Disney ist bislang nicht für seine Kompetenz im Sport bekannt, sondern für viele erfolgreiche Filme. Jetzt arbeitet Disney an einer Software, die das Coaching für immer verändern könnte.

Kann eine Disney-Software Tore verhindern?

Philipp Ostsieker

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Disney ist bislang nicht für seine Kompetenz im Sport bekannt, sondern für viele erfolgreiche Filme. Jetzt soll eine neue Disney-Software das Coaching für immer verändern.

Es gibt viele verschiedene Arten von Software, die Daten im Sport sammeln können. Diese Daten werden je nach Software in verschiedener Form für Trainer und Teams aufbereitet. Solche Beispiele sehen wir wöchentlich in den Nachberichterstattungen diverser Spiele, in denen Experten die Spieler dafür kritisieren, was sie in bestimmten Situationen gemacht haben oder hätten tun sollen. Die meisten Zuschauer übernehmen diese Kritik entsprechend.

Dank der Analyse-Technologie von Disney werden Trainer und Experten nun in der Lage sein, die bestmöglichen Lösungen für Situationen zu finden. Die meisten Analyse-Tools konzentrieren sich auf bestimmte Spieler und was diese individuell hätten machen können. Der Disney-Ansatz bezieht zudem die Positionierung des gesamten Teams ein und berechnet die bestmögliche Position und Bewegung für jeden Spieler. Aber wie genau können Trainer und Spieler dieses Tool für bessere Entscheidungen nutzen?

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Disney-Software basiert auf Ghosting

Die Technik, welche die Disney-Software nutzt nennt sich „Ghosting“. Ghosting erlaubt es Trainern Spieler auf den Positionen zu platzieren, wo sie vermeintlich am effektivsten sind. Zudem berechnet die Software die Chancen für eine erfolgreichen Angriff bzw. eine erfolgreiche Verteidigung. Trainer können ihren Spielern deren bestmögliche Position in verschiedenen Spielsituationen demonstrieren – und dies sowohl visuell als auch statistisch untermauern. Der Vorteil der Disney-Software: Sie soll für fast jede Team-Sportart genutzt werden können.

Weiterhin kann die Disney-Software Daten zu Teams und Spielern sammeln, um vorherzusagen wie Individuen in bestimmten Situationen wahrscheinlich reagieren. Stichwort: Predictive Analytics. Ein Beispiel demonstriert ein Tor, bei dem die Chance für den Torerfolg bei 69 Prozent liegt, basierend auf der Positionierung der beiden Teams. Nutzt man die Disney-Software, um einen Spieler zwei Schritte nach vorne zu verschieben, sinken die Chancen auf den Torerfolg auf 42 Prozent. Diese Daten können mit dem Verteidiger in der Praxis geteilt werden und ihm dabei helfen, sein Defensiv-Verhalten zu verbessern. Die fortgeschrittene Software betrifft aber nicht nur den einzelnen Spieler, sondern seine Interaktion mit den Mitspielern, etwa beim Wechsel von Raum- zu Manndeckung.

Wie hilfreich ist Statistik im Sport?

Ein weiteres Beispiel zur praktischen Anwendung ist der Transfermarkt. Wenn ein Spieler genügend Spiele absolviert hat, um substanzielle Daten zu generieren, können die Trainer simulieren, ob dieser Spieler in ihr Team passen würde. Diese Informationen können das beitragen, ob ein Verein für diesen Spieler mitbietet oder wie sich dieser Spieler auf einer anderen Position schlagen würde.

Natürlich kann keine noch so tolle Ansammlung von Daten hundertprozentig menschliche Fehler oder unbekannte Variablen vorhersagen. Was ist also der entscheidende Punkt der Disney-Software? Obwohl menschliche Fehler nicht vorhersehbar sind, hat sich die Team- und Kader-Zusammenstellung auf Datenbasis schon bewährt. Als Buch bzw. Film dokumentiert, nutzte Baseball-Trainer Billie Bean Daten, um mit einem der sportlich und finanziell schwächsten Teams der Major League Baseball (MLB) die besten Teams des Landes zu schlagen.

Fußball-Trainer Otto Rehhagel sagte einmal: „Geld schießt keine Tore“. Zahlen per se schießen oder verhindern vermutlich auch keine Tore, Touchdowns oder Homeruns. Setzt man beides klug ein, kann sich immerhin die Wahrscheinlichkeit für mögliche Erfolge erhöhen.

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Philipp Ostsieker ist Medien- und Digitalmanager aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit als selbstständiger Digital Content Strategist schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.