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Amazon Prime Wardrobe: Jetzt wird Online-Shopping noch bequemer

Amazon Prime Wardrobe
Amazon Prime Wardrobe ist der jüngste Angriff des Online-Händler auf die klassischen Kaufhäuser.
geschrieben von Christian Erxleben

Amazon und sein Kundenprogramm Amazon Prime haben bereits zahlreiche Branchen von Grund auf revolutioniert. Nun bringt der Online-Händler mit Prime Wardrobe einen neuen Service an den Start. Dieser könnte sich schnell zum Schreckgespenst der Mode-Industrie und zum neuen Liebling der Nutzer entwickeln.

Wenn Amazon ein neues Produkt launcht oder einen neuen Service im Markt etabliert, bricht bei den etablierten Playern häufig Angst aus. Der Online-Händler ist einer der wenigen Konzerne, denen es regelmäßig gelingt, etablierte Branchen durcheinanderzuwirbeln.

Der Schlüssel und Ausgangspunkt dafür ist häufig das eigene Programm Amazon Prime. Der Dienst, der in Deutschland alleine von 17 Millionen Menschen – das ist jeder fünfte Deutsche – genutzt wird, eröffnet seinen Nutzern viele, kostenlose Features. Dazu gehören beispielsweise die Musik-Bibliothek Amazon Prime Music, der Streaming-Dienst Amazon Prime Video oder ab September die Live-Übertragung von zehn NFL-Spielen.

Prime Wardrobe für Fashion-Fans

Nun bringt Amazon mit Prime Wardrobe einen neuen Service an den Start, der sich vor allem an Nutzer richtet, die sich Mode über den Online-Händler bestellen.

Das Konzept dahinter lässt sich in wenigen Sätzen erklären. Bei Prime Wardrobe können Amazon-Kunden aus über einer Million Mode-Produkten (Kleidung, Schuhe, Accessoires) wählen. Wenn sie mindestens drei davon bestellen, werden diese automatisch in einer großen Box nach Hause geliefert.

Der Clou daran ist: Du hast sieben Tage Zeit, die von dir bestellten Produkte in Ruhe zuhause anzuprobieren. Im Gegensatz zur klassischen Online-Bestellung bezahlst du nicht im Voraus, sondern überweist das Geld nur für die Stücke, die du behalten möchtest.

Rabatte und bequemer Rückversand

Und es kommt noch besser für dich als Prime-Kunden. Wenn du mindestens drei Produkte behältst, bekommst du zehn Prozent Rabatt auf den gesamten Einkauf. Entscheidest du dich dafür, fünf oder mehr Objekte zu kaufen, sparst du sogar 20 Prozent.

Alle Produkte, die du zurückschicken möchtest, legst du einfach wieder in die Lieferbox von Prime Wardrobe. Sie enthält bereits ein Rücksende-Etikett und muss nicht einmal zur Post gebracht werden. Es reicht völlig, das Paket vor deiner Haustüre abzustellen. Ein Bote wird es selbstständig mitnehmen.

Müssen die Kaufhäuser vor Prime Wardrobe zittern?

Aktuell ist der Dienst in Deutschland noch nicht verfügbar. Du kannst dich hier allerdings in eine Liste eintragen und sobald der Service verfügbar ist, wirst du von Amazon per Mail/SMS informiert.

Noch haben stationärer und Online-Handel in Deutschland also ein wenig Zeit, auf Amazon Prime Wardrobe zu reagieren. Wobei schon jetzt feststeht, dass Kaufhäuser kaum mit dem „Erst zuhause anprobieren und dann bezahlen“-Prinzip konkurrieren können.

