ob unsere Netze es allerdings heute schon verkraften würden, wenn tatsächlich bis 2020 jedes Jahr im Schnitt 300.000 E-Fahrzeuge dazu kämen, das muss man siehen. Aber auch das Mobilfunknetz des Jahres 2005 hätte nicht leisten können, was das heutige Netz bringt. Das kommt immer und zuverlässig mit der wachsenden Nutzung.

      Die Intelligenz des Ladens ins Auto verlagern … ja nun, genau das macht ja Tesla. Egal, ob 230V, 380V, eine der zur Zeit bekannten Ladestationen oder eben der Supercharger: Ein Model S kommt mit allem klar und bringt auch alle Adapter mit. Das eigentliche Ladegerät ist an Bord (und nicht draußen) und kann vom Benutzer entsprechend seiner nächsten Tagesplanung programmiert werden. Eigentlich müsstest Du Tesla-Fan sein.

      Wenn alle Hersteller darauf verzichten, eigene Standards zu etablieren, und stattdessen klarkommen mit dem, was da ist, dann reicht es, wenn in möglichst vielen Tiefgaragen und vielleicht auch an der einen oder anderen Außenwand eines Hauses eine 380kV-Steckdose angebracht ist und der geladene Strom irgendwie abgerechnet werden kann.

      Wie Du schreibst reichen die Standzeiten eines Automobils – auch eines „gesharten“ – immer aus, dass es mit ausreichendem Ladestand für die nächste Fahrt zur Verfügung steht.

      Jetzt fehlt nur die „Erleuchtung“ unserer Politiker: Wir brauchen keine Kaufanreize, wir brauchen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen von 130 km/h. Dann sind 1.000.000 Autos keine Utopie – vielleicht nicht 2020, aber 2022 …

      Aber das würde ja erfordern, dass sich auch Politiker mal fundiert mit einem Thema beschäftigen und nicht nur auf ihre Einflüsterer mit 6-stelligen Einkommen verlassen. Herr Dobrindt ist sicher noch nie in einem modernen Elektroauto gesessen, aber er hat ja auch noch nie höchstpersönlich eine österreichische Maut-Plakette gekauft. Aber es ist ja auch einfacher (und für den nächsten Wahlkampf nützlicher), wenn man sich als Lobby-Lautsprecher betätigt.

      Aus dem Abgas-Skandal bei Dieselautos hat er jedenfalls keine Lehre gezogen.

  • […] „In Deutschland gibt es ein Dreiphasen-Wechselstrom-System für die Stromversorgung. Ein Akku benötigt zum Laden Gleichstrom (DC). Die deutschen Automobilbauer haben in Ihren E-Fahrzeugen Lader verbaut, welche bei Wechselstrom (AC) lediglich eine Phase nutzen können und somit bei einem Strom von 32 Ampere eine maximale Ladeleistung von 7,4 kW (BMW i3) erzielen. Bei VW sind es gar nur 3,7 kW. Rühmliche Ausnahme ist die elektrische B-Klasse von Mercedes, mit immerhin dreiphasig 11 kW. 11 kW ist bei Tesla beim AC-Laden standard und mit Doppellader auf 22 kW als Option erweiterbar. Und für 22 kW AC gibt es in Deutschland eine recht gut ausgebaute Ladeinfrastruktur.“ (Quelle) […]

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