Start-up, Gründen, Existenzgründung

Puls Check: Wer will denn schon gründen?

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von Gastautor

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Spätestens wenn sich das Studium dem Ende neigt, machen sich Studierende Gedanken darüber, was danach kommen soll. Und während Arbeitgeber im War for Talents um ihre Gunst buhlen, steht für über die Hälfte fest: Ich will mein eigener Chef sein. Aber wieso scheint der Gründeralltag attraktiver zu sein, als die Arbeit in einem Unternehmen?

Schon der erste Puls-Check hat gezeigt, dass immerhin ein Drittel der Studierenden in Deutschland die Arbeit in einem Startup größeren Konzernen vorziehen. Dort versprechen sie sich neben einer angenehmen Arbeitsatmosphäre auch vielfältige Aufgaben und Verantwortung. Statt ein kleines Rädchen zu sein, wollen sie sich einbringen – das entspricht der Charakteristik der Generation Y, zu der der größte Teil der Berufseinsteiger heute gehört.

Studentische Gründer

Wieso aber nur mitarbeiten, wenn man auch gleich selbst gründen kann? Eine zweite Studie von Campusjäger zeigt, dass sich ganze 57 Prozent der 1.000 befragten Studierenden selbständig machen wollen. Teilweise bereits während des Studiums. Materielle Werte sind dabei nicht einmal der hauptsächliche Antrieb, sondern es geht vielmehr darum, eigenständig etwas Neues aufzubauen, der eigene Chef zu sein und etwas in der Welt zu bewegen – Geld rangiert erst auf den nachfolgenden Plätzen.

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Die Zahl derer, die tatsächlich währen oder direkt nach dem Studium gründen, ist letztlich deutlich kleiner. Einige verwerfen ihre Idee wieder, andere warten nach ihrem Abschluss noch ein paar Jahre. Allerdings zeigt die Tatsache, dass über die Hälfte gründen will, zumindest eines: Sie glauben, ihre Erwartungen an das Berufsleben besser erfüllen zu können, wenn sie es selbst in die Hand nehmen, als auf den passenden Arbeitgeber zu warten.

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Hier wird es nun für Arbeitgeber interessant. Denn im War for Talents müssen sie von sich überzeugen.

Dabei haben etablierte Unternehmen umso mehr Potential, sich von ihrer Konkurrenz abzuheben, indem sie anfangen, der Generation Y entgegenzukommen. Dazu muss auch nicht die gesamte Unternehmensstruktur aufgebrochen werden. Schon kleine Anpassungen können den entscheidenden Vorteil im War for Talents machen und die Arbeitgeberattraktivität steigern. So finden sich für jeden Unternehmenstyp passende Änderungen, die die Leistung nicht beeinträchtigen. Im Gegenteil, wer die Zufriedenheit der Mitarbeiter aktiv fördert, profitiert letztlich sogar von einer höheren Produktivität.

Infografik Puls Check
Gründungsbereitschaft unter Studierenden (Klick zur Vergrößerung)

Das klappt am besten, wenn sich Arbeitgeber vorher überlegen, was sich Studierende von einem eigenen Unternehmen versprechen. Während viele mit Weihnachtsgeld, Gewinnbeteiligung und anderen materiellen Boni locken, sucht gerade die Generation Y nach etwas Anderem. Wer ihren Bedürfnissen nachkommen kann, gewinnt sie auch für sich.

Flexibilität und Transparenz: 80 Prozent nennen als Grund zu gründen, eigenhändig etwas Neues aufzubauen. Das bietet gleich mehrere Vorteile: Gründer bestimmen Werte und Visionen des Unternehmens selbst. Sie kennen ihre Ziele, haben die Prozesse von Anfang an entworfen, wissen, warum etwas wie gemacht wird und können es jederzeit ändern. Diese Flexibilität und damit auch Innovationsfähigkeit fehlt ihnen in vielen etablierten Unternehmen. Zudem muss der Arbeitgeber transparent sein. Sie wollen wissen, wofür sie arbeiten – wofür steht das Unternehmen, was sind langfristige Ziele, welche Rolle spielen sie selbst dabei und wohin kann sie das einmal führen?

Die Spaßgesellschaft: Als Gründer genießen die Absolventen die größte Entscheidungsfreiheit. Kein Wunder, dass der eigene Chef zu sein mit 67 Prozent der zweithäufigste Grund ist, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Das erlaubt ihnen, den größten Teil der Arbeit an ihr Privatleben anzupassen. Der Erhalt der Work-Life-Balance beeinflusst viele Entscheidungen. Während früher die gemeinsame Zeit mit der Familie häufig der Arbeit zugunsten geopfert wurde, kommt das heute kaum noch vor. Und wenn sie Überstunden machen müssen, erwarten sie dafür einen Ausgleich.

Nachhaltigkeit: Sie möchten etwas in der Welt bewegen. 54 Prozent der Befragten gaben das als einen der Gründe für ihr Vorhaben an. Manche denken dabei global und erforschen und entwickeln Möglichkeiten, die Umweltverschmutzung zu reduzieren. Andere wiederum wollen ihre Mitmenschen direkt unterstützen. Das lässt sich auch an den vielen Startups erkennen, die Dienstleistungen und Gadgets anbieten, die den Alltag leichter machen sollen. Und ebenso legen sie Wert auf ihre eigene Nachhaltigkeit. Sie sind wissbegierig und erwarten Möglichkeiten, sich fortzubilden.

Die Ypsiloner sind Multitalente, die mit guten Abschlüssen, Auslandserfahrung, innovativen Ideen und Flexibilität punkten. Aber sie sind auch anspruchsvoll. Können sie sich erstmal mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, brennen sie auch für ihre Arbeit und sind für jedes Unternehmen eine Bereicherung.

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