Und auch Online-Händlern dürfte dieser Service nicht gefallen. Zwar bieten einige von ihnen (zum Beispiel Zalando) ebenfalls das Bestellen von mehreren Kleidungsstücken an – bezahlt wird jedoch in der Regel im Voraus (eine Bezahlung auf Rechnung wird je nach Kreditwürdigkeit angeboten). Hinzu kommt, dass für den Rückversand der Weg zur nächsten Poststation notwendig ist. Ein nerviger Prozess, der mit Sicherheit einige Kunden davor zurückschrecken lässt, Massenbestellungen wahrzunehmen.

Sobald Amazon Prime Wardrobe in Deutschland ausgerollt wird, könnten klassischer Handel und E-Commerce ordentlich Probleme bekommen. Mit einem simplen Angebot gelingt es Amazon erneut, eine Branche zum radikalen Umdenken zu zwingen.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit 2017 Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

6 Kommentare

  • Lieber Christian Erxleben,
    der Artikel über Amazon Wardrobe ist sehr interessant und lässt meine Glückshormone auf und ab springen. Als absoluter Amazon Fan, freue ich mich riesig darauf, wenn der neue Service auch in Deutschland ankommt. Zwar macht es mir auch großen Spaß durch die Stadt zu bummeln und vor Ort in den vielen schönen Geschäften die Dinge anzusehen und auch anzuprobieren. Allerdings wird durch oft total überfüllte Geschäfte, unübersichtliche Wühltische, chaotischer Unordnung und einer absolut unerträglichen Luft die man schneiden kann, meine Freude an der Sache dramatisch geschmälert, so dass ich oft das Geschäft erst gar nicht betreten mag. Mal wieder hat Amazon dafür die perfekte Lösung gefunden. Allerdings ist ihnen ein Fehler eingeschlichen. Und zwar bezüglich der Zahlungsarten bei Zalando. Natürlich gibt es dort die Möglichkeit per Sofortüberweisung, Kreditkarte etc. zu bezahlen, womit der zu zahlende Betrag vor Ankunft der Wäre beglichen wird. Allerdings ist es ebenfalls möglich bei Zalando auf Rechnung zu zahlen. Nach Erhalt der Ware, hat man bei Zalando dann zwei Wochen Zeit, die bestellte Ware in Ruhe anzuprobieren und dass was man nicht behalten möchte zurück zu schicken (hierfür muss man zur nächsten Poststelle, richtig) , die ausgewählte Ware die man dann behalten möchte, bezahlt man dann innerhalb der zwei Wochen nach Erhalt der Ware. Im Regelfall liegt auch bei Zalando ein Rücksendeschein im Packet bei.
    Prozente auf die gekaufte Ware, Wie bei Amazon Wardrobe, gibt es bei Zalandon natürlich nicht.
    Alles hat seine Vor und Nachteile, dennoch ist die Vorfreude auf den neuen Amazon Service groß.

    Mit besten Grüßen Catherina R. .

  • Es gab doch schon den ein oder anderen Bericht, wonach Amazon Kunden geblockt hat, die zu viele Retouren verursachen. Interessant wird es dann sicherlich in dieser Kategorie, weil das nicht nur die Retouren in die Höhe schießen lässt, sondern wahrscheinlich auch die Preise. Gerade die Marktplatzhändler die auf Amazon verkaufen und deren Ware dann hin- und her verschickt werden hier sicherlich Marge liegen lassen.
    Viel interessanter ist aber eigentlich an dieser Stelle, wie sich Amazon dann in diesem Fall verhält und ob sie die komplette Abwicklung übernehmen, vor allem wenn der Händler FBA (Prime) nutzt und seine Artikel vorher zu Amazon eingeliefert hat.
    Die Gebühren werden sicherlich zu seinen Lasten fallen und Amazon wird diese sicherlich nicht übernehmen.

  • Hey,
    Vielen Dank für den interessanten Artikel. Man sieht einfach wie mächtig Amazon ist, sie haben das nötige Kapital und den richtigen CEO. Ich denke Amazon wird in der Zukunft eine große Rolle spielen und nicht nur ein Konkurrent für die Modebranche werden, sondern sich in vielen Bereichen des BtC ausbreiten.

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