China

Sport, Gaming & E-Commerce: Die Eine-Billion-Dollar-Industrie in China

Philipp Ostsieker

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Dass die chinesische Regierung insbesondere den Fußball, aber auch den Sport allgemein fördern möchte, ist nun hinreichend bekannt. Etablierte Sportler und Trainer werden für die Chinese Super League akquiriert, aber das an sich ist noch nicht besonders innovativ. Auf allen Ebenen wird versucht mit der FIFA zusammen zu arbeiten, zudem entstehend Tausende neuer Akademien zur Nachwuchsförderung. Besonders interessant sind aber die wirtschaftliche Rahmenbedingungen, welche den großen Traum von der fußballerischen Weltklasse unterstützen sollen.

We have more than 1 billion people in China, we should be able to field 11 world class players, no? We should win the World Cup someday soon. (Bo Lu)

In Zusammenarbeit mit der Regierung betrachten viele private Unternehmen die Sportindustrie als tragende Säule des ökonomischen Wachstums der nächsten Jahrzehnte. Sport ist in China aktuell eine 62-Milliarden-Dollar-Industrie, bis zum Jahr 2025 soll dieser Wert auf Wunsch der Regierung auf 800 Milliarden steigen. Für den Erfolg sollen das Wachstum der Chinese Super League, Investments in ausländische Ligen, höhere Zuschauerzahlen und -interaktion sowie Merchandising-Einnahmen sorgen.

Alisports verbindet Technologie, E-Commerce und Sport

Ende 2015 hat der E-Commerce-Riese Alibaba auf diese Entwicklung reagiert und Alisports gegründet. In erster Linie sollen die bestehenden Partnerschaften mit Guangzhou Evergrande, dem FC Bayern München oder auch Kobe Bryant ausgebaut werden. Aber auch die großen Sportmarken wie Nike und Adidas sowie die großen internationalen Ligen wie die NBA, die NFL oder die britische Premier League möchten ihre Zuschauerzahlen, ihr Fan Engagement und ihre Merchandising-Einnahmen steigern. Alisports hat sich so positioniert, damit es in allen Bereichen helfen kann.

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E-Sport etabliert sich als offizielle Sportart in China

Während sich Alisports also als zentraler Experte für E-Commerce, Marketing und Partizipation für nationale und internationale Sportligen, Teams, Marken, Spieler und Ausrüster sieht, positioniert sich das Unternehmen Tencent als Experte für E-Sport und Gaming.

Tencent ist eines der drei größten Technologie-Unternehmen in China, der Markt für Gaming und E-Sport ist 22 Milliarden Dollar groß. In den nächsten zehn Jahren soll dieser Markt auf 100 Milliarden Dollar wachsen. Dazu sollen vor allem 400 Millionen motivierte Gamer beitragen. Darüber hinaus hat das Thema aber auch in der Regierung ein hohes Standing. 2009 wurde E-Sport sogar als offizielle Sportart genehmigt.

Bündelt man all diese Aktivitäten, besteht die große Chance, dass sich die Fusion von Sport, E-Commerce und Gaming bis zum Jahr 2025 durchaus zu einer Eine-Billion-Dollar-Industrie entwickeln könnte. Die chinesische Regierung arbeitet intensiv daran, dieses Wachstum durch neue Gesetzgebungen und Steuersätze zu fördern, um u.a höhere Investments in die nationale Sportindustrie zu ermöglichen.

Diese Entwicklung ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern bereits Realität. Unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg bleibt es aber spannend, wann sich die ersten sportlichen Erfolge auf großer Ebene realisieren lassen.

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Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.